Wir lassen den Krieg nicht in Frieden

Das Antikriegsmeeting auf dem UZ-Pressefest
Von UZ
|    Ausgabe vom 14. September 2018
Gina Pietsch beim Antikriegsmeeting (Foto: Tom Brenner)
Gina Pietsch beim Antikriegsmeeting (Foto: Tom Brenner)

„Das große Karthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.“
Am Samstagabend, während in Berlin über einen Giftgasangriff der syrischen Regierung phantasiert und der Plan für einen möglichen Angriff gegen Syrien geschmiedet wurde, fand auf dem UZ-Pressefest in Dortmund das Antikriegsmeeting statt, das Erich Schaffner mit einem Brecht-Zitat eröffnete. Hier übergab der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele 26 572 Unterschriften für die Kampagne „Abrüsten statt Aufrüsten“.
Als Gina Pietsch, begleitet von ihrer Tochter Frauke, „Der Heilige Krieg“ anstimmt, verleiht sie der politischen Botschaft dieses Abends zusätzliches Gewicht: „Steh auf, steh auf, du Riesenland … Den Nazihorden Widerstand … Das soll der Krieg des Volkes, Der Krieg der Menschheit sein.“ Nach und nach drängen immer mehr Menschen vor die Hauptbühne, bis der Platz voll ist.
Köbele verwies in seiner Rede darauf, dass „Krieg und seine Vorbereitung auch Krieg nach Innen“ bedeuten. Die herrschende Klasse reibe sich die Hände, wenn es wie in Chemnitz gelingt, dass Menschen aufeinander losgingen. Den Kampf der Kolleginnen und Kollegen an den Unikliniken in Essen und Düsseldorf bezeichnete er als „Hoffnungsschimmer“ im Klassenkampf. Dieser Kampf hätte nicht nur Abwehrcharakter gehabt, er zeige, dass Kämpfe in diesem Land gewinnbar seien.
Reiner Braun, einer der Initiatoren der Kampagne, bedankte sich für die Unterstützung der DKP bei der Unterschriften-Sammlung und gab bekannt, dass der Aufruf „Abrüsten statt Aufrüsten“ nun über 90 000 Unterstützerinnen und Unterstützer habe. Braun hob die Bedeutung der Kampagne im Kampf gegen die aggressive NATO-Politik hervor.
Anschließend warnte Egon Krenz vor einer Konfrontation mit Russland. Der Bundesregierung warf er vor, Sanktionen gegen ein Land zu verhängen, das vom faschistischen Deutschland in Schutt und Asche gelegt wurde. Er forderte gute Beziehungen zu Russland, im Interesse Deutschlands, und verwies auf die Außenpolitik der DDR, die er zuletzt auch als Staatsratsvorsitzender zu verantworten hatte. Die DDR sei der einzige deutsche Staat gewesen, von dem nie ein Krieg ausgegangen ist, so Krenz.
Petr Parkhitko von der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation wies auf die Kriege der NATO hin und wertete die von der DKP unterstützte Kampagne „Abrüsten statt Aufrüsten“ als wichtigen Beitrag gegen die aggressive NATO-Politik. In Hinblick auf die Russland-feindliche Berichterstattung in Deutschland sagte er: „Russland bedroht niemanden.“
Auf die vielen Gründe, die es in diesem Jahr zum Feiern gab und gibt, ging SDAJ-Vorsitzende Lena Kreymann ein. 50 Jahre kämpften SDAJ und DKP bereits Seite an Seite und feiern gemeinsam nach 200 Jahre Karl Marx nun auch noch 100 Jahre Novemberrevolution und 100 Jahre KPD.


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