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Um den Großangriff auf die sozialen Sicherungssysteme unter der Überschrift Agenda 2010 vor 25 Jahren vorzubereiten, wurden neue Formate im Privatfernsehen geschaffen. Zu Beginn wurde auf Nachmittagstalkshows gesetzt. Den arbeitslosen Arno Dübel machten sie berühmt. Er sorgte mit Sprüchen wie „Arbeiten? Ich will mich doch nicht verschlechtern“ für Empörung. Dafür zahlten ihm die Sender bis zu 300 Euro pro Interview und sorgten so für das Bild des faulen Arbeitslosen. Weiter entwickelt wurde die Hetze mit „Scripted-Reality-Sendungen“. Sie erwecken den Anschein, es handele sich um eine Reportage oder Dokumentation, dabei müssen sich die Laiendarsteller an die Anweisungen der Regie halten. RTL2 hat aktuell im Programm: „Armes Deutschland. Stempeln oder abrackern“, „Hartz und herzlich“, „Hartz Rot Gold“ und „Promis auf Hartz IV“. Von allen Sendungen gibt es noch Untervarianten und noch eine Vielzahl anderer Formate, die sich um das Image der faulen Schmarotzer kümmern. (Screenshot: YouTube / RTLZWEI Dokus)
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