DKP-Pressemitteilung

Nein zum PAG!

Ordnungszelle Bayern zum Unruheherd machen
Von DKP
|    Ausgabe vom 11. Mai 2018

Mit dem neuen PAG kann die Polizei: Post beschlagnahmen oder mitlesen, IT-Systeme durchsuchen, die dort gespeicherten Daten verändern oder löschen, V-Leute einsetzen und diese mit versteckten Kameras versehen, in unsere Wohnungen einbrechen, diese verwanzen, abhören und filmen, Umfangreiche DNA-Analysen anfertigen, die Aufschluss über Alter, Augenfarbe und andere Körpermerkmale geben, Demonstrationen filmen (unter anderem durch ferngesteuerte Drohnen) und per Gesichtserkennungssoftware die sich dort befindenden Personen identifizieren und vermeintliche „Gefährder“ mit einer Fußfessel versehen oder sie bis zu drei Monate in „Vorbeugehaft“ stecken.

Am 15. Mai möchte die CSU im bayerischen Landtag ein neues bayerisches Polizeiaufgabengesetz (PAG) verabschieden. Dieses sieht eine massive Ausweitung der polizeilichen Befugnisse bis hin zu Geheimdienst-Methoden vor. Die strikte Trennung von Polizei und Geheimdiensten, die als Lehre aus dem Faschismus in das Grundgesetz geschrieben wurde, wird damit zurückgenommen. Durch die Einführung des Begriffs der „drohenden Gefahr“ können Maßnahmen durchgeführt und Grundrechte eingeschränkt werden, ohne dass ein konkreter Anhaltspunkt vorliegen muss.
Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) verurteilt diese massive Gesetzesverschärfung und fordert die sofortige Rücknahme dieses Gesetzentwurfes. Sie ruft zu Protesten am 10. Mai 2018 in München auf, für die ein breites Bündnis unter Beteiligung von Gewerkschaften, Jugendorganisationen und Parteien organisiert wurde. Zehntausende werden zu diesen Protesten erwartet.
Die Gesetzesverschärfung soll Vorbild für die gesamte Bundesrepublik werden. Auch in anderen Bundesländern sind Neufassungen der Polizeiaufgabengesetze geplant – so auch in Baden-Württemberg unter dem grünen Ministerpräsidenten oder unter dem SPD-Grünen-Senat in Bremen. Bayern beweist damit seine Funktion als „Ordnungszelle“, die die gesamte Bundesrepublik nach rechts rücken soll.
Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP, sagt dazu: „Während die Militärausgaben in den kommenden Jahren verdoppelt werden sollen, jeder fünfte Euro künftig für die Bundeswehr und für Kriegseinsätze ausgegeben werden soll, soll auch an der Heimatfront aufgerüstet werden. Man will sich wappnen für möglichen Widerstand. Der Protest gegen das Polizeiaufgabengesetz steht damit in direktem Zusammenhang mit dem Aufruf „Abrüsten statt Aufrüsten“, der sich gegen die Verdoppelung des Militäretats wendet. Die von der CSU heraufbeschworene ‚drohende Gefahr‘ ist unser Widerstand gegen die herrschende Politik. Lasst uns aus Bayern einen Unruheherd machen!“

Mit dem neuen PAG kann die Polizei: Post beschlagnahmen oder mitlesen, IT-Systeme durchsuchen, die dort gespeicherten Daten verändern oder löschen, V-Leute einsetzen und diese mit versteckten Kameras versehen, in unsere Wohnungen einbrechen, diese verwanzen, abhören und filmen, Umfangreiche DNA-Analysen anfertigen, die Aufschluss über Alter, Augenfarbe und andere Körpermerkmale geben, Demonstrationen filmen (unter anderem durch ferngesteuerte Drohnen) und per Gesichtserkennungssoftware die sich dort befindenden Personen identifizieren und vermeintliche „Gefährder“ mit einer Fußfessel versehen oder sie bis zu drei Monate in „Vorbeugehaft“ stecken.


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Leserbrief zu »Nein zum PAG!«, UZ vom 11. Mai 2018





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