Seid, wer ihr seid

Manfred Dietenberger an Reiner und Frank
|    Ausgabe vom 16. Februar 2018

Manfred Dietenberger

Manfred Dietenberger

Während die Mehrheit der Menschen in diesem Land – das hat die Bundestagswahl eindrücklich gezeigt – der CDU/CSU und SPD nicht mehr über den Weg traut, setzen führende Funktionäre des Deutschen Gewerkschaftsbundes und seiner Gewerkschaften einmal mehr auf eine „Groß“-Koalition dieser Parteien. DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann meint, die Beschäftigten bekämen mit einer Großen Koalition weit mehr, als mit Jamaika möglich gewesen wäre. „Die Sozialdemokraten haben ihr Stimmgewicht gut eingesetzt“. Frank Bsirske, Vorsitzender von ver.di, spart sich das Lob der SPD, meint aber auch: „Für die Lebensbedingungen vieler Menschen in unserer Gesellschaft ist das, was jetzt in der Koalitionsvereinbarung steht, positiv.“ Es seien richtige Akzente gesetzt worden und das helfe, die Lebensbedingungen vieler Menschen zu verbessern.
Liebe Kollegen Reiner und Frank, was um Gottes Willen habt ihr geraucht? Außer ein paar symbolischen „Erfolgen“ in Form von nur in Aussicht gestellten Reparaturarbeiten an von der SPD Verbocktem bleibt von unseren gewerkschaftlichen Positionen im Koalitionsvertrag nichts übrig. Die Kolleginnen und Kollegen vom NGG-Bezirk Bayern sagen, was von euch zu sagen wäre: Die „gewerkschaftlichen Forderungen … sind derart unberücksichtigt, dass uns rätselhaft bleibt, woher der Optimismus rührt, (…) alles das und noch einiges mehr, was für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine spürbare Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen bedeuten würde – Fehlanzeige.“
Als alter Gewerkschafter teile ich die Überzeugung meiner bayrischen Kolleginnen und Kollegen: „Unsere Aufgabe ist, zu sein, wer wir sind. Wir haben uns, egal gegenüber welcher Regierung, für unsere Interessen einzusetzen, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln. Wir müssen die Kämpfe dieser Zeit annehmen und Solidarität, unsere einzige politische Option, organisieren!“


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