Kultur

Marx, Darwin und der Speichelfluss

Im Roman begegnen sich zwei Genies, die sich nie trafen
Ulrich Macher
Ausgabe vom 15. September 2017

Dieses Buch löst mit seinem wunderschönen Titel ein Reiz-Reaktion-Schema aus, wie es der russische Mediziner Pawlow bei seinem Hund beschrieb: dieser war so konditioniert, dass Speichelfluss beim …

Gedächtnis einer Nation

Ein Demokrat, der sich um Dialektik bemühte: Julius Mosen
Dieter Erbe
Ausgabe vom 15. September 2017
 (Foto: http://www.literaturgesellschaft-vogtland.de)

(Foto: http://www.literaturgesellschaft-vogtland.de)

Ein neues Buch über Julius Mosen? Aber wer ist das? Viele Menschen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 15. September 2017

Gezerre Vor wenigen Tagen legten Wissenschaftler ein Zehn-Punkte-Papier vor, in dem sie sich für den Erhalt eines starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks einsetzen, sich gleichzeitig aber für eine Reform der Anstalten aussprachen. Der …

Diktatur der Unzulänglichkeiten

In „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“ ist der kreative Arbeiter verblendet und verzweifelt
Ken Merten
Ausgabe vom 8. September 2017

Ein „Marsch auf Berlin“ erwartet uns erst im zweiten Teil von Roman Ehrlichs zweitem Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“. Vorher aber erfahren wir durch Ich-Erzähler Moritz, wie der vom ehemaligen Kommilitonen und …

Bekenntnis zu Tradition und Zeitgeist

Zu Armin Stolpers Büchern Meine „Leute und ich selbst“ und „Aus Sachsen! Ei, ei! aus Sachsen!“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 8. September 2017

Er ist ein unermüdlicher Schriftsteller und er hat viel zu erzählen. Er bekennt sich zu Autoren wie Lessing und Gerhart Hauptmann, in deren Tradition er sich sieht, und ist stolz auf den Lessingpreis, den er, neben vielen anderen …

Kämpfer für die Freiheit

Vor 70 Jahren starb Hans Kahle
Werner Abel
Ausgabe vom 1. September 2017
Richard Staimer (links), zu dieser Zeit Kommandeur der XI. Internationalen Brigade, in der Mitte der sowjetische Journalist und Berichterstatter über den Spanischen Krieg Michail Kolzow und rechts Hans Kahle (1936/37) (Foto: Unbekannt/ public domain)

Richard Staimer (links), zu dieser Zeit Kommandeur der XI. Internationalen Brigade, in der Mitte der sowjetische Journalist und Berichterstatter über den Spanischen Krieg Michail Kolzow und rechts Hans Kahle (1936/37) (Foto: Unbekannt/ public domain)

Als Thomas Mann seine berühmte Feststellung traf, dass der Antikommunismus die Grundtorheit der Epoche sei, wird auch die Phantasie des großen Schriftstellers nicht für die Vorstellung gereicht haben, dass diese Grundtorheit eines Tages …

Denk ich an Deutschland in der Nacht

Kommissar Vincent Che Veih erkennt „Es kommt alles wieder“
Bee
Ausgabe vom 1. September 2017
Horst Eckert, Wolfsspinne. Rowohlt Verlag, Hamburg 2016, geb., 488 S. 19,95 Euro

Horst Eckert, Wolfsspinne. Rowohlt Verlag, Hamburg 2016, geb., 488 S. 19,95 Euro

Eisenach, 4. November 2011. Zwei Männer werden tot in einem Wohnmobil …

Andalusische Tiefpunkte

Verbrechen mit Wurzeln in der Vergangenheit
Uli Brockmeyer
Ausgabe vom 1. September 2017

Danny Sanchez, freischaffender britischer Journalist mit spanischen Wurzeln, pendelt zwischen Broterwerb und Suche nach Wahrheiten. Er und sein Freund Paco recherchieren im andalusischen Almería über die Umstände des Todes einer jungen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 1. September 2017

Computerspiele als Kulturgut? In Köln ging die Spielemesse Gamescom mit einem Besucherrekord (mehr als 350 000) zu Ende. Für den Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sind Computerspiele selbstverständlich Teil des …

Schuldig, weil Feind

Peter Millers Dokumentarfilm „Sacco und Vanzetti“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 25. August 2017
Sacco und Vanzetti (Foto: Gemeinfrei)

Sacco und Vanzetti (Foto: Gemeinfrei)

Die USA als Land von „freedom & democracy“ und unbegrenzten Möglichkeiten, das war wohl ihr Traum, als Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, zwei von vielen jungen Italienern, 1908 dorthin auswanderten. Knapp 20 Jahre später, am 23. …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 25. August 2017

Starke Worte Die für Ende August angekündigte documenta-Performance „Auschwitz on the beach“ des Italieners Franco Bifo Berardi sorgt in Kassel für Empörung. Die documenta relativiere „mit diesem Titel die nationalsozialistische …

Unschuldig fühlen wollen

Eine Rede des vergangene Woche in Spanien festgenommenen Schriftstellers Dogan Akhanli
Ausgabe vom 25. August 2017

Der in Deutschland lebende und arbeitende Schriftsteller Dogan Akhanli ist vergangene Woche auf Verlangen der türkischen Regierung in Spanien festgenommen worden. Am 20. August kam der 60-Jährige wieder frei, darf aber Spanien bis auf …

Blockieren, löschen, rausschmeißen

Internetfirmen und ihre faschistischen Kunden
Wiljo Heinen
Ausgabe vom 25. August 2017

In Reaktion auf den rechten Terror von Charlottesville haben auch große Internet-Plattformen rassistische und faschistische Propaganda blockiert, gelöscht und rausgeschmissen. Ich leugne nicht, dass es mich freut, wenn Facebook rechte …

Unerfüllte Liebe, verlorene Hoffnungen

Diether Dehms Roman „Bella Ciao“ jetzt als Hörbuch
Gerhard Feldbauer
Ausgabe vom 18. August 2017
„Flügel de Widerstands“ von Pericle Fazzini in einem Park in Ancona (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Monumento_alla_Resistenza_(Ancona)?uselang=de#/media/File:Ancona_-_Monumento_alla_Resistenza_al_Pincio_-_Pericle_Fazzini.jpeg]Beta16[/url])

„Flügel de Widerstands“ von Pericle Fazzini in einem Park in Ancona (Foto: Beta16 / Lizenz: CC BY-SA 4.0)

„An ihrer Schulter, da wird es hell schon Oh bella ciao, bella ciao, bella ciao, ciao, ciao. Es war so warm hier, an deinem Arm hier Da draußen werd‘ ich bald schon frier‘n. … Sah Blut an Hütten, sah Frauen bitten …

Kultur für alle

Wie die SPD sich Kulturpolitik vorstellt
Herbert Becker
Ausgabe vom 11. August 2017

An der Kulturpolitik der SPD erkennt man die Perspektivlosigkeit sozialdemokratischer Politik. Das eine meinen, das andere machen.

Interview

„Dieser Film hat mich gefunden“

Im Gespräch mit Christian Weisenborn
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 11. August 2017
Von den Nazis verfolgt und nach der Befreiung wie viele andere Widerstandskämpfer als „Verräter“ denunziert: Günter Weisenborn.

Von den Nazis verfolgt und nach der Befreiung wie viele andere Widerstandskämpfer als „Verräter“ denunziert: Günter Weisenborn.

Christian Weisenborn, Jahrgang 1947, ist der Sohn des Schriftstellers und Widerstandskämpfers Günther Weisenborn. Über seinen neuen Film „Mein Vater, die Rote Kapelle und ich“ sprach mit ihm für die UZ Hans-Günther Dicks. Eine Rezension …

Verteidigung der Sündenböcke

„Fremde in der Stadt“ – die neue CD von Werner Lutz
Eva Petermann
Ausgabe vom 11. August 2017

Nach der CD „Das Vorletzte“ hat der Erlanger Liedermacher Werner Lutz wieder eine CD herausgebracht: „Fremde in der Stadt“. Im Zentrum des im März 2017 erschienenen Albums, eingespielt mit den Begleitmusikern Mario Bock (Saxophon) und …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 11. August 2017

Warum nur? Die vor gut zwei Jahren in einer Bad Dürkheimer Lagerhalle entdeckte NS-Kunst bleibt vorerst unter Verschluss. Das damit verbundene Ermittlungsverfahren wegen Hehlerei laufe noch, sagte ein Sprecher der Berliner …

Späte Wiedergutmachung

Christian Weisenborns Film „Die guten Feinde“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 4. August 2017
Berlin-Plötzensee – Hinrichtungsstätte (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gedenkstaette_Ploetzensee01.jpg]Bild[/url])

Berlin-Plötzensee – Hinrichtungsstätte (Foto: Bild / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Ein Strandidyll aus den 1960er Jahren, gedreht auf Schmalfilm, grobkörnig, schwarzweiß, unscharf: zwei hochgewachsene Jungs, die unter den Augen der Eltern munter ins Wasser springen. Im Juli 2017 stehen die beiden Brüder auf der Bühne …

Die Vergangenheit ist nicht tot

Eine ganze Region im Würgegriff von Gier und Macht
Bee
Ausgabe vom 4. August 2017

Narciso Lazare ist ein Montpellierain, ein Stadtmensch durch und durch. Sein derzeitiger Aufenthalt in den Bergen der südlichen Cevennen ist seiner Trägheit und mangelnden Geistesgegenwart geschuldet. Nun hat er den halb verfallenen Hof …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 4. August 2017

Forschen ohne Daten Mit Geschichte, Ursachen und Wirkung der Ausgrenzung von Sinti und Roma in Deutschland und Europa befasst sich die neue Forschungsstelle „Antiziganismus“ an der Universität Heidelberg. Es ist das bundesweit erste …

Feinkost für den Sandkastenstrategen

Das feldgraue Magazin „Militär & Geschichte“
Werner Sarbok
Ausgabe vom 4. August 2017

Auf der Homepage von „Militär & Geschichte“ verspricht das Magazin spannende Einblicke in die Vergangenheit. Die Vergangenheit soll beleuchtet werden, „ohne sie mit Ideologie zu befrachten“. Der …

Kurz vorm Ausschlachten

fv
Ausgabe vom 4. August 2017

Die Fernsehserie „Game of Thrones“ ist ein Verkaufsschlager. Die werbewirksamen Diskussionen um die 7. Staffel, die vom Bezahlsender HBO derzeit ausgestrahlt wird, ziehen sich bereits über mehrere Monate, die Fangemeinde bittet zum …

Eine sanfte, unüberhörbare Stimme

Peter Härtling starb am 10. Juli 2017 im Alter von 83 Jahren
Rudi Hechler
Ausgabe vom 21. Juli 2017
 (Foto: hr/Sascha Rheker)

(Foto: hr/Sascha Rheker)

Wenn man über einen was schreiben will, den man gut kennt, klickt man eigentlich nicht bei Google. Ich habe es dummerweise doch getan und bin erschlagen. Hunderte Einträge – akademische Klugscheißereien, Biographieversuche, endlose …

Der Commissario und die Krebse

Montalbano sieht in die Zukunft und muss sich entscheiden
Bee
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Marinella, Szilien. Das Wetter ist unbeständig. Montalbano, immer wetterfühliger, launischer, unbeherrschter, wird zu einen Tatort im Nirgendwo gerufen. Der Tote ist der „Signori e Questori“ Bonetti-Alderighi. Ein Traum, aber ein sehr …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Vorbildlich? Knapp eine Woche nach dem G20-Gipfel waren gut 2 000 Polizisten zu einem Sonderkonzert in der Hamburger Elbphilharmonie eingeladen. Das Hamburger Abendblatt hatte gesponsert, Innenminister de Maizière dankte den Beamten …

Von Athen nach Kassel

Selbstverkörperung oder gesellschaftliche Verantwortung
Klaus Stein
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Die Documenta Nr. 14 verwirrt zunächst. Sie ist riesig, umfänglicher als die Nr. 13. Allein 35 Orte in Kassel präsentieren die Exponate, weitere 47 sind es in Athen. Über 200 Künstler stellen ihre Werke aus. Der um den Überblick bemühte …

Der listige König

Eine Kalendergeschichte
Erasmus Schöfer
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Odüsseas von I. war ein königlicher Held, der lange vor dem berühmten Sokrates in Griechenland ein ebenso berühmtes Heldenleben geführt hat. Zwar hat ihn von den Griechen, die wir kennen, keiner gesehn. Von ihm erzählt aber wurde so oft …

Kolumne

Enteignet Springer!

