Die Selbstbefreiung des KZ Buchenwald jährt sich am 11. April zum 80. Mal. Acht Tage nach ihrer Selbstbefreiung schworen die Beteiligten: „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Das sind wir unseren gemordeten Kameraden und ihren Angehörigen schuldig.“ Dieser Schwur von Buchenwald formuliert die Zukunftsvision der 21.000 befreiten KZ-Gefangenen eines antifaschistisch-demokratischen Neuanfangs. Er leitet Antifaschisten in aller Welt bis heute – und ist 2025 so aktuell, wie er es am 19. April 1945 war.
Dass sich die Buchenwald-Häftlinge selbst befreiten, wird heute meist verschwiegen. Neben der offiziellen Gedenkfeier, mit ausgerichtet vom Freistaat Thüringen, organisiert ein Bündnis aus kommunistischen Parteien und Organisationen Jahr für Jahr seine eigene Gedenkveranstaltung. Sie ist schon zur guten Tradition geworden.
Diese Gedenkfeier, die ausdrücklich den mutigen und aufrechten Buchenwaldern gilt, die 21.000 Menschen das Leben retteten, findet in diesem Jahr am Samstag, den 12. April statt. Sie beginnt um 11 Uhr am Glockenturm der Gedenkstätte Buchenwald. Der Deutsche Freidenker-Verband Thüringen, die DKP Thüringen und KPD richten die Veranstaltung aus. Sie werden von der Gesellschaft zur Rechtlichen und Humanitären Unterstützung (GRH) und dem „RotFuchs“ unterstützt.
Als Rednerinnen und Redner sprechen Sebastian Bahlo (Deutscher Freidenker-Verband), Heike Cienkowski (Deutscher Freidenker-Verband Thüringen), Hans Bauer (Vorsitzender der GRH), Brigitte Dornheim (DKP und Deutscher Freidenker-Verband) und Torsten Schöwitz (KPD). Eingeladen sind auch Vertreter der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin, die seit 2022 nicht mehr zur offiziellen Kranzniederlegung der Gedenkstätte eingeladen werden.
Die offizielle Gedenkfeier findet in diesem Jahr am Sonntag, den 6. April ab 10 Uhr im Congress Centrum Weimarhalle statt. Dort sprechen Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und Christian Wulff, Bundespräsident a. D. An ihr dürfen nur geladene Gäste teilnehmen.
Zeitgleich lädt die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. zur Gedenkfeier im Kinosaal der Gedenkstätte Buchenwald. Dort ist der Historiker Harry Stein, ehemaliger Kustos in der Gedenkstätte Buchenwald, als Redner eingeladen. Dazu wird im KZ Buchenwald komponierte Musik aufgeführt, und ehemalige Häftlinge melden sich in Videoclips und Texten zu Wort.
Ebenfalls am 6. April findet die offizielle Kranzniederlegung auf dem ehemaligen Appelplatz in der Gedenkstätte Buchenwald statt, von 15 bis 16.30 Uhr. Dort sprechen unter anderem Naftali Fürst, Holocaust-Überlebender und Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD), und Claudia Roth (Grüne), Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Nicht dort sprechen wird der israelisch-deutsche Philosoph Omri Boehm. Er sei zunächst eingeladen worden, die Einladung dann aber zurückgezogen worden, berichtete der „Spiegel“. Boehm setzt sich dafür ein, die Palästina-Frage durch einen föderalen und binationalen Einheitsstaat zu lösen, und kritisiert die amtierende israelische Regierung um Premierminister Benjamin Netanjahu scharf. Die israelische Botschaft in Deutschland soll auf die Gedenkstätte Buchenwald eingewirkt haben, um Boehm auszuladen. Omri Boehm ist Nachfahre von Holocaust-Überlebenden.
Die Einladung zur Gedenkfeier am 12. April als PDF: