Stellenabbau

Sanierung auf Kosten der Beschäftigten
Von lm
|    Ausgabe vom 1. Juni 2018

73 Millionen Euro soll die Sanierung des Klinikums in Heidenheim in den nächsten Jahren kosten, davon sind 16 Millionen einem „Kardinalfehler bei der Kalkulation der Baukosten“ („Heidenheimer Zeitung“) zuzuschreiben. Fest steht: Das Klinikum macht Verluste, wie so viele Krankenhäuser in Deutschland. Bundesweit sollen es über die Hälfte, in Baden-Württemberg 40 Prozent aller Krankenhäuser sein.
In Heidenheim will man nun „sparen“: Mit Ausgliederungen von Versorgungsbereichen wie der Küche, der Wäscherei, Reinigung und Hausmeisterei sollen die Kosten gesenkt werden. Dazu gehört der Verkauf des „Schwesterngebäudes“ und die Anhebung der Parkgebühren.
Das Sanierungskonzept besteht aus ca. 60 Einzelmaßnahmen.
„Eigentlich müsste das Land 100 Prozent der Investitionen tragen“, sagte Matthias Einwag, Hauptgeschäftsführer der Baden-Württembergischen Krankenhausgeselschaft in der „Heidenheimer Zeitung“. Eigentlich.
DKP-Stadtrat Reinhard Püschel ist wichtig, dass nicht die Beschäftigten des Klinikums die Leittragenden sind: „Das Heidenheimer Klinikum ist mit einer hohen Millionenzahl verschuldet. Die Klinikleitung will das unter anderem mit Personalabbau und Auslagerungen regeln. Die Klinikmitarbeiterinnen und Klinikmitarbeiter sind bereits bis an ihre Grenzen belastet.“ Die Gesundheitsversorgung sei ein Grundrecht, die Krankenhausfinanzierung entsprechend eine Grundaufgabe von Bund und Ländern, so Püschel.
In Heidenheim wurden – unterstützt von ver.di – 5 404 Unterschriften gegen Stellenabbau und Auslagerung gesammelt. 80 Aktive übergaben diese bereits im März dem Aufsichtsrat des Klinikums. Laut ver.di fehlen 162000 Mitarbeiter in deutschen Krankenhäusern, im Klinikum Heidenheim sind es 197. Trotzdem sollen 45 Stellen abgebaut werden.
Püschel hat sich jetzt an die Heidenheimer Bundes- und Landtagsabgeordneten gewandt und sie aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Bund und Land die Kosten der Sanierung des Heidenheimer Klinikums übernehmen und nicht die Beschäftigten und Patienten ausbaden müssen, was die Politik der Privatisierung im Gesundheitswesen angerichtet hat.


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Leserbrief zu Artikel »Stellenabbau«, UZ vom 1. Juni 2018





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