Hans-Peter Brenner
Ausgabe vom 21. Juli 2017
Hans-Peter Brenner ist stellvertretender Vorsitzender der DKP

Hans-Peter Brenner ist stellvertretender Vorsitzender der DKP

Hamburg spielt eine wichtige Rolle in meinem Leben. Hier begann ich …

Die blutigen Szenarien

Zur Sammlung „Für alle reicht es nicht – Texte zum Kapitalismus“ von Heiner Müller
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 14. Juli 2017
Heiner Müller: „Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden“.  4.11.1989, Berlin-Alexanderplatz (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_M%C3%BCller#/media/File:Bundesarchiv_Bild_183-1989-1104-047,_Berlin,_Demonstration,_Rede_Heiner_M%C3%BCller.jpg]Bundesarchiv[/url])

Heiner Müller: „Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden“. 4.11.1989, Berlin-Alexanderplatz (Foto: Bundesarchiv / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Kürzlich war im Vorwort einer wissenschaftlichen Abhandlung zur Literatur der DDR zu lesen, dass „selbst ein Dramatiker von Weltrang wie Heiner Müller“, aber auch Günter de Bruyn, Volker Braun und Christoph Hein „nur noch Kennern …

Politik, ein Dschungelcamp

Franzobel zur Eröffnung der Klagenfurter Literaturtage
Ausgabe vom 14. Juli 2017

Das alljährliche Spektakel, genannt „Tage der deutschsprachigen Literatur“ und verbunden mit reichlich Preisgeld für den „Ingeborg-Bachmann-Preis“ fand zum 41. Mal in Klagenfurt statt. Der ORF überträgt live und stundenlang die Lesungen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 14. Juli 2017

Beihilfe Der US-Internetkonzern Google wird Medienberichten zufolge auf seinen digitalen Landkarten „Google Maps“ und „Google Earth“ künftig die indigenen Gebiete in Brasilien anzeigen. Der Konzern kündigte an, dafür mit der …

„Denn ohne Kampf ist kein Leben“

Vor 150 Jahren wurde Käthe Kollwitz geboren
Eva Petermann
Ausgabe vom 7. Juli 2017

"Losbuch", Blatt 5 aus dem Zyklus "Bauernkrieg", 1902/1903 (Foto: KKMK)

Aus vielen Selbstporträts der Käthe Kollwitz schaut uns ein ernstes, herbes Gesicht an. Aber hatte sie denn nicht viel Glück in ihrem Leben? Sie wusste früh, dass sie Künstlerin werden wollte – ein verwegener Wunsch für ein junges …

Neo Rauch – alles hängt mit nichts zusammen

Vom Sozialistischen Realismus zum „narrativen Realismus“?
Jürgen Meier
Ausgabe vom 7. Juli 2017
Kalimuna (Stadt aus der Hethiter-Zeit, 2. Jahrtausend v. d.Z.), Neo Rauch meint aber, den Verkauf von Kalisalzen und Munition in dieser Straße als Ortung für was auch immer darstellen zu müssen. (Foto: [url=https://www.flickr.com/photos/wm_archiv/14911022380] Allie_Caulfield/flickr.com[/url])

Kalimuna (Stadt aus der Hethiter-Zeit, 2. Jahrtausend v. d.Z.), Neo Rauch meint aber, den Verkauf von Kalisalzen und Munition in dieser Straße als Ortung für was auch immer darstellen zu müssen. (Foto: Allie_Caulfield/flickr.com / Lizenz: CC BY 2.0)

Neo Rauch trifft wieder auf seinen Lehrer Arno Rink: In der Grafikstiftung Neo Rauch in Aschersleben (bis April 2018) ist jetzt eine Doppelschau mit Werken der beiden Leipziger Künstler zu sehen. Der Maler und Grafiker Neo Rauch, dessen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 7. Juli 2017

Kölner Opernsanierung Ungefähr doppelt so teuer und sieben Jahre länger als geplant dauern wird die Sanierung der Kölner Bühnen. Nach aktuellem Stand wird sie sich bis Ende 2022 hinziehen und zwischen 545 und 570 Millionen Euro kosten. …

Pop gegen Links

Das Netzwerk „Global Citizen“ veranstaltet ein Gratis-Festival zum G20-Gipfel
Kai Degenhardt
Ausgabe vom 30. Juni 2017
Mit Händchenhalten und guter Laune gegen die Schrecken des Kapitalismus. (Foto: lobalcitizen.org)

Mit Händchenhalten und guter Laune gegen die Schrecken des Kapitalismus. (Foto: lobalcitizen.org)

Coldplay, Shakira, Herbert Grönemeyer, Pharrell Williams, Ellie Goulding, Andreas Bourani, Elyas M‘Barek, Florian David Fitz und viele andere – sie alle werden am 6. Juli auf die Bühne einer Hamburger Mehrzweckhalle kommen und sich „für …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 30. Juni 2017

Preußens Gloria Die Garnisonkirche in Potsdam war 1968 gesprengt worden. Sie galt als Symbol des Militarismus. Angesichts des aktuellen Erstarkens rechter und faschistischer Kräfte in Deutschland und in Europa kann man sich lebhaft …

Weil nichts bleibt, wie es war

Hannes Wader wird 75 Jahre alt und ist auf Abschiedstournee
Stefan „Schmiddl“ Schmidt
Ausgabe vom 23. Juni 2017
Hannes Wader beim „Festival der Jugend“ in Dortmund, 1978 (Foto: UZ-Archiv, Manfred Scholz)

Hannes Wader beim „Festival der Jugend“ in Dortmund, 1978 (Foto: UZ-Archiv, Manfred Scholz)

Knarz. Hannes knarzt. Er …

Der Sieg des Lichts über die Dunkelheit

Die Blockade von Leningrad, Schostakowitsch und die Revision der Geschichte
Jenny Farrell
Ausgabe vom 23. Juni 2017

Der kalte Krieg gegen Russland – ehemals Sowjetunion – geht weiter. Dazu gehört auch die Entsorgung der zahlreichen Gräueltaten aus dem öffentlichen Bewusstsein, die Nazi-Deutschland an der sowjetischen Bevölkerung beging, sowie der …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 23. Juni 2017

Schaufenster Als Ideenschmiede und Zukunftswerkstatt hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn gewürdigt. Das Haus hat am Wochenende sein 25-jähriges Bestehen …

documenta 14

Angebote der Marx-Engels-Stiftung am 30. Juni und 1. Juli in Kassel
Ausgabe vom 23. Juni 2017

Die Marx-Engels-Stiftung wird auch die diesjährige documenta mit einer Tagung begleiten. Sie soll Maßstäbe vermitteln, um die Besucher nicht hilflos dem gegenüberstehen lassen, was die Ausstellung bietet. Am 30. Juni wird Klaus Stein …

Eine „andere“ Geschichte

Zu Christoph Heins neuem Roman „Trutz“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 16. Juni 2017

Zu Beginn des Romans gerät der Erzähler „aus Versehen“ in eine Veranstaltung „Feindliche Freunde“, in der es „im Gebäude der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ um deutsch-russische Verhältnisse geht. Der Erzähler ist als …

Grup Yorum soll nicht auftreten dürfen

Fuldaer CDU-Oberbürgermeister unterwirft sich Erdogan
UZ
Ausgabe vom 16. Juni 2017
Grup Yorum auf dem UZ-Pressefest 2016 (Foto: Shari Deymann)

Grup Yorum auf dem UZ-Pressefest 2016 (Foto: Shari Deymann)

Am 17. Juni veranstaltet der Deutsche Freidenker-Verband (DFV) auf dem Messegelände in Fulda ein Kulturfestival mit internationaler Beteiligung. Neben dem chilenischen Liedermacher Nicolás Miquea und dem Rapper Zynik sowie anderen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 16. Juni 2017

Schleimspur Die Theater und Orchester wollen die Gesellschaft nach Vorstellungen des Deutschen Bühnenvereins ermutigen, sich für Demokratie und eine offene Gesellschaft einzusetzen. Sie leisten ihren Beitrag durch ihre künstlerischen …

Das Methfesselfest in Hamburg

Ausgabe vom 16. Juni 2017

  Da steht sie wieder, die Kogge der DKP, unübersehbar mitten auf dem Else-Rauch-Platz und die Anwohner wissen, es ist wieder Methfesselfest. Die Kogge wurde Ende der 1970er Jahre gebaut als …

Der Rote Oktober und die Medien

Vier Beiträge zur Oktoberrevolution 1917
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 9. Juni 2017
1917 – Der wahre Oktober

1917 – Der wahre Oktober

Große Jahrestage sind auch Medienereignisse, und die Art, wie sie zelebriert werden, spiegelt oft weniger das historische Ereignis als die mediale Gegenwart. Das derzeit allgegenwärtige „Luther-Jahr“ ehrt nicht nur den Kirchenreformer. …

Kultursplitter

Ausgabe vom 9. Juni 2017

Stätten der Weltkultur bedroht Einen besseren Schutz von Stätten des Weltkultur- und des Weltnaturerbes fordern Nichtregierungsorganisationen, die sich im Verein „World Heritage Watch“ zusammengeschlossen haben. Aus Anlass des …

Endlich Peter-Alexander-Filme streamen

Mehr „europäische Kultur“ bei Netflix und Co., aber auch mehr Werbung
Herbert Becker
Ausgabe vom 9. Juni 2017
In Zukunft wird der Held jedes Netflix-Films die Werbung für einen europäischen Konzern sein. (Foto: [url=Foto: http://mss-stage6tas.wikispaces.com/Food+Product+Development]Food+Product+Development[/url])

In Zukunft wird der Held jedes Netflix-Films die Werbung für einen europäischen Konzern sein. (Foto: Food+Product+Development)

Netflix, Maxdome, Amazon Prime und andere Internetanbieter bestreiten den überwiegenden Teil ihres Angebots aus US-amerikanischen Serien und Filmen. Dies ist den „europäischen Institutionen“, also EU-Ministerrat, EU-Kommission und …

Vom Senftöpfchen auf die Pressefestbühne

Mit Poesie und Widerstand geht Konstantin Wecker durchs Leben
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 2. Juni 2017
Konstantin Wecker auf dem UZ-Pressefest 2014 (Foto: Shari Deymann)

Konstantin Wecker auf dem UZ-Pressefest 2014 (Foto: Shari Deymann)

Irgendwann Mitte der 70er Jahre bin ich mit Freunden im Senftöpfchen in Köln. Jungem Nachwuchs der Kabarett- und Kleinkunstszene wurde hier ein Sprungbrett geboten, viele begannen hier ihre Karriere. Jetzt also ein mir ganz und gar …

Wir hatten ja nichts

funk – Öffentlich-Rechtes für Jugendliche
Ausgabe vom 2. Juni 2017

Als die Fernsehsender EinsPlus und ZDFkultur eingestellt wurden, war ursprünglich geplant, dafür einen neuen Jugendsender von ARD und ZDF aus der Taufe zu heben. Richtiges, lineares Fernsehen also. Dazu kam es nicht, stattdessen gibt es …

Dichtung, die politisch wirkt

Die Klang- und Formfülle der Gedichte Georg Herweghs begeistert bis in die Gegenwart
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 26. Mai 2017
„Ich bin ein freier Mann und singe/Mich wohl in keine Fürstengruft.“ Im Deutschland Bismarcks wollte Georg Herwegh nicht begraben sein. So fand er in Liestal im Schweizer Kanton Basel-Land seine letzte Ruhestätte. (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Georg_Herwegh?uselang=de#/media/File:Liestal_2014_Georg_Herwegh_Denkmal.jpg]Sputniktilt[/url])

„Ich bin ein freier Mann und singe/Mich wohl in keine Fürstengruft.“ Im Deutschland Bismarcks wollte Georg Herwegh nicht begraben sein. So fand er in Liestal im Schweizer Kanton Basel-Land seine letzte Ruhestätte. (Foto: Sputniktilt / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Georg Herweghs 200. Geburtstag am 31. Mai 2017 ist leicht zu …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 26. Mai 2017

Grütters verteidigt Kreuz Kulturstaatsministerin Grütters hat das geplante vergoldete Kreuz auf der Kuppel des neuen Berliner Stadtschlosses gegen Kritik verteidigt. Die hiesige Kultur habe ihre Wurzeln in einem christlichen …

Stalin in Stars Hollow

Wie die Gilmore Girls immer wieder Stalin bemühen
Arne Sörensen
Ausgabe vom 26. Mai 2017
 (Foto: [url=https://www.flickr.com/photos/23412868@N03/5341066529]jeffmason[/url])

(Foto: jeffmason / Lizenz: CC BY 2.0)

Gerade wurde mit großem Pomp eine der erfolgreichsten Serien der 2000er Jahre beerdigt. Der Streamingdienst Netflix hatte exklusiv vier abschließende Folgen der „Gilmore Girls“ produziert, die den Zuschauer wieder mitnehmen ins …

Dionysos als Weltenretter?

