Anschlag in Gelsenkirchen

Preiswerter Wohnraum fehlt schon länger
Von Gabi Wieczorrek, DKP Gelsenkirchen
|    Ausgabe vom 12. Februar 2016

Am 17. Januar 2016 brannten in einem Mehrfamilienhaus im Gelsenkirchener Stadtteil Horst die im Hausflur abgestellten Kinderwagen. Ein Nachbar rief um 2.20 Uhr die Feuerwehr. Für den Einsatz rückten fünf Rettungswagen, ein Notarzt und zwei Löschzüge aus. In dem Haus und einem Nachbarhaus wohnen 39 Flüchtlinge aus Syrien, ferner zwei Inder und 23 Deutsche. Der Brand konnte schnell gelöscht werden, trotzdem erlitten 25 Personen – darunter sechs Kinder – leichte Verletzungen.

Diese beiden Häuser waren bis vor einigen Jahren in einem gepflegten Zustand. Im Erdgeschoss sind Ladenlokale, bis vor zwei Jahren auch eine Filiale der Deutschen Bank, die Reinigung dort besteht schon seit ca. 28 Jahren. In letzter Zeit gibt es aber Leerstand und es wurde nichts mehr instand gesetzt. So war die Haustür nicht abschließbar. Da Kinderwagen sich nicht von selbst entzünden, liegt die Vermutung nah, dass es sich um einen Anschlag gehandelt hat.

Auf Druck der Berichterstattung und Öffentlichkeit ist die Haustür mittlerweile wieder abschließbar und eine zerbrochene Scheibe ersetzt worden.

Zu dem Leerstand kam es auch, weil die Wohnungen für Hartz-IV-Bezieher mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 4,80 Euro/qm zu teuer waren. Solche Vorgänge befördern nur die Entstehung von Fremdenfeindlichkeit, wenn Teile der Bevölkerung erfahren müssen, dass Wohnraum für sie zu teuer ist, für Flüchtlinge aber nicht, auch wenn die Qualität der Wohnungen inzwischen stark abgenommen hat. Für den Vermieter sind dies jetzt sichere Mieteinnahmen ohne Kosten.

Die DKP fordert schon seit langem den Bau von bezahlbaren Wohnungen, schon lange, bevor sich Asylsuchende auf der Flucht vor Krieg und Terror in Deutschland Schutz suchen.


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