Da kommen selbst gefühllose Datenmonster durcheinander. Kurz die neueste Idee der Grünen mit dem Namen „Freiheitsdienst“ bei Google gesucht, prompt kontert die Suchmaschine mit Fotos aus der Nazizeit und schlägt eine Korrektur vor: „Meintest du: Arbeitsdienst?“. Dabei hat das eine doch gar nichts mit dem anderen zu tun. Die Grünen wollen schließlich, dass „alle Frauen und Männer irgendwann zwischen 18 und 67 Jahren sechs Monate Dienst tun“. Im Reichsarbeitsdienstgesetz hieß es hingegen: „Alle jungen Deutschen beiderlei Geschlechts sind verpflichtet, ihrem Volke im Reichsarbeitsdienst zu dienen.“ Klarer Unterschied! Auch in der Motivation: Die Grünen wollen mit ihrem „Gemeinschaftsprojekt für Deutschland“ als „Gesellschaft robuster werden, unsere Freiheit verteidigen und das Miteinander stärken“. Das klingt doch viel besser als der olle Nazisprech vom „Ehrendienst am deutschen Volke“. Außerdem haben die Faschisten zumindest anfangs zwischen Arbeitsdienst und Wehrdienst getrennt, die Grünen wollen beides sofort zusammenführen. Viel demokratischer und integrativer – ganz modern also. Das muss jetzt nur noch Google schnallen – und dann der Rest von uns.
Freiheitsdienst

(Foto: Philipendula / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0 / Bearb.: UZ)
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"Freiheitsdienst", UZ vom 4. April 2025
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