Ruhrfestspiele 2017 – „aus dem Geiste der Verunsicherung“
Klaus Wagener
Ausgabe vom 19. Mai 2017
Szene aus „Der Sandmann“ (Foto: Ruhrfestspiele / Lucie Jantsch)

Szene aus „Der Sandmann“ (Foto: Ruhrfestspiele / Lucie Jantsch)

Nathanael hat ein Psychoproblem. Seine alte Amme hat ihm als Kind ein Ammenmärchen aufgetischt, an dessen Spätfolgen der heranwachsende, flatterhaft-egozen­trische Student immer noch leidet. Der Sandmann ist in dieser Story eben nicht …

Kultursplitter

Ausgabe vom 19. Mai 2017

Weg damit Es kam doch, wie es schlechter nicht hätte kommen können: Der Kulturausschuss der Stadt Düsseldorf hat eine Verlängerung der Gastprofessur des bekannten Musical-Komponisten und Produzenten Dieter Falk an der …

Bilder aus Liebe zu den Menschen

Helmut Rau hat gemalt, was er sah und was er fühlte
Margret Krützner/Manfred Idler
Ausgabe vom 12. Mai 2017
Helmut Rau

Helmut Rau

Man schreibt das Jahr 1955. Ein junger Mann im Gefängnis, er malt. Sein erstes Ölbild entsteht, ein Stillleben. Es zeigt einen Blechbecher, darauf die Nummer 409, ein Brettchen, einen Apfel, eine Zwiebel und ein kleines Messer. Das …

Erkenntnis mit satirischen Mitteln

Veranstaltung der Marx-Engels-Stiftung zu Gisela Elsners Leben und Werk
Eva Petermann
Ausgabe vom 12. Mai 2017

„Wegbereiterin einer weiblichen Tradition moderner Satire“ – so lautet das Fazit eines Features des Bayerischen Rundfunks am 29. April, also wenige Tage vor Gisela Elsners Geburtstag. Trotz einiger Brüche in ihrem Werk bestreitet heute, …

Metropole des politischen Liedes

Seit 20 Jahren Festival in Weißenbach am Attersee
Ausgabe vom 12. Mai 2017

1997 war die Geburtsstunde eines einzigartigen Musikfestivals, das in Österreich seinesgleichen sucht: Das Festival des politischen Liedes. Vom 15. bis 18. Juni 2017 wird der kleine Ort Weißenbach am Attersee wieder zum Zentrum …

Heimatlos in der Fremde

Gedanken zur Bücherverbrennung durch die deutschen Faschisten
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 5. Mai 2017
„Wir übergeben den Flammen die Schriften von …“ -Bücherverbrennung am Berliner Opernplatz. (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland#/media/File:Bundesarchiv_Bild_102-14597,_Berlin,_Opernplatz,_B%C3%BCcherverbrennung.jpg]Bundesarchiv, Bild 102-14597 / Georg Pahl[/url])

„Wir übergeben den Flammen die Schriften von …“ -Bücherverbrennung am Berliner Opernplatz. (Foto: Bundesarchiv, Bild 102-14597 / Georg Pahl / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

10. Mai 1933, Mittwochabend. In Deutschland lodern Scheiterhaufen, Bücher brennen, Zeugnisse des intellektuellen Lebens werden in den Flammen vernichtet. Darunter die Werke von Heinrich und Thomas Mann, Alfred Kerr, Sigmund Freud, Albert …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 5. Mai 2017

„Lola“ Filmpreise Das Spektakel der Gala zu den Filmpreisen ist eher ein bemühter Abklatsch vergleichbarer US-Veranstaltungen. Dennoch ist eines positiv zu vermerken, denn erstmals ging die Mehrzahl aller Auszeichnungen an weibliche …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 28. April 2017

Verdiente Ehrung Der Heinrich-von-Kleist-Preis, ein bedeutende Auszeichnung für literarisches Schaffen, wird seit 1912 verliehen, besondere Praxis ist, dass nicht eine Jury, sondern ein einzelner Künstler den Preisträger benennt. Für …

Interview

Kommunistin aus Haltung und Überzeugung

Die Schriftstellerin Gisela Elsner (1937–1992)
Mathias Meyers
Ausgabe vom 28. April 2017
Dr. Christine Künzel

Dr. Christine Künzel

Gisela Elsner Ruf aus der tiefsten Tiefe des Unlands All jenen professionellen, passionierten Antikommunisten, die jetzt feixend und händereibend behaupten: ENDLICH SEID IHR KOMMUNISTEN AM ENDE, müssen wir deutschen Kommunisten, egal, ob wir nun hüben oder drüben hausen, erwidern: DAS IST NICHT WAHR: WIR FANGEN GERADE WIEDER EINMAL AN, DEN ANFANG DES ANFANGS DES WEGES ZU SUCHEN, DER UNS MÖGLICHERWEISE ZU UNSEREM ZIEL FÜHREN KANN. Selbst wenn sich dieser Weg wieder einmal als ein falscher Weg erweisen sollte, wird dies wenigstens den Vorteil haben, dass unsere Nachgeborenen wissen, welchen weiteren von uns eingeschlagenen Weg sie keineswegs einschlagen dürfen. Selbst wenn unsere Nachgeborenen ebenfalls einen Weg einschlagen sollten, der sich abermals als ein weiterer falscher Weg erweisen sollte, wird dies ebenfalls wenigstens den Vorteil haben, dass die Nachgeborenen unserer Nachgeborenen wissen, welche Wege sie keineswegs einschlagen dürfen. Irgendwann werden hoffentlich irgendwelche Nachgeborenen der Nachgeborenen unserer Nachgeborenen den richtigen Weg einschlagen, der sich offensichtlich inmitten eines Wirrwarrs von Irrwegen in diesem Unland befindet, das die bedeutschten Deutschen, die im Gegensatz, zu den unbedeutschten Deutschen immer in der Mehrheit sind, ihre Heimat heißen. (…) Gisela Eisner Der Text ist abgedruckt in „Flüche einer Verfluchten“, erschienen im Verbrecher Verlag Berlin. Dort sind folgende Werke von Gisela Elsner erschienen: Im Verbrecher Verlag erschienen: „Die teuflische Komödie“; „Versuche, die Wirklichkeit zu bewältigen“ – Gesammelte Erzählungen 1; „Zerreißproben“ – Gesammelte Erzählungen 2; „Flüche einer Verfluchten.“ Kritische Schriften 1; „Im literarischen Ghetto“ – Kritische Schriften“; „Fliegeralarm“, „Otto der Großaktionär“; „Heilig Blut“; „Das Berührungsverbot“ „Die Zähmung. Chronik einer Ehe“.

Sänger seines Volkes

Jewgeni Jewtuschenko schweigt für immer
Herbert Becker
Ausgabe vom 14. April 2017
Jewgeni Jewtuschenko, 18. Juli 1932–1. April 2017 (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Jewgeni_Alexandrowitsch_Jewtuschenko#/media/File:Evtushenko.jpg]Cybersky[/url])

Jewgeni Jewtuschenko, 18. Juli 1932–1. April 2017 (Foto: Cybersky / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Am 1. April verstarb im Alter von 83 Jahren in Tulsa (USA) der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko, dort lebte er seit Anfang der 1990er Jahre und hielt Vorlesungen an der dortigen Universität über russische Literatur, besonders über …

Unendliche Wende

Ein Streitgespräch vor zwanzig Jahren – aktuell wie vor 20 Jahren
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 14. April 2017

Viele Menschen sorgen sich um die gegenwärtige Gesprächs- und Diskussionskultur und die zunehmenden Hass-Kommentare, die nicht nur das Gesprächsklima vergiften, sondern auch die Schwelle für Aggressionen sinken lassen. Da ist es gut und …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 14. April 2017

Tabula rasa Die Statue des marxistischen Philosophen Georg Lukács soll aus dem St.-István-Park in Budapest entfernt werden. Die neofaschistische Jobbik-Partei, eng verbunden mit der Regierung von Victor Orbán und dessen Fidesz-Partei, …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 7. April 2017

Vermittlung Michel Abdollahi, auf der einen Seite Redakteur beim NDR und zum anderen Mitinitiator und Moderator des Poetry-Slam-Lapels „Kampf der Künste“, hat im Hamburger Ernst Deutsch Theater den mit 15 000 Euro dotierten …

Asyl im Kaurismäki-Land

„Die andere Seite der Hoffnung“ jetzt im Kino
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 31. März 2017
Außenseiter sollten zusammenhalten (Foto: Sputnik Oy/Malla Hukkanen)

Außenseiter sollten zusammenhalten (Foto: Sputnik Oy/Malla Hukkanen)

Der finnische Filmregisseur Aki Kaurismäki ist kein Mann der großen Worte, seine Filmfiguren ebenso wenig. Zum Beispiel Wikström, ein Textilkaufmann in mittleren Jahren in Helsinki. Alles ordentlich aufräumen, dann seiner Frau den …

Kühler Chronist

Hans Scherfig – Schriftsteller und Kommunist
Gesine Pillardy
Ausgabe vom 31. März 2017

Hans Scherfig (1905–1979) gehört zu den meistgelesenen Autoren Dänemarks. Er schuf zahlreiche satirische und gesellschaftskritische Romane und Erzählungen, denen eine kompromisslose Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft gemein ist. …

Kultursplitter

Ausgabe vom 31. März 2017

Keine Erfindung des Teufels

Zu Klaus-Rüdiger Mais Biografie „Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 24. März 2017

Die Welt sieht seit Johannes Gutenbergs Erfindung anders aus. Der Titel von Klaus-Rüdiger Mais Biografie „Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte“ ist nicht zu bezweifeln. Dann aber drängen sich zwei Fragen auf: Wer war dieser …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 24. März 2017

Viel Lärm um Nichts Vom 23. bis 26. März findet in diesem Jahr die Leipziger Buchmesse statt. Während die Zahl der Aussteller langsam, aber kontinuierlich sinkt (nur kaschiert durch eine sogenannte „Manga Convention“), wird das ‚Lesefest …

Das anerkannt schlimmste Schandmaul

Lebenswerk und Hollerhof von Dietrich und Christel Kittner in einer Stiftung
Anne Rieger
Ausgabe vom 17. März 2017
Dietrich Kittner in Aktion (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Dietrich_Kittner_Volksstimmefest2008.jpg] 	Manfred Werner[/url])

Dietrich Kittner in Aktion (Foto: Manfred Werner / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Im Herbst 2016 wurde auf …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 17. März 2017

DDR-Geschichte auf Arabisch Die Leipziger Gedenkstätte „Runde Ecke“, eine Bürgerstiftung zur „Aufarbeitung“, will Flüchtlingen die deutsche Geschichte näherbringen. Die Zusammenarbeit mit dem, was ein gewisser Hubertus Knabe in Berlin …

Interview

Marx und der Amateur mit den Goldknöpfen

Gespräch mit dem Regisseur des Films „Der junge Karl Marx“
Günter Dicks
Ausgabe vom 10. März 2017
Der 1953 in Haiti geborene Raoul Peck, hier bei der Berlinale-Pressekonferenz, drehte vor „Der junge Karl Marx“ unter anderen die Filme „Lumumba – Tod des Propheten“ und „I am not your negro“  (Foto: Elena Ringo http/www.elena-ringo.com)

Der 1953 in Haiti geborene Raoul Peck, hier bei der Berlinale-Pressekonferenz, drehte vor „Der junge Karl Marx“ unter anderen die Filme „Lumumba – Tod des Propheten“ und „I am not your negro“ (Foto: Elena Ringo http/www.elena-ringo.com)

UZ : Herr Peck, ich habe gelesen, dass Ihre Biografie ein paar Ähnlichkeiten mit der von Karl Marx aufweist. Hat Sie das zu diesem Thema geführt? …

„Flieg, Gedanke …“

Künstler als intellektuelle Wegbereiter der Befreiung Italiens
Gerhard Feldbauer
Ausgabe vom 10. März 2017

Mitten in den Kämpfen des Risorgimento, der nationalen Bewegung für die Befreiung Italiens vom weltlichen Joch des Papstes und der Fremdherrschaft der Habsburger und Bourbonen, fand am 9. März 1842 an der Mailänder Scala die Uraufführung …

Ein sehenswertes Plädoyer

HB
Ausgabe vom 10. März 2017
Der Film „Moonlight“ erzählt die Geschichte des jungen Chiron (Foto: A24/DCM)

Der Film „Moonlight“ erzählt die Geschichte des jungen Chiron (Foto: A24/DCM)

„Moonlight“ wurde bei der 89. Verleihung der Academy Awards (Februar 2017) unter anderem mit dem Oscar in der Kategorie „Bester Film“ ausgezeichnet und man kann durchaus behaupten, dass es in diesem Fall ausnahmsweise den Richtigen …

Schluss mit Nazi-Ehrung am Chiemsee

Solidarität mit Wolfram Kastner
Werner Lutz für die KünstlerInneninitiative unruhestiften.de
Ausgabe vom 10. März 2017

