Blockade geduldet

Von Volker Wirth, Berlin
|    Ausgabe vom 1. Dezember 2017

Dass eine solche Konferenz stattfinden konnte, ist ein großer Fortschritt. Denn dass es sich bei der Politik Israels in den (meisten) 1967 besetzten Gebieten um Siedlerkolonialismus handelt, ist offensichtlich. Dass die BDS-Kampagne – von ihr ist im Artikel leider keine Rede – gegen diese Politik und nicht gegen Juden oder Israelis gerichtet ist, sollte erwähnt werden. Ob man jedoch den Gazastreifen als „israelisch besetzt“ bezeichnen kann, ist m. E. fraglich; dort wurden alle Siedlungen aufgegeben, und de facto hat Israel dort keine militärisch-polizeiliche Macht (im Gegensatz zur Westbank), sondern belagert diesen m. E. letzten Rest des freien Palästina.
Ganz richtig wird von Idler gesagt, Israel errichte „auf der West-Bank ein ‚Apartheid-Regime‘“. Nicht im Gazastreifen! Es handelt sich dort also um eine Waffenstillstandslinie wie etwa in Zypern, in Korea oder in Kaschmir. Warum wird aber dann die israelische Blockade zu Lande (mit ägyptischer Hilfe) und zur See sowie in der Luft von der berühmt-berüchtigten „internationalen Gemeinschaft“ geduldet?


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