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Chelsea Manning

Von MD
|    Ausgabe vom 12. Juli 2019

Chelsea Manning

Chelsea Manning

Einen jugendlichen Gefangenen ermorden? Freispruch für den Offizier Edward Gallagher. Auf Wohnviertel und Zivilisten ballern und dabei Greise und Mädchen umbringen? Freispruch für eben diesen. Mit dem Leichnam eines getöteten Kindes posieren? Vier Monate Haft, die Gallagher mit der Untersuchungshaft verbüßt hat. Aus Army-Helikoptern mit voller Absicht eine Familie und zwei Reuters-Journalisten abknallen? Keine Verfolgung der Tatverdächtigen.
Ein Video über den Helikopter-Vorfall veröffentlichen und Dateien an Wiki­leaks weiterleiten, damit die Öffentlichkeit von den Verbrechen erfährt? 35 Jahre Haft.
Und selbst nach der Begnadigung der IT-Spezialistin Chelsea Manning, die die Verbrechen, von denen sie bei ihrer Arbeit bei der US-Navy erfuhr, nicht mehr stillschweigend ertragen wollte, geht die Hatz auf die angeblichen Nestbeschmutzer weiter.
Beugehaft, wieder in Isolationshaft, Entlassung, erneute Verhaftung und eine Geldstrafe von erst 500, dann 600 US-Dollar für jeden Tag, an dem sie sich weigert, vor einem Sondergericht gegen Wikileaks und Julian Assange auszusagen. Gerechtigkeit made in America.


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