Der Künstler und „Unruhestifter“ Wolfram Kastner darf nach einem Urteil des Landgerichts München künftig keine weiteren Kunstaktionen an der Gedenkstätte für den Nazi-Kriegsverbrecher Alfred Jodl ausüben. Jodl war Chef des …

Demontage

Larraíns „Neruda“ ist kaum mehr als ein postmoderner Abgesang
Klaus Wagener
Ausgabe vom 3. März 2017
Die Projektion eines Dichters auf der Flucht. (Foto: Piffl Medien)

Die Projektion eines Dichters auf der Flucht. (Foto: Piffl Medien)

Der Dichter (Luis Gnecco), der „Neruda“ genannt wird, ist auf der Flucht. Es soll eine wilde, dramatische Flucht sein. Der Dichter hat einen Hang zur Theatralik und zur Selbstinszenierung. Und natürlich zu den Frauen und zum Alkohol. …

Ein rebellisches Herz

Harry Belafonte zum 90. Geburtstag
Eva Petermann
Ausgabe vom 3. März 2017
Harry Belafonte (Foto: [url=https://secure.flickr.com/photos/instituteforpolicystudies/3931355837/in/set-72157622404694210/]Institute for Policy Studies[/url])

Harry Belafonte (Foto: Institute for Policy Studies / Lizenz: CC BY 2.0)

Schwer zu sagen, wer ihn mehr verehrte: Die Schmuddelkinder von Harlem, wo Harry Belafonte aufwuchs, oder die Straßenhändler Jamaicas („tally me banana“) oder die jungen Tanzclub-Frauen, denen sein Charme und sinnlicher Hüftschwung (noch …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 3. März 2017

Enttäuschte Vorfreude Die Programm-Macher von 3-SAT kündigen rund um den Internationalen Frauentag eine ganze Reihe von Spielfilmen, Dokumentationen und Diskussionen an. Was bietet man an? Unter der Themen-Überschrift „Die Zukunft ist …

Ein Heimatfilm über Nordkorea

Neu erschienen: „Meine Brüder und Schwestern im Norden“ auf DVD, VoD
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 24. Februar 2017
Schwesterliche Begegnung. Rechts die Regisseurin Cho Sung-Hyung (Foto: farbfilm verleih)

Schwesterliche Begegnung. Rechts die Regisseurin Cho Sung-Hyung (Foto: farbfilm verleih)

Schwesterliche Begegnung. Rechts die Regisseurin Cho Sung-Hyung ( farbfilm verleih)

Wie ein Dichter klein gemacht werden soll

Zu „Volker Braun. Leben und Schreiben in der DDR“ von Hannah Schepers
Rüdiger Bernhardt.
Ausgabe vom 24. Februar 2017

Über Volker Braun ist viel geschrieben worden; der „Großschriftsteller der DDR“, wie er auch bezeichnet wird, und Büchner-Preisträger von 2000 hat seine Leser, Kritiker und die Literaturwissenschaft immer angeregt und beschäftigt: mit …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 24. Februar 2017

Ehrung Knapp drei Jahre nach dem Tod von Gabriel García Márquez ist in Havanna eine Bronzestatue des kolumbianischen Schriftstellers enthüllt worden. Das Denkmal wird verstanden als Hommage an den Literaturnobelpreisträger, der eng …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 17. Februar 2017

Filmindustrie Es gibt nicht nur den roten Teppich auf der Berlinale, die zur Zeit stattfindet. Die deutsche Filmindustrie schafft, wie eine aktuelle Studie für das Bundeswirtschaftsministerium zeigt, einen Beitrag zur deutschen …

Ein Marx für unsere Tage

Ein Porträt des Revolutionärs, aber noch nicht das einzig wahre
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 17. Februar 2017
Abstrakte Ideen oder direkte Aktion: Karl Marx (August Diehl) auf dem Kongress des Bunds der Gerechten. (Foto: Frédéric Batier, Neue Visionen Filmverleih)

Abstrakte Ideen oder direkte Aktion: Karl Marx (August Diehl) auf dem Kongress des Bunds der Gerechten. (Foto: Frédéric Batier, Neue Visionen Filmverleih)

Die Berlinale scheint in diesem Jahr geprägt von „biopics“, also filmischen Biografien prominenter oder weniger bekannter Figuren der Zeitgeschichte. Gleich zur Eröffnung gab‘s einen Film über den Gypsy-Jazzer Django Reinhardt, der dann …

Zu links für den Literaturmarkt?

Gisela Elsner ist unvergessen
Eva Petermann
Ausgabe vom 17. Februar 2017

Im Jahr 2017 jährt sich Gisela Elsners Geburtstag zum 80. Mal; kurz darauf auch der Tag ihres Freitodes vor 25 Jahren. Die bei ihrem Debüt einst überschwenglich gefeierte Autorin von „Die Riesenzwerge“ landete in späteren Jahren …

Wahrheit erzeugen

Doris Gercke hat mit einem neuen Frauenbild den deutschen Krimi erneuert
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 10. Februar 2017
Herzlichen Glückwunsch, Doris Gercke (Foto: DEFF Westerkamp)

Herzlichen Glückwunsch, Doris Gercke (Foto: DEFF Westerkamp)

Der deutsche Krimi hat …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 10. Februar 2017

Interessant oder ärgerlich? Anfang März läuft in den Kinos der Film „Der junge Marx“ an, kurz nachdem er auf der diesjährigen Berlinale Premiere hat. Laut Presseinfo des Verleihs spielt der Film 1844, kurz vor der industriellen …

Auf keinen Fall gaga

Ein Blick in die (Medien-)Welt der vergangenen Woche
Adi Reiher
Ausgabe vom 10. Februar 2017

Neue Nachrichten aus Fukushima. Ein Roboter misst in einem der havarierten Reaktoren einen Wert, der eine tödliche Dosis für alle Lebewesen bedeuten würde. Nach Medienberichten sollte selbst der Roboter da nur zwei Stunden „aushalten“ …

Die größte Zeitung der DDR

Die junge Welt wird 70
Arnold Schölzel
Ausgabe vom 10. Februar 2017

( Christian-Ditsch.de)

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 3. Februar 2017

Verwirrung Vor einigen Tagen wurde das umfangreiche Programmheft der diesjährigen Ruhrfestspiele Recklinghausen versandt. Das Programm startet traditionell am 1. Mai und geht bis 18. Juni, ein Blick auf das Angebot lohnt. Erinnert sei an …

Wieder einmal sind wir ohnmächtig …

Zu Christa Wolfs Briefen 1952 – 2011
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 3. Februar 2017
Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta (Foto: Gabriele Senft)

Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta (Foto: Gabriele Senft)

Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta ( Gabriele Senft)

Abholbar

Gute Fernsehserien nach Bedarf oder nicht-lineares Fernsehen
Ausgabe vom 3. Februar 2017
 (Foto: netflix.com)

(Foto: netflix.com)

Gibt es noch Gebäude, in denen DVDs ausgestellt und verliehen werden? Wenn nicht, es gibt ja Streamingportale …  

Reden über Trump

Ein Blick in die (Medien-)Welt der vergangenen Woche
Adi Reiher
Ausgabe vom 3. Februar 2017

Eine der beliebtesten Arten inzestuöser Desinformation geht so: Journalist(in) interviewt Journalist, auch beliebt in der Variante Journalist interviewt Journalist(in). Das suggeriert Vielfalt und Kompetenz. Die allerdings regelmäßig da …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 27. Januar 2017

„Shop the pain away“ – Eine Ausstellung in Oberhausen: Katharina Arndt ist die Künstlerin, die an einer Wand im Oberhausener Schloss ihr Objekt mit diesem schönen Titel versehen hat. Die gerade eröffnete Schau mit Werken von Albrecht Dürer bis Gerhard Richter in der Ludwig Galerie trägt den Titel „Let‘s buy it! Kunst und Einkauf“ und macht neugierig. Die einleitenden Sätze im „Kapital“ von Karl Marx lauten: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen die kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als ungeheure Warenansammlung, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Untersuchung der Ware.“ Das, was als Kunstwerk oder Kunstobjekt benannt wird, ist selbstverständlich erst dann eines, wenn es zur Schau gestellt wird, wenn es – im gewünschten Fall – angeboten und möglichst verkauft wird. Und verblüffend ist, wie häufig Bilder, Zeichnungen, Grafiken und Fotografien zu ihrem Thema machen, womit gehandelt wird und wo dies stattfindet. Darstellungen von Geld in Münzen und Scheinen finden wir schon bei Dürer. Das zieht sich durch bis Beuys, die, die mit Geld handeln, besonders Geldwechsler und Banker, werden bis heute meist mit semitischen Zügen gezeichnet. Judas‘ Verrat ist immer deutlich durch die Silberlinge in seinen Händen, der erste große Hype, die Tulpenzwiebel-Spekulation in den 1630er Jahren, findet seinen Niederschlag in Bildern der Zeit. Marktszenen und das Gebaren der Händler, auch hier eher durch Übertölpeln und Versprechungen negativ aufgeladen, findet sich in einer Vielzahl von Werken. Im 20. Jahrhundert kommen zwei neue Dimensionen hinzu, die Fotografie, die die Warenwelt in Kaufhäusern und Schaufenstern thematisiert, und Kunstobjekte, die durch die Auswahl der gewählten Gegenstände ironisch mit den Ansprüchen an „Kunst“ spielen. Hier zeigt die Ausstellung unter anderem die berühmten „Campbell-Suppendosen“ von Andy Warhol oder die „Ready-Mades“ von Marcel Duchamp bis zur „Pop-Art“, die den schönen Schein der Warenwelt plakativ preist. Eine ausführliche Würdigung findet die Installation und fortlaufende Arbeit von Christian Lahr: Seit 2009 überweist er täglich 1 Cent an das Bundesfinanzministerium, um dem Schuldenberg entgegenzuwirken, im Feld „Verwendungszweck“ schreibt er täglich jeweils 100 Zeichen aus dem „Kapital“ von Karl Marx. Nicht nur, dass das eingehende Geld täglich buchhalterisch erfasst werden muss, besonders pfiffig ist, dass der Text damit in die Archive des Staatsapparates eingeschrieben wird. Der Künstler rechnet mit rund 43 Jahren, bis der Text vollständig übermittelt ist. Nicht weniger spannend ist, welche Veränderungen beim gewählten Thema „Kunst als Ware“ im Laufe der Zeiten stattfanden. Der Buchdruck um 1500 führte zur Druckgrafik, Dürer war einer der ersten, der Zeichnungen vervielfältigen ließ. Aber auch Kopisten traten zuhauf auf den Plan, um einmalig vorhandene Bilder durch recht und schlecht gemachte Kopien weiter zu verwerten und natürlich dauerte es nicht lange, bis Fälschungen, zum Teil hervorragend gemacht,nicht nur bei Privatsammlern, sondern auch in renommierten Museen in aller Welt. ihren Platz fanden Die Signatur des Künstlers wurde zum Markenzeichen, Beuys meinte, wenn er Geldscheine signiere, würden sie zu Kunstobjekten, Warhol ließ zu, dass Siebdrucke wie z. B. seine Serigraphie zu Marilyn Monroe in riesigen Auflagen nachgedruckt wurden. Ältere Leser erinnern sich noch an die Postkarten und Plakate von Klaus Staeck, der gerne die berühmten Zeichnungen von Dürer oder „Goethe in der Champagne“ nutzte. Ein letzter Blick gilt der Zurschaustellung des Künstlers selbst als Objekt der Vermarktung, nicht schwierige Selbstporträts wie van Gogh mit dem verbundenen Ohrrest, nein hier zeigt die Kuratorin Dr. Christine Vogt Bilder und Fotografien wieder von Dürer über Kirchner bis Immendorf. Eine Sammlung von künstlerisch gestalteten Einkaufstüten von Louis Vuitton entlässt den Besucher.

