Max Reichpietsch und Albin Köbis

|    Ausgabe vom 18. August 2017

Vor 100 Jahren, am 25. August 1917 – der I. Weltkrieg ging in sein viertes Jahr – fällte das Marine-Kriegsgericht in Wilhelmshaven das Todesurteil über Max Reichpietsch, Albin Köbis, Hans Beckers, W. Sachse und W. Weber. Vier Matrosen wurden zu 10 bis 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, 50 weitere Ma-trosen und Heizer erhielten Zuchthausstrafen von insgesamt 400 Jahren. Am 5. September wurde das Todesurteil auf dem Schießplatz Wahn bei Köln gegen den Heizer Reichpietsch und den Obermatrosen Köbis vollstreckt. Mit der Aburteilung von hunderten Marinesoldaten und der Hinrichtung der beiden „Anführer“ erhoffte sich die Kaiserliche Marineführung die dauerhafte Zerschlagung jeglicher Widerstandsregung gegen die Kriegführung. Nichts erinnert bis heute an die Ermordung der revolutionären Matrosen von 1917. Keine Gedenktafel – nichts.
100 Jahre nach dem Versuch der Niederstreckung der Antikriegsbewegung in der Kaiserlichen Marine tritt Deutschland wieder als imperiale Großmacht auf. Als Begründung für die Militärpolitik der Bundesregierung müssen Flüchtlingsströme und die Bedrohung durch Terrorismus herhalten. Diese sind aber vor allem Produkte der aggressiven NATO-Politik und des deutschen Imperialismus – also hausgemacht. Wilhelmshaven kommt als größtem Marinestützpunkt besondere Bedeutung zu. Hier befindet sich eine von zwei Einsatzflottillen mit insgesamt 15 Fregatten und dazugehörigen Versorgungsschiffen. Seit 2001 ist die deutsche Marine im ständigen Einsatz im Mittelmeer und am Horn von Afrika.
Für uns heißt an die Ereignisse von damals zu erinnern, aus der Geschichte zu lernen und zu erkennen, dass Militarisierung und Kriegspolitik nie im Interesse der arbeitenden Bevölkerung ist. Im Gegenteil, wir – die arbeitende Klasse – sind immer die Bevölkerungsklasse, welche die Folgen von Krieg am meisten zu spüren bekommt. Jeder Cent, der in die Rüstung geht, fehlt im Sozialen. Deshalb müssen wir Frieden fordern, denn in letzter Konsequenz kann es nur die arbeitende Bevölkerung sein, die einen konsequenten und dauerhaften Frieden im Interesse der Menschen erkämpfen wird.

Kundgebung am Samstag, 26.8.2017, 13.30 Uhr Rambla/Wilhelmshaven

Es sprechen die Bundestagskandidaten der DKP für Niedersachsen
Achim Bigus, Stellvertretender Vorsitzender der DKP Niedersachsen, und Björn Schmidt, Sprecher des Arbeitskreises „Frieden“ in der DKP


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Leserbrief zu »Max Reichpietsch und Albin Köbis«, UZ vom 18. August 2017





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