Nicht belehren

Von Michael Stiels-Glenn, Dülmen
|    Ausgabe vom 11. August 2017

Dass mehr Bürger bereit sind, die DKP zu unterstützen, damit sie bei Wahlen antreten kann, als sie hinterher Wählerstimmen hat, bedarf weiterer Überlegungen. Ich kenne viele, die hier Unterstützungsunterschriften abgaben, weil sie das für ein demokratisches Prinzip halten. Das hat nichts mit einer Wahlpräferenz zu tun. Wenn Kommunisten in Bewegungen und Bündnissen geschätzt werden, ist das der Anfang: Sie müssen dort sein, wo sich Menschen in Bewegung setzen, auch wenn sie weitergehende Ziele haben oder die Ziele für reformerisch, illusionär halten. Denn in der Aktion machen Menschen Erfahrungen, und da könnten sie erleben, dass Kommunisten an ihrer Seite stehen und sie nicht nur belehren, sondern über die ursprünglichen Anliegen hinaus diskutieren (nicht: anschaulich aufklären). Wer glaubt, dass eine kleine und handlungsschwache Partei gut beraten ist, wenn sie für sich bleibt, der wird sie schwächer machen. Wer die Mitglieder anleitet, dort zu sein, wo Menschen kämpfen und mitzumachen (man muss nicht einmal „führen“), der wird sie stärker machen.


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Leserbrief zu »Nicht belehren«, UZ vom 11. August 2017





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