Legende des antifaschistischen Liedes

Esther Bejarano begeistert die Kubaner
Tobias Kriele
Ausgabe vom 20. Januar 2017
 (Foto: Jochen Vogler / r-mediabase.eu)

(Foto: Jochen Vogler / r-mediabase.eu)

( Jochen Vogler / r-mediabase.eu)

Der Riss

In „Unter Tage“ thematisiert John Harvey den Streik englischer Bergarbeiter 1984
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 20. Januar 2017
Wie eine Besatzerarmee rückten die Polizeieinheiten 1984 in die Viertel der Bergarbeiter ein.  (Foto: c4.staticflickr.com/8/7305/12994980115_c51b46e6b8_b.jpg)

Wie eine Besatzerarmee rückten die Polizeieinheiten 1984 in die Viertel der Bergarbeiter ein. (Foto: c4.staticflickr.com/8/7305/12994980115_c51b46e6b8_b.jpg)

Die Kriminalromane …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 20. Januar 2017

Enttäuschend Man stelle sich vor: Der Einladung der „jungen Welt“ an Künstlerinnen und Künstler, sich während der LL-Konferenz am letzten Samstag in Berlin mit Werken zu präsentieren, wäre der eine oder andere bekannte bis sehr …

Esther Bejarano auf Tour in Kuba

Ausgabe vom 13. Januar 2017
Esther Bejarano in Kuba (Foto: www.radiorebelde.cu)

Esther Bejarano in Kuba (Foto: www.radiorebelde.cu)

Esther Bejarano, die 92-jährige Genossin und Sängerin, Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, tourt zur Zeit auf Einladung des Kulturministeriums mit ihrem Sohn, dem Bassisten Joram Bejarano, und der Gruppe „Microphone Mafia“ in …

Von zweien die auszogen es der Bank heimzuzahlen

David Mackenzies schöner Spätwestern „Hell or High Water“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 13. Januar 2017
Den Anweisungen des Personals ist widerspruchsfrei Folge zu leisten. (Foto: Foto: Paramount Pictures http://www.kino.de/film/hell-or-high-water/#)

Den Anweisungen des Personals ist widerspruchsfrei Folge zu leisten. (Foto: Foto: Paramount Pictures http://www.kino.de/film/hell-or-high-water/#)

Da haben zwei die Bank ausgeraubt, die mich seit 30 Jahren ausgeraubt hat.“ So schildert ein alter Farmer dem ermittelnden Sheriff Marcus Hamilton, was er und seine Kumpels soeben aus der gegenüber liegenden Kneipe beobachtet haben. …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 13. Januar 2017

Intendantenstreit Das „Volkstheater Rostock“, von der Stadt verantwortet, ist noch eines der klassischen „Vierspartenhäuser“, d. h. Schauspiel, Musiktheater, Konzert und Ballett werden am gleichen Ort und im Rahmen eines …

Die schrägen Typen

Honoré de Balzacs „Typenlehre der Presse“
Herbert Becker
Ausgabe vom 6. Januar 2017

Honoré de Balzac, porträtiert vom zeitgenössischen Karikaturisten Nadar.

Bestes deutsches Bildungsfernsehen

Drei neue Folgen der NDR-Serie „Tatortreiniger“
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 6. Januar 2017
Der Schauspieler Bjarne Mädel kümmert sich als „Tatortreiniger“ um den letzten Dreck. (Foto: Sandra Hoever/wikimedia)

Der Schauspieler Bjarne Mädel kümmert sich als „Tatortreiniger“ um den letzten Dreck. (Foto: Sandra Hoever/wikimedia)

Der Schauspieler Bjarne Mädel kümmert sich als „Tatortreiniger“ um den letzten Dreck. ( Sandra Hoever/wikimedia)

Rechte Töne

Melodie & Rhythmus: Die erste Ausgabe 2017
Ausgabe vom 6. Januar 2017

Die Rechten verdanken ihren gegenwärtigen Erfolg nicht zuletzt einer effizienten Nutzung der Potenziale von Pop-Subkultur und sozialen Medien. M&R zeigt, dass ihre Ästhetik nicht mehr von Springerstiefeln und dumpfem Nazi-Punk …

In den Knast für „Fake News“

Meinungsbranche und Regierung kämpfen mit Verboten um verlorenes Ansehen
Klaus Wagener
Ausgabe vom 23. Dezember 2016
Kriegsminister Scharping präsentiert im Bundestag 1999 die klassische Falschmeldung, den „Hufeisenplan“ Jugoslawiens. (Foto: picture alliance / dpa)

Kriegsminister Scharping präsentiert im Bundestag 1999 die klassische Falschmeldung, den „Hufeisenplan“ Jugoslawiens. (Foto: picture alliance / dpa)

Seit neuestem soll es Menschen geben, die falsche Nachrichten in die Welt setzen, „Fake News“, wie der besorgt-weltgewandte Berliner Großkoalitionär aufzusagen weiß. „Fake News“-Verbreiter sollen mit der vollen Härte des Gesetzes …

Der Mensch ist das Subjekt seiner eigenen Entwicklung

Warum die Philosophen mehr als nur interpretiert haben
Andi Nopilas
Ausgabe vom 23. Dezember 2016
Der Mensch ist das Subjekt seiner eigenen Entwicklung (Foto: Tom Brenner)

Der Mensch ist das Subjekt seiner eigenen Entwicklung (Foto: Tom Brenner)

Der Mensch ist das Subjekt seiner eigenen Entwicklung ( Tom Brenner)

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 23. Dezember 2016

Ressortübergreifend Der neue rot-rot-grüne Senat in Berlin hat seinen Koalitionsvertrag vorgestellt. Ganze zehn der insgesamt 180 Seiten sind unter der hochtrabenden Überschrift „Kultur- und Medienmetropole Berlin“ der Kulturpolitik …

Gesellschaftliche Entwürfe, bedacht und bedichtet

Zu Volker Brauns neuem Gedichtband „Handbibliothek der Unbehausten“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 16. Dezember 2016
Der Dichter Volker Braun (Foto: Gabriele Senft)

Der Dichter Volker Braun (Foto: Gabriele Senft)

Nur selten sind im neuen Gedichtband des Büchner-Preis-Trägers Volker Braun „Handbibliothek der Unbehausten“ Daten mit politischer Bedeutung zu finden. Aber politisch im besten Sinne des Wortes, also programmatisch, weil auf …

Die Angst vor dem Fremden

Aktuelle Bücher gegen Antisemitismus und Fremdenfurcht
Jürgen Meier
Ausgabe vom 16. Dezember 2016

Die Ukraine, genauer, Kiew war das Zuhause des „unsichtbaren Vaters“ Leonid Kapitelman, bevor er nach Leipzig flüchtete, wo er ein Geschäft mit russischen Spezialitäten eröffnete. Der studierte Mathematiker hasst Kiew. Es war nie seine …

Die May konnte eben alles

Zum Tod der Schauspielerin und Diseuse (1924–2016)
Hilmar Franz
Ausgabe vom 9. Dezember 2016

In einer Weltkarriere trug sie die Botschaft Brechts und der DDR „Friede auf unserer Erde, Friede in unserem Land“ in Städte und zu Fernsehstationen der USA und Kanadas, nach Paris und Moskau, nach London und Brüssel. Und, gesuchte …

Die Wiederentdeckung des „Roten Tänzers“

Jean Weidt – ein Buch, eine Aufführung, eine Ausstellung
Hanns-Werner Heister
Ausgabe vom 2. Dezember 2016
Spitzentanz und Affenmaske (Foto: Heister)

Spitzentanz und Affenmaske (Foto: Heister)

Der Tänzer und Choreograph Jean (Hans) Weidt (1904–1988) war ein wichtiger Vertreter des proletarischen (der Begriff ist hier angebracht) Ausdruckstanzes. Ein umfangreiches Kollektiv um Nele Lipp und den Verein Koinzi-Dance sorgte in …

Die Kraft der Machtlosen

26. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Berlin: „Flucht und Exil im Werk von Anna Seghers“
Eva Petermann
Ausgabe vom 2. Dezember 2016

„Wieder soll ein Schiff untergegangen sein.“ Vielleicht wieder nur eines von vielen Gerüchten im Marseille des Jahres 1940? Täglich kommen Nachrichten von den „Schicksalen anderer Schiffe, die mit ihrer Last von Flüchtlingen durch alle …

Mediathek zum Runterladen

Mit „MediathekView“ kostenlos und legal die Filme der öffentlich-rechtlichen Sender auf dem eignen Rechner speichern
Ausgabe vom 2. Dezember 2016

Der „Rote Kanal“ soll jede Woche gute Tipps geben, welche Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehenswert sein könnte, oder auch warnen, wann und wo eher Schrott á la Guido Knopp zu erwarten ist. Da viele der empfohlenen Sendungen …

„Rüste-Wüste“

Bildmontagen im Anti-Kriegs-Museum Berlin
Hilmar Franz
Ausgabe vom 25. November 2016
Gott sei Tank

Gott sei Tank

Das Anti-Kriegs-Museum in Berlins Wedding zeigt, unterstützt von der …

Peter Weiss 100

Vollständige Stafettenlesung der „Ästhetik des Widerstands“
H. F.
Ausgabe vom 25. November 2016

Zu „einem fiktiven und ewigen Wettlauf um die längste und schönste Lesung“ von Peter Weiss’ fast tausendseitigem, antifaschistischen Romanwerk „Die Ästhetik des Widerstands“ in Gänze luden die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) und das …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 25. November 2016

Preis I Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft mit Sitz in Essen ist eine der stillen, aber wirkungsmächtigen NGOs in diesem Land. Er verwaltet das Stiftungsvermögen von z. Zt. 640 Stiftungen aus Unternehmen, Organisationen …

Von einem, der glaubt, Kommunist gewesen zu sein

Zu Wolf Biermanns Autobiografie „Warte nicht auf bessre Zeiten“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 18. November 2016
Wolf Biermann, hier inmitten seines Publikums, wurde kürzlich achtzig. Na, herzlichen Glückwunsch. (Foto: Böll-Stiftung/Rolf Walter/CC BY-ND 2.0)

Wolf Biermann, hier inmitten seines Publikums, wurde kürzlich achtzig. Na, herzlichen Glückwunsch. (Foto: Böll-Stiftung/Rolf Walter/CC BY-ND 2.0)

Nicht 1976, wie man glauben könnte, sondern 1983 bezeichnete Wolf Biermann als „ein Schicksalsjahr“, weil er sich vom Kommunismus, seinem „kommunistischen Kinderglauben“, getrennt habe und eine neue Geliebte gefunden hatte. Manès Sperber …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 18. November 2016

Ausgedacht Das ehemalige Berliner Stadtschloss, Sinnbild für Preußens Glanz und Gloria, soll nicht nur mit der barocken Prunkfassade wieder aufgebaut werden, im entkernten Inneren wird alles neu und funktional unter der Bezeichnung …

Kurzmeldung

Unser Kulturtipp

Ausgabe vom 11. November 2016

„Der andere 11. September“ – eine Hommage an Salvador Allende. Multimediales Konzert der Gruppe Musikandes. Sonntag, 13.11.2016, 15.00 Uhr. EXIL Restaurant & Bar (am Schauspielhaus), Zieschestraße 28, 09111 Chemnitz. Eintritt: …

Die Gefahr einer neuen Eiszeit

Zu Eberhard Panitz‘ Überarbeitung seiner Erzählung „Eiszeit“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 11. November 2016

Als Ende 1983 die Erzählung „Eiszeit“ von Eberhard Panitz erschien, erregte sie Aufsehen; manche Kritiker sprachen im Angesicht der gleichnishaften Geschichte von einem „völlig neuen Panitz“, von dem bisher prall realistische Geschichten …

Die kleine Schwester des Dschihad

Philipp Winklers packender Debütroman „Hool“ erzeugt Unbehagen
Ken Merten
Ausgabe vom 11. November 2016

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 11. November 2016

Eingeknickt Die Dresdner Sinfoniker haben ein umfangreiches Musikprojekt entwickelt, das unter dem Titel „Aghet“ = Klagelied den Völkermord des türkischen Staates am armenischen Volk in den Jahren 1915/1916 zum Thema hat. Einige …

ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“

Von Betriebsräten oder Gewerkschaften war nicht viel zu sehen
Sigurd Mutiger
Ausgabe vom 11. November 2016
Eine große Auswahl von Sendungen zum Thema „Zukunft der Arbeit“ findet sich auch in der Mediathek der ARD.

Eine große Auswahl von Sendungen zum Thema „Zukunft der Arbeit“ findet sich auch in der Mediathek der ARD.

Eine Woche stand die Arbeit bzw. die Zukunft der Arbeit im Mittelpunkt der Programmmacher der Fernsehanstalten der ARD. In Spielfilmen, Dokumentationen, Nachrichten wurde über das, was den meisten Menschen in Deutschland das Wichtigste ist, berichtet – ihre Arbeit. Viele interessante Aspekte kamen zur Sprache. Auch Menschen im Job kamen zu Wort. Über das Wirken der Gewerkschaften wurde nicht berichtet. Lediglich fünf Minuten blieben dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann zu diesem Thema was zu sagen, in einem Interview mit den ARD-Hauptstadtredakteuren Tina Hasselt und Rainald Becker. Die Fernsehwoche lieferte unterschiedliche Anreize und Blickwinkel, sich mit dem Thema Arbeit zu befassen. Es ging um die Gestaltung der Arbeit der Menschen. Es kamen Menschen zu Wort, die über sich und ihre Arbeit sprachen. Es kam zur Sprache, dass der Mindestlohn zu gering ist und Altersarmut bedeutet. Was generell fehlte, waren klare Aussagen, was zu tun ist, um die Probleme zu lösen. Fehlanzeige auch, wie man dies durch gemeinsames Handeln lösen kann – mit den Gewerkschaften zum Beispiel. Und was gänzlich fehlte, war der Aspekt des Gegensatzes zwischen Kapital und Arbeit. Eine große Auswahl von Sendungen zum Thema „Zukunft der Arbeit“ findet sich auch in der Mediathek der ARD.

