50 Jahre SDAJ

Wer kämpfen will, der muss lernen. Wer nicht kämpft, der lernt nichts.

Die SDAJ im neuen Jahrtausend – Kämpfen um Schule und Betrieb
Von CH
|    Ausgabe vom 3. Mai 2018

50 Jahre kämpft jetzt schon die SDAJ. In diesen vielen Jahrzehnten haben sich die Kampffelder nicht verändert. Es sind immer noch Schule und Betrieb, weil das die Orte sind, an denen Arbeiterjugendliche zusammenkommen, um zu lernen und die ersten Erfahrungen sammeln mit einer Gesellschaft, die auf dem Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit fußt. Seien es Kämpfe für Schulsanierungen oder eine Ausbildungsvergütung, die zum Leben reicht, wer nicht lernt für seine Interessen zu kämpfen, der wird sich auch später nur schwer aufraffen können, sich zu wehren. Schlimmer noch: „Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht!“ (Rosa Luxemburg).
Die SDAJ kämpft seit einem halben Jahrhundert und in diesem halben Jahrhundert hat sich die Welt verändert. Ohne die Sowjetunion und die DDR im Rücken kämpft es sich schwerer im Kapitalismus. Der deutsche Imperialismus hat seine historische Chance 1990 genützt und versucht geschickt seine Interessen immer selbstbewusster und immer aggressiver durchzusetzen – nach außen, wie nach innen. „Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ (Karl Liebknecht) ist für die SDAJ daher die Devise.
Der Klassenfeind nutzt heute die Digitalisierung der Arbeitswelt, um die Schere zwischen Arm und Reich noch mal kräftig auseinanderzudrücken. Lern- und Arbeitsverdichtung, Schmalspurausbildungen in allen Bereichen und befristete Jobs prägen den Alltag der Arbeiterjugendlichen. Dem stehen wenige, viel zu wenige Kampf­erfahrungen entgegen, auf die Arbeiterjugendliche zurückgreifen können. Ohnmacht, Resignation und Desorientierung sind die Folge und der Keimboden rechtspopulistischer und neofaschistischer Gruppierungen und Parteien. Daher will die SDAJ mit den Betroffenen in Schule und Betrieb Kämpfe für ihre unmittelbaren Lebensinteressen entwickeln und führen. Wer kämpfen will, der muss lernen. Wer nicht kämpft, der lernt nichts.
„Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen.“ (Jean Jaurès) Das heißt für die SDAJ, in den Schulen und den Betrieben Klarheit zu schaffen, dass jeder Cent, der uns bei der Ausbildungsvergütung und beim Lohn fehlt, frei ist, um in Rüstung, Bundeswehr und Krieg investiert zu werden. Jedes Schulgebäude, das saniert wird, verhindert ein bisschen das weitere Eskalieren der Kriege, die der deutsche Imperialismus führt.
50 Jahre SDAJ heißt 50 Jahre Kampf gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg, heißt 50 Jahre Kampf für Solidarität, Freundschaft und Sozialismus. Der Kampf geht weiter, weil er weiter gehen muss, wenn wir eine lebenswerte Zukunft für alle, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Nationalität, Weltanschauung, Geschlecht oder sexuellen Orientierung haben wollen. 50 Jahre SDAJ ist aber auch ein Grund zum Feiern, weil seit fünf Jahrzehnten allen Widrigkeiten und Rückschlägen zum Trotz sich Jugendliche gegen die bestehenden Verhältnisse auflehnen und für den Sozialismus kämpfen. Das will die SDAJ auf ihren drei Pfingstcamps vom 18. bis 20. Mai und auf dem UZ-Pressefest vom 7. bis 9. September mit all ihren Kampfgefährten aus 50 Jahren tun und alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter herzlich dazu einladen.


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Leserbrief zu »Wer kämpfen will, der muss lernen. Wer nicht kämpft, der lernt nichts.«, UZ vom 3. Mai 2018





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