Stahlwerker haben die Faxen dicke

Von IGM/UZ
|    Ausgabe vom 1. Dezember 2017
 (Foto: Thomas Range)
(Foto: Thomas Range)

Rund 8 000 Beschäftigte aus allen deutschen Stahlstandorten von Thyssen-Krupp waren am Donnerstag letzter Woche auf der Straße. Sie demonstrierten im rheinland-pfälzischen Andernach gemeinsam für eine sichere Zukunft ihrer Werke und Arbeitsplätze.
Die meisten der Stahlwerker kamen aus dem Ruhrgebiet und dem Siegerland. Allein aus Duisburg reisten Beschäftigte von Thyssen-Krupp Steel Europe (TKSE)  in 35 Bussen an, um mit ihren rheinland-pfälzischen Kolleginnen und Kollegen am Thyssen-Krupp-Stahlwerk Rasselstein in Andernach gegen die Fusionspläne des Konzerns zu protestieren.
Seit September wissen die Beschäftigten, dass der Thyssen-Krupp-Konzern seine Stahlsparte mit dem indischen Stahlunternehmen Tata in einem Joint Venture zusammenbringen will. Aber immer noch schweigt der Konzernvorstand sich darüber aus, welche konkreten Pläne er für die deutschen Standorte hat. Nur, dass schon bald mindestens 2 000 Arbeitsplätze allein bei TKSE und genauso viele bei Tata wegfallen sollen, steht seit langem als Drohung im Raum.
IG Metall und Betriebsräte von Thyssen-Krupp haben große Zweifel, dass die Fusionspläne den deutschen Stahlwerken und ihren Beschäftigten sichere Perspektiven bieten.
Sowohl Thyssen-Krupp als auch Tata sind hoch verschuldet. Auf Tata lasten hohe Pensionsverpflichtungen für Beschäftigte in Großbritannien. Beide Unternehmen wollen Schulden in dem neuen Gemeinschaftsunternehmen verklappen: Tata 2,5 Milliarden und TKSE vier Milliarden. Thyssen-Krupp will auf diese Weise seine Konzernbilanz von den Altlasten des Brasilienabenteuers entlasten. „Die Stahlwerke wollen nicht die Bad Bank von Thyssen-Krupp werden“, sagt Wilhelm („Willi“) Segerath, der Konzernbetriebsratsvorsitzende.


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