UZ-Pressefest

Alles Prima

UZ-Pressefest heißt Bundesliga-Pause
Von Karl Rehnagel
|    Ausgabe vom 7. September 2018

Freitagabend, 20.30 Uhr. Der BVB spielte in Hannover und U., der Mann ohne Zähne, den man ob dieses Umstandes und der fortgeschrittenen Uhrzeit – er kommt zum ersten Bier meistens schon um 14 Uhr – nun gar nicht mehr verstand, die schöne M. und A., mein Gartenkumpel, unterstützten mich beim Biertrinken und zuschauen. Das Beste, was man zum Spiel sagen konnte: Wir waren währenddessen an der frischen Luft. Allerdings hätte man in der Zeit auch etwas Nettes machen können, ein gutes Buch lesen z. B. oder mit jemandem kuscheln. Ein 0:0 der schlimmen Sorte in jedem Fall.
Am Samstag taumelte Leverkusen erneut (1:3 gegen Wolfsburg) – der gute Heiko Herrlich spürt schon die Säge an seinem Stuhl – Frankfurt rutschte gegen Bremen zu Hause aus (1:2) und Stuttgart wurde von den Bayern abserviert (0:3). Immerhin: die tapferen Aufsteiger aus Düsseldorf holten ein erstaunliches 1:1 gegen das Plastikkonstrukt namens „Rasenball Leipzig“. Prima.
Ich bekam von all dem wenig mit, befand ich mich doch mit der schönen M. im Dortmunder Norden, der angeblichen „No go Area“ der Stadt, um diversen Gratiskonzerten auf dem „Hafenspaziergang“ zu lauschen. Fahrradfahrenderweise schleppte ich die Dame zu allem möglichen: Ska, Reggae & Rockabilly Open Air im Park, Pop in einer riesigen, alten Stahlhalle, Graffiti-Sprayer im Hafen, Indie-Rock in der Kirche. Ständig hin und her und natürlich immer ein kühles Bier zum Darreichen – die schöne M. war erstaunt und recht begeistert. Prima.
Wenig begeistert ist man in Gelsenkirchen, allerdings nicht wegen Dortmunder Kulturangeboten. Der aktuelle Vizemeister legte einen Fehlstart erster Kajüte hin: Zu Hause 0:2 gegen die biedere Hertha im Sonntagsspiel ist mal ein Ausrufezeichen. Nur eben negativ. Schalke steht damit mit null Punkten noch hinter den ungeliebten Leipzigern, die ein maues Pünktchen haben. Könnte für mich so bleiben. Oder anders gesagt: Prima.
Nächstes Wochenende ist dann mal Länderspielpause, ich denke mit voller Absicht, schließlich ist ja UZ-PRESSEFEST und da stört Bundesliga-Fußball eigentlich nur. Wir sehen uns dann dort, ob die schöne M. auch kommt, verrate ich nicht. Aber die Sonne soll ja da auf jeden Fall da sein, das ist doch auch schon mal was. Prima. Oder um es mit Thomas Müller auf den Punkt zu bringen: „Es überwiegt eigentlich beides.“


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