Auf den Straßen zu singen

Teil der Kampfmusik: Hanns Eislers Arbeiterchöre a cappella der Jahre 1925-1932
Hilmar Franz
Ausgabe vom 4. November 2016
Der Berliner Hans-Beimler-Chor bei seinem Auftritt auf dem UZ-Pressefest 2016 (Foto: Shari Deymann)

Der Berliner Hans-Beimler-Chor bei seinem Auftritt auf dem UZ-Pressefest 2016 (Foto: Shari Deymann)

In der wissenschaftlich revidierten und für heutige Praxis eingerichteten Hanns-Eisler-Gesamtausgabe werden im Verlag Breitkopf & Härtel demnächst die unbegleiteten Chorstücke neuerer Prägung für Arbeiterchöre aus den Jahren …

Peter Kruse mit der roten Bluse

Stefan Litwins operative „Moritat“ nach Peter Weiss‘ ungemütlicher „Nacht mit Gästen“
Hanns-Werner Heister
Ausgabe vom 4. November 2016

Zur künstlerischen Avantgarde hat die politische, d. h. also vor allem diejenigen, die in der Tradition von Marx, Engels usw. stehen und arbeiten, seit der Zeit der Weltwirtschaftskrise von 1929 usw. ein gelinde gesagt gebrochenes …

Linke Literaturmesse in Nürnberg

Feste Größe für Freunde der Linken Literatur und Kultur
Francesca Bellucci
Ausgabe vom 4. November 2016
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Nun schon zum 21. Mal findet vom 4. bis 6. November die Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Organisiert wird sie wie jedes Jahr von einem breiten Kreis unterschiedlicher Linker. Dies spiegelt sich auch bei den Ausstellern und …

Literaturmesse als antisemitische Veranstaltung beschimpft

Erklärung der VeranstalterInnen der 21. Linken Literaturmesse in Nürnberg
Ausgabe vom 4. November 2016

Am Wochenende findet die 21. Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Im Vorfeld gab es eine Kampagne dagegen. Der Vorwurf ist ein vielerorts bekannter und lautet „Antisemitismus“. Seit Jahren werden von einer kleinen antideutschen …

Linke Literaturmesse in Nürnberg

Feste Größe für Freunde der Linken Literatur und Kultur
Francesca Bellucci
Ausgabe vom 4. November 2016
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Nun schon zum 21. Mal findet vom 4. bis 6. November die Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Organisiert wird sie wie jedes Jahr von einem breiten Kreis unterschiedlicher Linker. Dies spiegelt sich auch bei den Ausstellern und …

Avantgarde – Tradition – Moderne

Architektur der dreißiger Jahre in der Sowjetunion 2. Teil
Andreas Hartle
Ausgabe vom 28. Oktober 2016
Busygin-Wohnanlage Sozgorod Awtozawod Nischni-Nowgorod, Architekt Ilja Golosow (1938) (Foto: Andreas Hartle)

Busygin-Wohnanlage Sozgorod Awtozawod Nischni-Nowgorod, Architekt Ilja Golosow (1938) (Foto: Andreas Hartle)

Im 1. Teil, s. UZ 21.10, wurde erläutert, warum das Neue Bauen in den Dreißigern „unterlegen“ war. Die Rolle der Avantgarde in diesem besonderen Abschnitt der Geschichte der Sowjetunion wird nun weiter behandelt.

Spektakel und Geschäfte

Bei der Buchmesse geht es weniger um ein Kulturereignis als um die Verwertung „geistigen Eigentums“
Herbert Becker
Ausgabe vom 28. Oktober 2016
 (Foto: Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

(Foto: Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

( Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

Teurer Gemischtwarenladen

Berliner Stadtschloss: Bund zahlt für preußisches Erbe
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Noch ein Berliner Großprojekt: Dem Preußen-Idyll fehlt die Fassade. (Foto: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Noch ein Berliner Großprojekt: Dem Preußen-Idyll fehlt die Fassade. (Foto: Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Noch ein Berliner Großprojekt: Dem Preußen-Idyll fehlt die Fassade. ( Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss)

Ein Spielmann ist tot

Zufällig starb in der letzten Woche ein großer Anarchist: Dario Fo
Herbert Becker
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Dario Fo (Foto: public domain)

Dario Fo (Foto: public domain)

Dario Fo selbst würde …

Ehrung für einen Spielmann

Zufällig wurde letzte Woche Bob Dylan genobelt
Manfred Idler
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Joan Baez und Bob Dylan auf dem Civil Rights March nach Washington D.C. am 28. August 1963 (Foto: public domain)

Joan Baez und Bob Dylan auf dem Civil Rights March nach Washington D.C. am 28. August 1963 (Foto: public domain)

Auf der Namensliste der LiteraturnobelpreisträgerInnen stehen viele, deren Spur in der Literaturgeschichte nicht allzu tief ist. Die Auswahl folgte schon oft weniger literarischen als den Kriterien der Opportunität, sei es, dass ein Land …

Schreiben, Schwulsein, Kommunistsein

DKP queer fordert eine Straße für Ronald M. Schernikau
Wolfgang Sluga
Ausgabe vom 21. Oktober 2016

„Am 9. November 1989 hat in Deutschland die Konterrevolution gesiegt. Ich glaube nicht, dass man ohne diese Erkenntnis in der Zukunft wird Bücher schreiben können.“ So Ronald M. Schernikau auf dem Kongress der Schriftsteller der DDR, 1. …

Avantgarde – Tradition – Moderne

Architektur der dreißiger Jahre in der Sowjetunion (1. Teil)
Andreas Hartle
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Das heutige Museum der Geschichte in Nowosibirsk wurde 1910 von A. D. Krjatschkow geplant als Handelshaus mit der Stadt-Duma und der Filiale der Staatsbank. Es ist architektonische Repräsentation der wichtigsten öffentlichen Einrichtungen dieser Zeit. (Foto: Andreas Hartle)

Das heutige Museum der Geschichte in Nowosibirsk wurde 1910 von A. D. Krjatschkow geplant als Handelshaus mit der Stadt-Duma und der Filiale der Staatsbank. Es ist architektonische Repräsentation der wichtigsten öffentlichen Einrichtungen dieser Zeit. (Foto: Andreas Hartle)

Die Architekturdiskussion heute nimmt weitestgehend keinen Bezug zu gesellschaftlichen Fragen. In Zeiten des revolutionären Aufbruchs im vorigen Jahrhundert war das anders. In den Zwanzigern, unmittelbar nach der Oktoberrevolution, war …

Zolas schlimmster Streich

Der Film „Meine Zeit mit Cézanne“ verliert über Eifersüchteleien und Freundschaftsschwüren die Kunst aus den Auge
Sophie Zeise
Ausgabe vom 14. Oktober 2016
Szenen wie gemalt (Foto: prokino Filmverleih)

Szenen wie gemalt (Foto: prokino Filmverleih)

Szenen wie gemalt ( prokino Filmverleih)

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 14. Oktober 2016

Kulturelle Vorbereitung Ein Satz von Antonio Gramsci: „Der Weg zum Sozialismus in einem entwickelten westlichen Land ist nicht denkbar ohne tiefgreifende kulturelle Vorbereitung.“ Schaut man sich die Aktivitäten der linken Kräfte an, so …

Bücher gegen Rechts

Die Unmenschlichkeit entlarven
Jürgen Meier
Ausgabe vom 7. Oktober 2016

Ob Thomas oder Heinrich Mann, ob Anna Seghers oder Schriftsteller unseres Jahrhunderts wie die in diesem Jahr verstorbene Angelika Schrobsdorff und die 1960 geborene spanische Schriftstellerin Almudena Grandes: Ihre Kunst hat einen …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 7. Oktober 2016

Ein halber Prophet Mit diesen Worten überschrieb der französische Schriftsteller Michel Houellebecq seine Dankesrede bei der Verleihung des „Frank-Schirrmacher-Preises“ der FAZ Ende September. Neben dem üblichen Gegreine über die …

Einsichten aus dem Maschinenraum

Oliver Stone zeichnet mit „Snowden“ ein sehr persönliches Bild des Aufklärers
Klaus Wagener
Ausgabe vom 30. September 2016
Das „Wunderkind“ Snowden wird gehätschelt (Foto: 2012 Universum Film GmbH)

Das „Wunderkind“ Snowden wird gehätschelt (Foto: 2012 Universum Film GmbH)

Es war der …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 30. September 2016

Schutz und Rückgabe Voller Stolz verkündete Monika Grütters, ihres Zeichens Kulturstaatsministerin der Bundesregierung, dass ein neues Kulturschutzgesetz verabschiedet worden sei. Sie beklagte dabei, dass sich Deutschland leider lange nicht gerade als Pionier hervor getan habe, was gesetzliche Regelungen zum Schutz von Kulturgut betrifft. Die UNESCO-Konvention zum Kulturgutschutz aus dem Jahr 1970 wurde hierzulande erst 2007 – mit 37jähriger Verspätung – ratifiziert und im Kulturgüterrückgabegesetz umgesetzt – mit relativ laxen Regelungen, was die Einfuhr und Rückgabe von Kulturgut angeht, die sich obendrein als wenig praktikabel herausgestellt haben. Das neue Gesetz gibt allen mittlerweile 131 Vertragsstaaten der UNESCO-Konvention einen Rückgabeanspruch für Kulturgut, das im jeweiligen Staat als Kulturgut geschützt ist und das nach April 2007 unter Verstoß gegen dortige Vorschriften ausgeführt wurde. Damit will man illegale Ein- und Ausfuhren, z. B. aus Plünderungen oder Raubzügen, verhindern bzw. Rückführungen möglich machen. Kunsthändler und Sammler waren und sind natürlich nicht begeistert, denn nun müssen sie ausführlich belegen, woher und von wem sie die guten Stücke haben. Den Staaten ist nun aufgelegt, einen Nachweis zu führen, dass es sich um schützenswertes Kulturgut ihres Landes handelt. Das Datum April 2007 ist ein Freibrief für alle früheren illegalen Ein- und Ausfuhren, denn diese sind durch das neue Gesetz nicht erfasst, auf dass in unseren Museen alles früher „Geklaute“ und/oder von Händlern und Sammlern „Erworbene“ brav an seinem Platz bleiben kann. Macht und Ohnmacht Gerade ging der Europäische Märchenkongress in Würzburg zu Ende. Nichts von putzigen Kindergarten-Sitzkreisen, Omas im Ohrensessel oder müden Vätern bei der Gute-Nacht-Geschichte. Es ging vielmehr um Macht und Ohnmacht, eine Lebenserfahrung der menschlichen Geschichte und um die konkreten Verhältnisse seit dem 30-jährigen Krieg in Europa bis hier und jetzt. Themen waren „Märchen und die Macht des Geldes“ oder „König und Soldat – von der Verkehrung der Macht“ oder „Macht und Ohnmacht von Frauen“. Märchen greifen über Bilder und Symbole das auf, was alltäglich erlebt und erlitten wurde, was manchmal mit List abgewehrt wurde, aber selten mit der Kraft der Vielen ins Gegenteil gewendet wurde. Die Märchenforscher, zumeist Literaturwissenschaftler, Historiker und Soziologen, sind wohl ganz richtig dem auf der Spur, was im Alltag und in den Tagträumen derer, die nach Marxens Worten zu den Geknechteten, Gefesselten …. gehören, eine kulturelle Dimension ersten Grades ausmacht. Auch über Märchen kann man den Verhältnissen auf die Spur kommen, man bringt sie sicherlich nicht darüber zum Tanzen, aber es lohnt sich, bei Ernst Bloch nachzulesen, wie und wo solche Spuren zu finden sind. Es lohnt auch, moderne Märchen wie die von Franz Fühmann oder Günter Herburger zu lesen (und es gibt noch eine Reihe mehr). Zukunft des Films? Die erfolgreiche US-Serie „House of Cards“ wäre ohne Algorithmus nicht entstanden. Der Streamingdienst Net­flix hat für die Serie genau ermittelt, was am besten beim Publikum ankommt. „Wie kann man solche Daten nutzen, um einen Film, der ohnehin gemacht wird, dann zu den Menschen zu bringen, die diesen Film auch wahrscheinlich mögen werden und ansehen werden“, sagt der Filmproduzent Jannis Funk, der Mitorganisator der Potsdamer Konferenz „Big Data – Big Movies“. Er betrachtet mit Sorge, dass derzeit ein Wissensmonopol der großen Anbieter entstehe. Da dieser Datenschatz gerade entsteht, ergeben sich eine Vielzahl von neuen Fragestellungen: Wer darf diese Daten nutzen, welche Rechte haben die Verbraucher an den eigenen Daten?

