Freiheitskämpfer oder Separatisten

Von Wolfgang Quere, Borken
|    Ausgabe vom 30. Juni 2017

Ich kann verstehen, wenn Manfred Ziegler davor warnt, dass die Kurden in Syrien einen Pakt mit dem Teufel eingehen, indem sie sich in ihrem Unabhängigkeitskampf mit den USA verbünden. Ich stimme ihm völlig zu, wenn er schreibt, dies könnte „das Ende des Traums von der kurdischen Unabhängigkeit“ werden. Die sozialistisch orientierte und mit der PKK verbündete YPG jedoch als „die Bodentruppen der USA“ zu bezeichnen, halte ich da nun doch für weit hergeholt.
Und richtig erschreckend finde ich es, wenn er davon schreibt „die so wichtige Einheit Syriens zu erhalten“. Seit wann ist uns die Erhaltung der territorialen Einheit irgendwelcher Nationalstaaten so wichtig? Haben wir nicht immer Freiheitskämpfe von Völkern unterstützt, die ihre Selbstbestimmung und das Recht auf ein eigenes Land forderten? Sei es der Befreiungskampf der Palästinenser, der Unabhängigkeitskampf der Donezk-Region von der Ukraine, oder eben gerade auch der kurdische Kampf um Unabhängigkeit.
Sollen wir jetzt etwa unterscheiden zwischen „guten“ Freiheitskämpfern in Donezk und „bösen“ Separatisten in Kurdistan?


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