Auf die von Georg. A. Fotiadis aufgeworfene Frage, weshalb die deutsche Kriegsministerin erst jetzt, 20 Jahre zu spät, um Entschuldigung für die systematische Diskriminierung Homosexueller in der Bundeswehr bittet, gibt es eine einfache Antwort.
Neben dem Versuch, sich durch Werbung an und in Zügen, Bussen, Straßenbahnen und Haltestellen, durch YouTube-Serien über Gefreite, das KSK und Auslandseinsätze in Mali, durch kostenlos Bahn fahrende Soldaten in Uniform und durch Besuche von Rekrutierungsoffizieren an Schulen als ganz normalen Teil der Gesellschaft zu etablieren, will sich das eigentlich olivgrüne Militär auch gegenüber der LSBTI-Community als bunter Arbeitgeber präsentieren. Der Flecktarn soll pinkgewaschen werden.
Dass es der Kriegsministerin bei ihrer Erklärung indes keinesfalls um Sympathien oder auch nur Verständnis für LSBTI gegangen sein dürfte, beweist ihre Fastnachtsrede von 2019, wo sie über Toiletten für trans- und intersexuelle Menschen witzelte: „Das ist für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür, dazwischen, ist diese Toilette.“ Bleibt zu hoffen, dass kein LSBTI auf die scheinheilige Entschuldigung der Kriegsministerin reinfällt, sondern sich stattdessen gegen die zunehmende Militarisierung unseres Landes und für den Frieden einsetzt.