Stolpersteine für die Familie Schleifstein

Von Herbert Münchow
|    Ausgabe vom 7. Dezember 2018

Am 23. November wurden in Leipzig 31 weitere Stolpersteine für die Opfer und die Verfolgten der faschistischen Diktatur verlegt. Bislang waren es schon 480 Stolpersteine an 176 Orten in Leipzig. Vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Schleifstein in der Zweinaundorfer Straße 18 verlegte der Kölner Bildhauer Gunter Demnig drei dieser Erinnerungsmale für Marie Schleifstein, die Mutter von Max und Josef Schleifstein, für Max Schleifstein und seinen Bruder Josef in Anwesenheit der Familie ebenerdig in den Gehweg. Marie Schleifstein und ihre beiden Söhne wurden als Kommunisten und Juden verfolgt. Nur Sohn Josef konnte 1939 noch rechtzeitig nach England fliehen.
An der Ehrung nahmen außer der Familie Freunde und Genossen von Josef (Jupp) Schleifstein (15. März 1915–24. Juli 1992) teil, die ihn aus gemeinsamer Tätigkeit im IMSF und der DKP kannten, ja selbst noch aus Vorlesungen an der Leipziger Karl-Marx-Universität, an der er von 1951 bis 1959 als Professor mit vollem Lehrauftrag für Geschichte der Philosophie tätig war und am 1. Januar 1969 zum nebenamtlichen Professor für Geschichte der zeitgenössischen bürgerlichen Philosophie berufen wurde, eine Berufung, die 1989 endete. Teilgenommen haben auch Genossen der Linkspartei in Leipzig, des Marxistischen Forums und des Rotfuchs sowie Genossen der DKP Leipzig. Mary Beer, Tochter von Josef Schleifstein, sprach die einführenden Worte aufgrund intensiver Recherche über den Werdegang und die Verfolgung der Familie Schleifstein, die manche neue Erkenntnis hervorgebracht hat, einschließlich längst verschollen geglaubter Fotos von allen dreien (nachzulesen unter http://www.stolpersteine-leipzig.de). Die Tätigkeit von Josef Schleifstein am IMSF und als Kommunist würdigend ergriff auch André Leisewitz das Wort. Die drei Erinnerungsmale am ehemaligen Wohnort vereinen nun wieder Mutter und Söhne, die der Faschismus auseinandergerissen hatte.


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