Eine Lektion in Musik

Lutz Gregors Film „Mali Blues“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 30. September 2016

Farbenprächtige Gewänder, exotische Musikinstrumente und eine riesige, nicht minder bunte Menschenmenge, die das Geschehen auf der Bühne mit rhythmischem Armeschwenken und Jubel begleitet und ihren Idolen gewiss noch näher auf die Pelle …

TT FOTO

Fotografien von Anton (Toni) Tripp aus der jungen Bundesrepublik
Ausgabe vom 30. September 2016

Der Düsseldorfer Fotograf Toni Tripp rückt die Licht- und Schattenseiten des „Wirtschaftswunders“ der 50–70er Jahre ins Blickfeld. Er hält Augenblicke fest, die im Alltag gern übersehen werden. Wie arbeitete, wohnte – schlicht gesagt – …

Der neue Potter

„Warum tut sie das bloß?“
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 23. September 2016

Joanne Rowling hat zugelassen, dass die abgeschlossene – und ja nicht gerade knapp geschilderte – Geschichte der Kindheit des männlichen, britischen Aschenbrödels Harry Potter künstlich und über das Erwachsenwerden hinaus verlängert und …

Snuff, das war sein letztes Wort

„Die Toten“ von Christian Kracht vermengt Geschichte mit Fiktion und verkuppelt Imperialismen miteinander
Ken Merten
Ausgabe vom 23. September 2016
Christian Kracht: Die Toten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, 212 Seiten, 20 Euro

Christian Kracht: Die Toten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, 212 Seiten, 20 Euro

In Braun und Beige gekleidet, mit Hipsterbart und einer Undercutfrisur, die zwar frisch sein mag, aber so verwahrlost, dass sich FriseurInnen in ihrer Berufsehre verletzt fühlen sollten: Auch für seinen aktuellen Roman, „Die Toten“, …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 23. September 2016

Ranking Nach irgendwelchen Kriterien gebastelte Listen, meist „Top und flop“ und Rankings genannte, sind ein beliebtes Mittel der Kulturindustrie. Auf den neuesten Stand unter dem Begriff „Kulturstädte“ brachte uns jetzt das Hamburger …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 16. September 2016

Schlag-Worte Im Zusammenhang der Erinnerung an das KPD-Verbot vor 60 Jahren und die Hetzjagden auf Kommunistinnen und Kommunisten bis hin zu den Berufsverboten taucht die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ bis heute auf und wird …

Chronist des Widerstands

Detlef Grumbach
Ausgabe vom 16. September 2016
Christian Geissler (Foto: Grumbach)

Christian Geissler (Foto: Grumbach)

Christian Geissler wollte dazugehören – aber er war auch ein Zerrissener. Das fing in seiner Kindheit in den 1930er Jahren an: der liebevolle Vater steckte ihn in eine HJ-Uniform, die Mutter begleitete er zum Bahnhof Dammtor, wo sie sich …

Heartfield: Lachen als vernichtende Waffe

Galerie Arbeiterfotografie mit Fotomontagen zur Internationalen Photoszene
Anneliese Fikentscher
Ausgabe vom 16. September 2016
Adenauer. Von John Heartfield, 1961

Adenauer. Von John Heartfield, 1961

Die zweijährlich stattfindende, von wechselnden Organisatoren …

Kunst für das Leben

„tendenzen – Blätter für engagierte Kunst“ und die Künstlergruppe „tendenz“
Hans Wallner
Ausgabe vom 9. September 2016
Hermann Landefeld, „Bruderkrieg“, Holz- oder Linolschnitt, o. D.

Hermann Landefeld, „Bruderkrieg“, Holz- oder Linolschnitt, o. D.

In der Gegenwart gibt es zwar eine Reihe von bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die sich mit der gesellschaftlichen Situation kritisch auseinandersetzen, jedoch kaum Gruppen, in denen sie sich austauschen oder gemeinsam ihre Arbeiten präsentieren. Schmerzhaft ist auch das Fehlen einer kritischen Kunstzeitschrift wie es die „tendenzen“ waren. Ich möchte hier die Entstehungsgeschichte und die Ziele der Künstlergruppe tendenz und der daraus hervorgegangenen Kunstzeitschrift beschreiben.

Zweifelhafte Reanimation

Bekmambetows 3D-„Ben Hur“ – etwas schwach auf der Brust?
Klaus Wagener
Ausgabe vom 9. September 2016
 (Foto: Paramount Pictures)

(Foto: Paramount Pictures)

Es gibt wohl kaum ein Genre, in dem so ungeschminkt Imperialismus verhandelt wird wie im Sandalenfilm. Rom, das ist der ewige Bezugspunkt aller Imperialisten. Schon allein deshalb, weil es trotz seiner relativ geringen Größe ein Reich …

Tänzerin für den Frieden

Miriam Pandor ist gestorben
Hilmar Franz
Ausgabe vom 9. September 2016

Drei Monate vor ihrem 92. Geburtstag ist unsere Berliner Genossin Miriam Pandor gestorben. Am 17. September wird sie im Ruheforst Brodau bei Lübeck beigesetzt, der Stadt, in der sie zuletzt aus gesundheitlichen Gründen in der Nähe ihrer …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 9. September 2016

Missbrauch Seit vielen Jahren findet alljährlich im Herbst das Beethovenfest Bonn statt, die neue Leitung haben Nike Wagner (aus dem unerträglichen Clan aus Bayreuth) und Dettloff Schwerdtfeger, der sich seine Meriten als Kulturmanager …

Jüdische Musik

„Melodie & Rhythmus“ 5/2016 ist erschienen
Ausgabe vom 9. September 2016

Heute reichen die Vorstellungen von jüdischer Musikkultur meist nicht über Klezmer, jiddische Lieder und die liturgischen Gesänge der Kantoren hinaus. Dabei ist die „jüdische Dimension“, wie der …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 2. September 2016

Vorschau I Von den allermeisten Sprechtheatern der Republik liegen nun die Programme für die kommende Spielzeit Herbst 2016 – Frühjahr 2017 vor. Eine erste Durchsicht der angekündigten Premieren zeigt, dass sich die Verantwortlichen …

Auftrag erfüllt

Liberales Staatsfernsehen vom POL1Z1STENS0HN
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 2. September 2016

Aus der Sommerpause kommend tat Jan Böhmermann gut daran, zuerst einmal seine Erfolge ausgiebig zu feiern und das zu tun, was er kann: Musikvideos drehen. Unter dem Namen „Pol1z1stens0hn“ hatte Jan Böhmermann mit „Ich hab Polizei“ …

Zielgenau

Ein Buchtipp von Harry Popow
Ausgabe vom 2. September 2016

Ikarus – so wähnt sich laut Buchtitel ein einstiger NVA-Offizier, der sich hocharbeitete, oft misstrauisch beäugt oder auch behindert, heute von nach wie vor antikommunistisch aufgeheizten Möchtegern-Kriegern im Interesse einer „höheren …

Terror-Nonne dauerhaft festgesetzt

Eine Kalendergeschichte von Erasmus Schöfer
Ausgabe vom 2. September 2016

Ein großer Schlag ist der nordamerikanischen Heimatverteidigung gelungen! Eine Topterroristen wurde jetzt, Anfang 2014, in Knoxville mit drei Jahren Gefängnis unschädlich gemacht. Ihre zwei männlichen Komplizen gerieten zwar nicht nach …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 26. August 2016

Immer schön entlasten Die Künstlersozialabgabe dient dazu, freiberuflich tätige Künstler und Publizisten aller Bereiche ähnlich wie normale Arbeitnehmer in das Netz der Sozialversicherung einzubinden. Der Bund, Verwerter wie Buch- und …

Der schwierige Weg zu einem differenzierten Bild

Ein Nachruf auf die Nachrufe auf Hermann Kant
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 26. August 2016

Der Tod Hermann Kants hat eine Vielzahl von Nachrufen ausgelöst, in Anbetracht der Rolle, die Kant in der DDR spielte, aber vor allem in Betrachtung seines umfangreichen Gesamtwerkes war das zu erwarten. Es war eine geeignete …

Alles wird schicker

Die linke Subkultur verwaltet ihre „Freiräume“, Anwohner haben Angst vor der Polizei, die Vernetzung nimmt zu.
Olaf Matthes
Ausgabe vom 19. August 2016
Berlin, Rigaer Straße: Das linksradikale Szene-Idyll ist bedroht. Die einen werfen Steine. Die anderen gehen auf ihre Nachbarn zu. (Foto: Bianca Vola / flickr.com / CC BY-ND 2.0)

Berlin, Rigaer Straße: Das linksradikale Szene-Idyll ist bedroht. Die einen werfen Steine. Die anderen gehen auf ihre Nachbarn zu. (Foto: Bianca Vola / flickr.com / CC BY-ND 2.0)

Berlin-Friedrichshain, Rigaer Straße. Hier ist der Kiez, den der Berliner Kurier „Chaoten-Bastille“ nennt, den die Polizei als „Gefahrengebiet“ behandelt und in dem die linksradikale Szene ihre „Freiräume“ verteidigt. Hier hängen viele …

Kultursplitter

Ausgabe vom 19. August 2016

Nach dem Studium ist vor dem Prekariat Klaus Wagener schrieb in der UZ der vorletzten Woche über den Bologna-Prozess, der nun seit Jahren die Hochschulen treibt und beutelt und über die Erkenntnisse und Einsichten bei einigen politisch …

Ein Könner

Am 14. August starb Hermann Kant
Herbert Becker
Ausgabe vom 19. August 2016
„Ich bin absolut verquickt mit dem, was man begreift als DDR.“ (Foto: Gabriele Senft)

„Ich bin absolut verquickt mit dem, was man begreift als DDR.“ (Foto: Gabriele Senft)

Noch im Juni dieses …

Alle mit Eltern

Wortkünstlerin Kate Tempests Prosadebüt „Worauf du dich verlassen kannst“
Ken Merten
Ausgabe vom 19. August 2016

Es gibt viele Möglichkeiten, legal und illegal einem Menschen das Leben zu verwehren. Nicht nur Brecht wusste das, auch Kate Tempest stößt im South East London ihres Romanerstlings auf so einige. „Die Leute sehen nicht ein, dass sie zum …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 12. August 2016

Wenn wir im Kulturellen den Anspruch auf ein erfülltes Leben und die Formen, in denen dieser einzulösen ist, zu fassen bekommen, dann wird dieser Anspruch als eine Triebkraft der Befreiung entfesselt werden. Wir benötigen dazu eine …

Hans Reffert, die Letzte …

Eine musikalische Zeitreise
Werner Lutz
Ausgabe vom 12. August 2016

Kurz vor seinem Tod am 21. Februar erschien „Chromatic Babylon“, das letzte Album von Hans Reffert. Hans Reffert gehörte zu den Urgesteinen der deutschen Rockmusik. Als Musiker war er seit 1960 bei Sigi Schwab, später spielte er bei …

Wer glaubt schon an Lenin?

