Grundlagen infrage gestellt

Von Hajo Knoben, per E-Mail
|    Ausgabe vom 3. August 2018

Man kann sehr wohl unterschiedlicher Auffassung sein über die Bewertung der Ergebnisse des XX. Parteitags und der Rolle Stalins. Das sollte aber nicht dazu führen, zentrale Aussagen des Werks von Hans Heinz Holz infrage zu stellen. Wenn Nina Hager formuliert, „unter anderem wäre über seinen eher deduktiv orientierten Denkansatz bei der Entschließung der Dialektik zu streiten, über seine Totalitätsauffassung und auch sein Widerspiegelungskonzept“, sollte man sich über die Konsequenzen im Klaren sein: In Holzens Problemgeschichte der Dialektik findet sich dieser kritisierte Denkansatz nicht. Sein Widerspiegelungskonzept ist sozusagen die Grundlegung des Dialektischen Materialismus und seine Totalitätsauffassung ist die der Wissenschaft des Gesamtzusammenhangs. Was hier verharmlosend als streiten bezeichnet wird, ist das Infragestellen kommunistischer Grundlagen. Die von Nina Hager an anderer Stelle kritisierte mangelnde historisch-materialistische Analyse bei Holz sollte sie erst einmal leisten, was die Geschichte der DKP bzw. KPD anbelangt. Diese steht bis heute aus.


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