Diffamierung Arbeitsloser

Von Roland Winkler, per E-Mail
|    Ausgabe vom 14. Dezember 2018

Habeck von den Grünen will Hartz IV abschaffen. Frau Nahles hat in ähnlichem Sinne sich bereits heiser geschrien. (…) Natürlich ist die Situation der SPD so, dass ihr etwas einfallen muss, um nicht ganz den Faden zur Macht zu verlieren. Die Grünen können trotz Höhenflug nicht sorglos sein, wenn es um Macht- und Regierungsteilhabe geht. Es scheint nun doch nach Jahren des Verleugnens, Ignorierens bis gemeinsamen Feierns des angeblichen Beschäftigungswunders die Wirklichkeit und Wahrheit Teilen der Politik auf die Füße zu fallen. (…)
Am Ende ist nur wirklich etwas daran zu ändern, abzuschaffen oder in wirkliches „Fördern und Fordern“ zu wandeln, wenn Arbeitslosigkeit nicht als individueller Makel, Faulheit, Bequemlichkeit, Schmarotzertum, soziale Hängematte und übliche Diffamierung verstanden und wesentlich so kommentiert und diskutiert wird. Solange Politiker mit großer Zustimmung und oft unwidersprochen darüber schwadronieren dürfen und können, dass angeblich so viele arbeiten könnten und nur nicht wollten, so lange werden es leere Sprüche bleiben, die Nahles bis Habeck aussenden. In ihren Parteien wäre es notwendig, die alte und aktuelle Erkenntnis wieder auf die Fahnen zu schreiben, wonach Arbeitslosigkeit in allen Formen des Elends und der Unmenschlichkeit dieser Marktwirtschaft entspringt und Arbeitsunwillige dabei eine zu vernachlässigende Größe bzw. Problem sind. Solange nur Rahmenbedingungen für die Wirtschaft das Maß der Politik ist und Rahmenbedingungen menschlicher Art, Umgang mit Menschen, ihre Diffamierung und Beschuldigung unbedeutend sein sollen, so lange wird sich nichts ändern. Es werden Menschen in Bedingungen, Zustände und Verhalten getrieben, die sie von Natur her nie wollen und wünschen.


  Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (leserbriefe@unsere-zeit.de):

Leserbrief zu Artikel »Diffamierung Arbeitsloser«, UZ vom 14. Dezember 2018





Wir bitten darum, uns kurze Leserzuschriften zuzusenden. Sie sollten unter der Länge von 1800 Zeichen bleiben. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen und kann nicht versprechen, dass jeder Leserbrief beantwortet oder veröffentlicht wird. Anonyme Leserzuschriften werden in der Regel nicht veröffentlicht.