Der rote Kanal

|    Ausgabe vom 5. Oktober 2018

Coogans großer Bluff
Mit diesem Film startete Clint Eastwood seine zweite Karriere, nachdem er mit den Italo-Western den internationalen Durchbruch geschafft hatte. Eine dummdreiste Mischung aus dem „einsamen Wolf“ und dem eigensinnigen Cop, aber gekonnt gemacht von Regisseur Don Siegel und der Start zu den „Dirty-Harry-Filmen, die dann folgten.
Fr., 5.10., 22.25 Uhr, 3sat

1968 – Die Horror-Show
Mit einer großen Musikshow im ZDF feiert Thomas Gottschalk das Jahr 1968. Gemeinsam mit Wolfgang Niedecken, Katie Melua, Andreas Gabalier, Vanessa Mai, David Garrett und Stefanie Heinzmann werden die 1968er so besungen, dass auch das Oktoberfest-Publikum fleißig mitschunkeln und natürlich -klatschen kann. War alles gar nicht so schlimm damals.
Sa., 6.10., 20.15 Uhr, ZDF

Medea
Die Tragödie des Euripides erzählt das Schicksal einer Frau, die für ihren Mann alles aufgibt, selbst vor einem Mord nicht zurückschreckt und ihm in ein fremdes Land folgt. Doch in Korinth angekommen, weiß sich Jason deutlich besser in die neuen Strukturen einzufügen. Doch er verlässt sie und Medea ersinnt einen Racheplan, der umfassender und vernichtender nicht sein könnte. Am Ende wird es keine Gewinner in diesem Kampf der Geschlechter geben, sondern nur Geschlagene, die nicht einmal mehr die Kraft haben, ihre tiefen Wunden zu lecken. Großartige Frankfurter Inszenierung von Michael Thalheimer
Sa., 6.10., 21.00 Uhr, 3sat

Tod und Spiele
Der neue „Tatort“ spielt wieder mal in Dortmund, leider ändert sich nichts an den Rollenfixierungen der Kommissare, weder Faber, noch Bönisch, noch Dalay kommen ein wenig anders daher. Sie ermitteln im Kampfsportmilieu, verbotene Substanzen und verbotene Absprachen bilden den Plot.
So., 7.10., 20.15 Uhr, ARD

Klettern in der DDR
Sogar Bergsteigen war in der DDR politisch und ein unvermeidlicher Akt des Widerstandes, wie diese Reportage uns nahebringen will. Ganz anders als in der BRD, wo Sport eben Sport ist und Politik dabei nichts zu suchen hat.
Einer der Widerständigen ist Bernd Arnold, zu DDR-Zeiten eine Berühmtheit in der Kletterszene. Bergsteiger-Legende Reinhold Messner: „Bernd Arnold war ein Genie.“
Eine ungewöhnliche Facette des nachträglichen DDR-Bashings zum 3. Oktober. Es sei ihnen gegönnt.
So. 7. 10., 23.35 Uhr, NDR

Die Muse des Mörders
Christiane Hörbinger zeigt noch einmal, wie Schauspielkunst aussieht. In dieser herrlich schrägen Krimikomödie aus Wien versetzt ein Serienmörder die Bewohner in Angst und Schrecken. Es scheint, als würde er Verbrechen begehen, wie sie in den Büchern der ehemaligen Bestsellerautorin Madeleine Montana beschrieben sind. Darüber ist die zynische Montana, die niemanden verschont, zunächst schockiert und schaltet die Polizei ein, doch bald beginnt sie das Gefühl zu genießen, wieder im Rampenlicht zu stehen.
Mo., 8.10., 20.15 Uhr, ZDF

Berg Fidel – Eine Schule für alle
Von gewerkschaftlich organisierten Pädagogen empfohlen, dieser Dokumentarfilm.
Lucas hat Lernprobleme, Anita aus dem Kosovo droht die Abschiebung, Jakob hat das Down-Syndrom: Alle drei Kinder gehen auf die Grundschule in Berg Fidel. Im Stadtteil kommen viele ohne Früstück zur Schule, sie haben motorische Defizite und können sich nicht gut verständigen.
Mit Diagnosen wie „verhaltens­auffällig“ und „lernbehindert“ werden diese Kinder häufig aussortiert. In Berg Fidel soll es anders sein.
Der Film folgt den Schülerinnen und Schülern durch den Unterricht und in der Freizeit, lässt sie von ihren Träumen, ihrem Leben und ihren Stärken erzählen. Ein Einblick in das „inklusive“ Schulkonzept.
Di., 9.10., 00.10 Uhr, ZDF


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Leserbrief zu Artikel »Der rote Kanal«, UZ vom 5. Oktober 2018





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