Adornos Anmaßungen

Von Christa Weber und Christof Herzog, Berlin
|    Ausgabe vom 9. August 2019

Vielen Dank für den wichtigen Artikel von Arnold Schölzel über die „Halbe Dialektik“ von Theodor Wiesengrund Adorno. Schölzel hat uns wirklich aus dem Herzen gesprochen. Gerade weil in jüngster Zeit viele Linke den „modernen Marxismus“ mal wieder in der Frankfurter Schule entdecken wollen, und sich so vom als „Arbeiterbewegungsmarxismus“ verhöhnten traditionellen Marxismus distanzieren. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!
Zu Adornos anmaßender Fehleinschätzung von Eislers Musik (wie übrigens auch der von Weill und Offenbach): Adorno unterschlägt die revolutionären Brüche in der Musikgeschichte, so in der Französische Revolution und in der Oktoberrevolution, nämlich Bezugnahme auf die Volkskunst, auf klassische Modelle und auf Massenwirksamkeit im Gegensatz zu Akademismus und Esoterik. Im Grunde bezieht Adorno hier die Position eines Spießbürgers, der die Politik aus der Musik heraushalten will.


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