Die KKE übersehen

Von Thomas Mehner, Krefeld
|    Ausgabe vom 23. Juni 2017

2015 standen sich grob gesagt drei Positionen gegenüber: Die abgehalfterten Neoliberalen von ND und Pasok, die reformistische Syriza und die kommunistische KKE (die Hübingers Betrachtung komplett ignoriert!). Die Neoliberalen waren katastrophal gescheitert, Syriza gerierte sich als linke Reformalternative, nicht nur gegen ND und Pasok, sondern auch gegen die KKE, die Syrizas systemkonformen, reformistischen, EU-orientierten Weg als illusionär erkannte und nur den Weg heraus aus EU und Euro für möglich im Sinne eines Endes der ökonomischen und politischen Erdrosselung der Mehrheit der Griechen hielt.
Bei Syriza gab es solchen Antimonopolismus weder in der Theorie noch in der praktischen Politik, was unfreiwillig auch die Überschrift über den Leserbrief verrät: „Den Klassengegner übersehen“. Dafür aber die altbekannte Funktion von Sozialdemokraten, die Menschen mit Illusionen, Ängsten und Versprechungen von einer Hinwendung zu revolutionären Kräften, hier der KKE, abzuhalten.
Das Ergebnis ist bekannt: Syriza gewinnt die Wahlen, versagt und endet als Erfüllungsgehilfe des Monopolkapitals. Wenn sich Menschen nun aus ihrer Enttäuschung über das Totalversagen „linker“ Politik von Syriza und ihrer daraus resultierenden Desorientierung heraus nach rechts, zu den Faschisten und ihren demagogischen Versprechungen hinwenden, mag das vielleicht nicht direkt beabsichtigt sein, ist jedoch klare Konsequenz von Syrizas Politik. Was uns zu tun bleibt, ist die solidarische Unterstützung der KKE und der Antimonopolismus, sprich Klassenkampf gegen unser eigenes Monopolkapital.


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