Der rote Kanal

|    Ausgabe vom 5. Juli 2019

Youtube nutzen
Gerne trägt man das Vorurteil mit sich, auf „Youtube“ liefen entweder nur blöde Filmchen von Familienfesten, Sauf- und Raufabenden oder auch zufällig aufgenommene Schnipsel irgendwelcher bedauernswerter Gestalten, denen ein Unglück widerfährt. Dies ist alles richtig, aber noch lange nicht alles: Dass der Kanal auch genutzt wird, um heimlich Treffen zu filmen von Menschen, besonders Politikern, die das dann überhaupt nicht mögen, ist ein mittlerweile schon erprobtes Mittel in politischen Auseinandersetzungen.
Wir müssen uns fragen, ob wir diese Möglichkeiten, eine massenhafte Verbreitung von Stattgefundenem zu erreichen, tatsächlich schon ernsthaft in unsere Planungen einbauen. Zu loben sind Martina und Uwe Lennartz aus Gießen, die seit Jahren unermüdlich dabei sind, wenn es gilt, größere Veranstaltungen zu filmen und daraus dann einen informativen Beitrag zu machen. Denn klar ist, nicht jeder kann überall persönlich dabei sein, die UZ oder auch die „Position“ der SDAJ oder auch die „junge Welt“ berichten und liefern Fotos, aber bewegte Bilder geben doch einen hoffentlich dichten, atmosphärischen Eindruck vom Geschehen.
Auf drei aktuelle Filme von Martina und Uwe möchten wir nicht nur hinweisen, sondern auch unseren Dank aussprechen für die nicht unerhebliche Mühe, die sich die beiden damit machen:
Die Veranstaltung „50 Jahre UZ“ mit dem künstlerischen „Streifzug“ durch die Welt des Zeitungsgewerbes, ihrer Macher und Leser, die in Oberhausen Mitte Mai stattfand, kann durch den Film auf „Youtube“ für alle Interessierten nachgeholt werden. Hier haben Martina und Uwe die ganze, mehr als zweistündige Feier ins Netz gestellt, sie wollen – wenn es ihnen die Zeit erlaubt – noch eine Kurzfassung schneiden. Sie waren natürlich auch beim „Festival der Jugend“ in Köln dabei und haben für alle die, die die begeisternde Stimmung und die politischen Debatten nicht live verfolgen konnten, einen Film von etwas über 8 Minuten auf Youtube eingestellt. Und sie waren beim „Festival des politischen Liedes“ mit ihren Kameras hautnah dabei und haben einen schönen kurzen Film von rund dreieinhalb Minuten für uns alle produziert.

Nun noch einige Tipps aus dem TV-Programm der nächsten Woche, wie immer ist es betrüblich festzustellen, dass sich die Verantwortlichen damit begnügen, Konserven aus ihrer Lagerhaltung hevorzuholen, denn angeblich ist ja das „Sommerloch“ schuld daran, dass man nichts Neues zeigen mag und kann.

FIFA Frauen-Weltmeisterschaft
Das Finale
Mit viel medialem Aufwand wurde diese WM in die Programme gehievt, nicht nur die Spiele der Auswahl des DFB, jede Menge Vor- und Nachberichte mit selbsternannten Expertinnen und Experten. Wer das Endspiel bestreiten wird, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest, aber dieser Tipp für den Sonntagnachmittag ist ernsthaft gemeint.
So., 7.7., ab 17.00 Uhr, Das Erste

The Big Lebowski
Obwohl schon ungezählte Male gezeigt, mag es einige geben, die diese herrlich schräge und mit lakonischen Dialogen gespickte Geschichte über einen Loser, der eigentlich nur seine Ruhe haben will und nicht von Gangstern belästigt werden möchte, noch nie gesehen haben. Dann vormerken und für die vielen Fans ein nettes Stück Wiedersehen mit Jeff Bridges.
So., 7.7., 20.15 Uhr, arte

Mord auf La Gomera
Dass spanische Filmemacher gute Krimis machen, weiß jeder spätestens nach der Erfolgsserie „La casa del papel“. Hier nun ein neuer Krimi, der beweisen soll, dass „Nahe der Idylle wohnt das Grauen“ nicht nur ein beliebter Spruch ist. Ein unaufgeklärter Mord vor Jahren, das Interesse der Polizei und der Bewohner im hübschen Städtchen ist gering, die vom Festland kommenden Kriminaler beißen sich lange die Zähne aus.
Mo., 8.7., 22.15 Uhr, ZDF


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