Keine Schwächung der AfD

Von Volker Reitsch, per E-Mail
|    Ausgabe vom 23. November 2018

dern. Wie auch die Unionsparteien und die SPD. Die Unionsparteien werden den Rechtsruck offener auf ihre Fahnen schreiben als bisher. Die alte Tante SPD wird zur Oma SPD, die niemand im Altenheim besucht. Daraus abzuleiten, dass die AfD ohne Merkel keine goldene Zukunft vor sich haben kann, wäre schön, aber lässt einige Punkte außer Betracht. 1. Die AfD besteht zu einem kleinen Teil aus Ex-CDUlern, die mit der „Sozialdemokratisierung“ der CDU unter Merkel unzufrieden waren. Die AfD speist sich aus Nicht-Wählern, die von der SPD enttäuscht wurden und die von Grünen und PDL mit ihren linken Diskussionszirkeln und Cappuccino mit Soja-Latte nicht überzeugt werden konnten. Die AfD eint die ewig Abgehängten und die Wohlstandskinder der Bonner Republik, die heute weniger verdienen als der Papa damals. 2. Eine weiter nach Rechts sich positionierende CDU bedeutet nicht automatisch eine Schwächung der AfD. Das hat die CSU in Bayern vorgemacht. 3. Der deutsche Imperialismus hält sich die Option zum Faschismus offen. Dabei spielt die AfD nicht die tragende, aber treibende Rolle.
Sehen wir beispielsweise Österreich an, dann schaffen die „bürgerlich-demokratischen“ Parteien diesen Schritt selber. Brasilien spielt hier eher die Ausnahme als die Regel. Die Linksregierungen der vergangenen Jahre machten einen Faschisten im Präsidentenpalast für das brasilianische Kapital notwendig.


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