Aufstand oder Revolution

Von Eva Börnig, Kiel
|    Ausgabe vom 26. Oktober 2018

Mit einigem Entsetzen muss ich in „Unsere Zeit“ vom 5.10. (Beilage) und 12.10. immer wieder von einem Matrosenaufstand in Kiel lesen. Unser Bündnis, das nicht ohne Grund Arbeitskreis Novemberrevolution heißt, besteht aus 21 linken Organisationen, Einzelpersonen, Gewerkschaften und Friedensbündnissen, die sich mit ihrer Einschätzung der Ereignisse vor 100 Jahren von der offiziellen und u.  E. falschen Bezeichnung Matrosenaufstand abgrenzen wollten.
Wer waren die Matrosen, die in Wilhelmshaven die Feuer aus den Kesseln rissen? Sie waren Arbeiter, die in den Krieg ziehen mussten, obwohl sie 1914 zu hunderttausenden dagegen demonstriert hatten. Sie trafen auch in Kiel auf eine gut organisierte Industriearbeiterschaft. Sie hatten schon 1916 trotz Militärherrschaft in den Betrieben gestreikt und zusammen mit den hungernden Familien demonstriert und im Januar 1918 einen Arbeiterrat gegründet.
Gemeinsam haben Matrosen und Arbeiter unter hohen Verlusten den Frieden erkämpft, das Kaiserreich gestürzt. Ihre Räte haben in Kiel in wenigen Stunden die Machtzentralen besetzt. Das Kapital war ohne das Militär machtlos. Wir sagen dazu „Revolution“.
Bevor ihr so eine Beilage macht, die sicher mit dem PV besprochen wurde, fragt doch mal eure Genossen vor Ort, was wir im Bündnis planen. Wir werden jedenfalls als linkes Bündnis auf der Route der 10 000 ArbeiterInnen und Matrosen demonstrieren.


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