Raus aus der Bedeutungslosigkeit

Von Joán Ujházy, per E-Mail
|    Ausgabe vom 24. August 2018

Internationale statt Bewegung? Schließt sich denn beides aus? Ist nicht auch die Internationale eine Bewegung gewesen? Wobei ich betonen möchte: gewesen. Die Zersplitterung der Linken gibt es, seit es die Linken gibt. Angefangen mit Weitling einerseits, Bund der Kommunisten andererseits. Innerhalb dieses Bundes einerseits Marx/Engels, andererseits Schapper/Willich. Die Zersplitterung setzte sich fort: Lassalle auf der einen, Bebel/Liebknecht auf der anderen Seite. Innerhalb der SDAP, später in der SPD die Teilung zwischen Links, Zentrum, Rechts. Auch in der KPD gab es diverse Strömungen und dann Absplitterungen usw. Die Argumente, die man gegenwärtig gegen die Bewegung „#aufstehen“ darlegt, sind durchweg nicht stichhaltig. Ich habe eher den Eindruck, dass bestehende linke Parteien ihre Bedeutungslosigkeit (…) bisher nicht genau analysiert haben. Man muss sich fragen, warum beide Parteien aus dieser Klammer der Bedeutungslosigkeit nicht herauskommen. Auch warum die SPD weiter einen Sturzflug hinlegt. Wir sollten schon in die USA (Sanders) und nach Großbritannien (Corbyn) schauen, was man machen kann, um Menschen, besonders auch junge Menschen, für die Ideen des (marxistischen) Sozialismus zu gewinnen. Statt also gegen die Bewegung „#aufstehen“ zu wettern, sollten sich alle linken Kräfte dort engagieren. Das wäre dann eine wirklich dem Internationalismus verpflichtete Bewegung und keine egoistische und kleinkarierte Dümpelei.


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