Unlösbar verbunden

Von Nina Hager, Berlin
|    Ausgabe vom 31. Mai 2019

Ich halte die Position, die Hans-Peter Brenner entwickelt, für richtig. (…) Auch bei uns in der DDR gab es – bis in die 80er Jahre – Leute, die die Umweltdebatte als Ablenkungsmanöver des Klassengegners sahen. In der Akademie der Wissenschaften der DDR wurde – wie auch an wissenschaftlichen Einrichtungen – dagegen in verschiedenen Instituten bzw. Bereichen zu Umweltfragen geforscht. Auch wir Philosophen haben uns damit beschäftigt. Nicht nur innerhalb des von Hans-Peter genannten Forschungsprojektes.
Als ich 1992 Mitglied der DKP wurde, fiel mir sehr positiv unter anderem auf, dass dieses Thema in der theoretischen Debatte wie in der Politik, auch wenn unsere Möglichkeiten beschränkt waren und blieben, eben nicht ausgeblendet oder gar als „Ablenkung vom Klassenkampf“ gesehen wurde. Daran hatte Hans-Peter einen großen Anteil – ich erinnere hier z. B. an seinen Beitrag auf dem 18. Parteitag der DKP.
Die natürlichen Existenzbedingungen der Menschheit sind nicht irgendetwas Nebensächliches, das die heutigen Kämpfe nicht betrifft. Wer das behauptet, hat auch seine Klassiker nicht gelesen. Die menschliche Gesellschaft bleibt – so weit sie sich inzwischen auch entwickelt hat – durch Herkunft wie Bedingungen ihrer Existenz unlösbar mit der Natur verbunden.
Auch wenn sich die Menschen in der Geschichte ihre eigene „Welt“ gesellschaftlicher Verhältnisse und Institutionen, der materiellen und geistigen Kultur schufen: Die Natur bleibt eine Grundbedingung unseres gesellschaftlichen Daseins und möglichen Fortschritts. Heute geht es um die Existenz. Und da sollten wir abseits stehen?


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