Ein Dokumentarfilm über die FDJ-Jugendhochschule „Wilhelm Pieck“
Hans-Günter Dicks
Ausgabe vom 12. August 2016
Jugendhochschule Wilhelm Pieck

Jugendhochschule Wilhelm Pieck

„Sag mir, wo du stehst und welchen Weg du gehst“, sang einst der Oktober-Club. Ganz ähnlich fragt ein Dokumentarfilm der Finnin Kirsi Marie Liimatainen: „Comrade, where are you today?“. Darin macht sie sich auf zu einer Reise, die sie …

Bert Brecht – Zeitgenosse

Vor 60 Jahren starb Bert Brecht. Sein Werk lebt und wirkt
Ausgabe vom 5. August 2016

Zu jedem Brecht-Jubiläum gehört, dass am Bild des Dramatikers, Dichters, Schriftstellers und Theatertheoretikers in den Feuilletons der Mainstreampresse gekratzt wird. Die dieses Geschäft betreiben hießen in der Vergangenheit Reich-Ranitzki, Füegi, Corino, Seidl, aktuell hat Uwe Kolbe mit seinem Buch „Brecht. Rollenmodell eines Dichters“ den Part des Dreckschmeißers übernommen. (s. UZ vom 1. Juli) Dazu schrieb André Müller sen. vor 10 Jahren: „Die Methoden, Brecht zu erledigen, sind immer die gleichen und haben sich, seit ich vor 44 Jahren in „Kreuzzug gegen Brecht“ über die erste Anti-Brecht-Kampagne in der Bundesrepublik schrieb, überhaupt nicht geändert: man verdreht, man fälscht, man zitiert falsch, man reißt aus dem Zusammenhang, man stellt unbewiesene Behauptungen auf, man reimt zusammen, und da im Kampf gegen Brecht und den Kommunismus, die Lüge offenbar eine Tugend ist, lügt man eben, wenn es nicht anders geht.“ (UZ vom 28. 7. 2006) Dass es nicht nötig ist, Brecht im Gegenzug auf einen Sockel zu stellen, war auf dem Pressefest in Dortmund zu erleben: In ihren Beiträgen stellten Künstler Brecht als einen Heutigen vor, einen, der hilft, Fragen zu beantworten, die sich heute stellen. Bert Brecht ist ein Zeitgenosse. Wir stellen drei Sichten auf Person und Werk Bert Brechts vor:

„Das Herz des Narren blutet im Spiel“

Zum Tod des Schriftstellers Benito Wogatzki (1932–2016)
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 5. August 2016
Benito Wogatzki auf dem Sonderparteitag der SED/PDS im Dezember 1989 (Foto: Gabriele Senft)

Benito Wogatzki auf dem Sonderparteitag der SED/PDS im Dezember 1989 (Foto: Gabriele Senft)

Einer der erfolgreichsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts ist im Alter von 83 Jahren am 25. Juli in Südfrankreich gestorben: Benito Wogatzki. Der deutsche Autor war ein Autor der DDR, der in beiden deutschen Staaten gelesen wurde …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 5. August 2016

Zum „Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse“, also den Kategorien, aus denen sich die Weltaneignung der Menschen beschreiben lässt, gehört neben Natur, Zivilisation, Technik und Arbeit die kulturelle Ausformung einer Gesellschaft. …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 29. Juli 2016

Eine der ältesten und immer noch wirkungsmächtigsten Kommunikationsweisen ist DAS GERÜCHT. Gezielt eingesetzt oder dank neuer Formen wie Facebook oder Twitter wild gestreut, vermag es ganze Kampagnen in Gang zu setzen, zu denunzieren, …

Über den „verantwortlichen Umgang“ mit dem Opium Religion

Dietmar Dath versucht sich in „Leider bin ich tot“ am Jenseitigen
Klaus Wagener
Ausgabe vom 29. Juli 2016

Es sei ein „provokanter und verblüffender Roman über Religion – eine Meditation über den Glauben und das Böse, über die Zeit, denkende Winde, Komplexitätstheorie und die Schuld der Väter“, vermutet der Klappentext. Ein Versuch eines, …

Profit frisst Umwelt

Wandmalprojekt in Bochum zu den UN-Nachhaltigkeitszielen
Ausgabe vom 22. Juli 2016

Am 9. Juli wurde am Castroper Hellweg im Bochumer Stadtteil Gerthe ein Wandbild der kubanisch-deutschen Künstlergruppe Rafael Campana, Abel Morejón und Henning Dahlhaus eingeweiht. Sie waren …

King Kong und die nackte Frau

Maren Ades „Toni Erdmann“ jetzt in den Kinos
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 22. Juli 2016
Wilde Lust am Kostümierspiel, hier ohne Kostüm.  (Foto: Komplizen Film)

Wilde Lust am Kostümierspiel, hier ohne Kostüm. (Foto: Komplizen Film)

Wenn „wir“ Europameister geworden wären, hätten die Hymnen auf deutsche Größe in den Medien wohl noch einige Phon­stärken mehr gehabt. Hat nicht geklappt. Also muss „Toni Erdmann“ her, Maren Ades fast drei Stunden langer Film, der schon …

Flaschenpost aus Israel

Mor Loushys Dokumentarfilm „Censored Voices“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 22. Juli 2016

Am 5. Juni 1967 begann mit Luftschlägen gegen ägyptische Flugplätze Israels Krieg gegen drei seiner als Bedrohung angesehenen Nachbarstaaten, der sogenannte Sechs-Tage-Krieg, als dessen Ergebnis der junge Staat Israel sein Territorium …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 22. Juli 2016

Die Monstranz, die gerne bei Debatten über Kunst- und Kulturpolitik vorangetragen wird, ist die vom „Föderalismus“, der den Bundesländern den ersten Platz zuweist. Stimmt zwar dann, wenn es um Ausführungsbestimmungen geht, aber wenn es …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 8. Juli 2016

Eine Vorbemerkung: Kunst und Kultur waren und sind immer ein Spiegel, den die Bourgeoise der Gesamtgesellschaft vorhielten – und immer noch vorhalten – getreu dem Satz von Karl Marx, „die herrschenden Gedanken sind immer die Gedanken der …

Luthers Wirken als Maßstab heutiger Politik

Zu einem provokanten Buch über radikales Denken heute
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 8. Juli 2016

Der Titel „Gehört Luther zu Deutschland?“ weist nicht nur auf das Reformationsjubiläum 2017 voraus, sondern spielt auf ähnliche Formulierungen an, wie sie in den letzten Jahren üblich wurden – „Gehört der Islam …, gehört die AfD …“ usw. …

Gewonnene Distanz

Die wundersame Verwandlung des Oliver K.
Maurice Böse
Ausgabe vom 8. Juli 2016
 (Foto: Eliot Blondet/ZDF)

(Foto: Eliot Blondet/ZDF)

„Eier, wir brauchen Eier!“ – mit derart zeitlosen Zitaten ist Oliver Kahn – neben seinen sportlichen Leistungen – zu einem der berühmtesten deutschen Fußballer aller Zeiten geworden. Allerdings wird er in der Regel erst seit dem Ende …

Interview

Unter richtiger Flagge

Ausgabe vom 8. Juli 2016
Nina Hager war von 2012-2016 Chefredakteurin der UZ, Lena Kreymann (SDAJ) ist Journalistin, Lucas Zeise ist neuer Chefredakteur der UZ (v.l.n.r.). (Foto: Tom Brenner)

Nina Hager war von 2012-2016 Chefredakteurin der UZ, Lena Kreymann (SDAJ) ist Journalistin, Lucas Zeise ist neuer Chefredakteur der UZ (v.l.n.r.). (Foto: Tom Brenner)

Die UZ muss für den Leser nützlich sein, meinen die ehemalige Chefredakteurin und der neue Chefredakteur bei der Zeitung der DKP. Im Gespräch mit der Journalistin Lena Kreymann.

Ein Lehrstück über das Werfen mit Dreck

Wie Uwe Kolbe Brecht schaden wollte und sich übernommen hat
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 1. Juli 2016
Alle paar Jahre wieder: Uwe Kolbe ist nicht der erste und sicher nicht der Letzte in der Reihe derer, die das Bild Brechts zu beflecken versuchen.  „Unberatene / Können den Weg für die vielen / Nicht finden.“ (Aus Brechts Gedicht „ Frage“) (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0 / Montage: UZ)

Alle paar Jahre wieder: Uwe Kolbe ist nicht der erste und sicher nicht der Letzte in der Reihe derer, die das Bild Brechts zu beflecken versuchen. „Unberatene / Können den Weg für die vielen / Nicht finden.“ (Aus Brechts Gedicht „ Frage“) (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0 / Montage: UZ)

Am 14. August jährt sich …

Entschieden gegen den Strom

Eine Einführung zu Shakespeares Tragödien bietet Orientierung
Thomas Metscher
Ausgabe vom 1. Juli 2016

Hier muss der Superlativ gestattet sein: es gibt keinen Autor der Weltliteratur (und Autorin hier mitgedacht), der so viel gespielt und gelesen wird wie Shakespeare, und es gibt auch keinen zweiten, über den in den letzten 400 Jahren so …

Interview

„… sie verkaufen ihre Freiheit“

Hermann Glaser-Baur
Ausgabe vom 1. Juli 2016

UZ : Du bist einer der profiliertesten Musiker, Komponisten und Liedermacher Irlands. Das Pressefest der UZ ist dein Deutschland-Debüt. Warum so spät und warum bei dieser Veranstaltung? Willie Drennan : Es hat sich einfach so …

Kunst an der Wand

Der nicaraguanische Meistermaler Manuel García Moia wurde 80
Hans-Joachim und Christel Schemel
Ausgabe vom 1. Juli 2016
 (Foto: Gabriele Senft)

(Foto: Gabriele Senft)

„Mural“ ist spanisch und bedeutet „Mauer“ oder „Wand“. Aus …

Armut in Deutschland

Hans-Dieter Hey
Ausgabe vom 1. Juli 2016
Armut in Deutschland, Ausstellung der Fotografengruppe r-mediabase (Foto: r-mediabase)

Armut in Deutschland, Ausstellung der Fotografengruppe r-mediabase (Foto: r-mediabase)

Es handelt sich schlicht um Ausbeutung Immer mehr prekäre Beschäftigung, „Selbstständige“ mit zwei Euro Stundenlohn, Rentner, die sich aus Mülleimern ernähren, Flüchtlinge, die weniger als Sozialhilfe bekommen oder die …

3 000 Besucher bei Grup Yorum in Gladbeck

DKP ermöglicht verbotenes Konzert
Olaf Matthes
Ausgabe vom 24. Juni 2016

Am Samstag haben in Gladbeck über 3 000 BesucherInnen am Festival „Eine Stimme und ein Herz gegen Rassismus“ teilgenommen, bei dem auch die türkische „Grup Yorum“ auftrat. Staatsschutz und Stadtverwaltung hatten im Vorfeld versucht, das …

Kultursplitter

Herbert Becker
Ausgabe vom 24. Juni 2016

Anschwellendes Gebrause Mit absehbarem Lärm in den „Qualitätsfeuilletons“ wird sicherlich die Verleihung des „Frank-Schirrmacher-Preis“ an den französischen Großschwätzer Michel Houellebecq bewertet. Nach Hans-Magnus Enzensberger ist …

Zwei Frauen mit der Kamera

Claudia von Alemanns Film über die Fotografin Abisag Tüllmann
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 24. Juni 2016
„Die Frau mit der Kamera – Portrait der Fotografin Abisag Tüllmann“. D 2014–92 Minuten. Buch, Regie, Produktion: Claudia von Alemann

„Die Frau mit der Kamera – Portrait der Fotografin Abisag Tüllmann“. D 2014–92 Minuten. Buch, Regie, Produktion: Claudia von Alemann

Vier Minuten lang fährt und schwenkt die Kamera durch menschenleere, aber sichtlich bewohnte Zimmer einer großen Wohnung, Regale voller Bücher, Papierstapel, Alltagsgegenstände, dann zunehmend Alben und Kontaktbögen, Fotogerät, eine …

Lieder und Propaganda

Beim Konzert von Grup Yorum in Gladbeck
Olaf Matthes
Ausgabe vom 24. Juni 2016
„Die Themen unserer Lieder reichen von Brot bis Liebe.“ (Foto: redpicture)

„Die Themen unserer Lieder reichen von Brot bis Liebe.“ (Foto: redpicture)

Eines der Lieder von Grup Yorum handelt von einer kurdischen Mutter, deren Sohn im Krieg gegen den türkischen Staat gefallen ist. Die Mutter singt davon, dass sie nicht um ihn weinen kann. „Als die mir das übersetzt haben, bin ich gleich …

54 Jahre Schreiben

Glückwunsch für Erasmus Schöfer
Klaus Stein
Ausgabe vom 17. Juni 2016
Erasmus Schöfer (Foto: Hans Peter Schaefer)

Erasmus Schöfer (Foto: Hans Peter Schaefer)

Sein 85. Geburtstag am …

Unnütz und allein

Maria Schrader hat sich an Stefan Zweig versucht – und ist gescheitert
Klaus Wagener
Ausgabe vom 17. Juni 2016
Stefan Zweig (Josef Hader) und Charlotte Zweig (Aenne Schwarz): „So gehöre ich nirgends mehr hin.“ (Foto: XVerleih)

Stefan Zweig (Josef Hader) und Charlotte Zweig (Aenne Schwarz): „So gehöre ich nirgends mehr hin.“ (Foto: XVerleih)

Wir sind in der Zeit, als Literatur noch ernst genommen wurde. Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (Josef Hader) wird in Brasilien begrüßt wie ein Staatsgast. Nach der Niederlage des Februaraufstandes 1934 war der erklärte …

Solidarität mit Grup Yorum

DKP unterstützt Mahnwachen gegen das Konzertverbot
Ausgabe vom 10. Juni 2016
Mahnwache mit Musik: Protest in Gladbeck gegen das Verbot des Grup-Yorum-Konzertes (Foto: DKP)

Mahnwache mit Musik: Protest in Gladbeck gegen das Verbot des Grup-Yorum-Konzertes (Foto: DKP)

Mitglieder und Freunde der türkischen Grup Yorum protestieren in dieser Woche täglich von 11 bis 17 Uhr (Freitags bis 13 Uhr) vor dem Rathaus in Gladbeck gegen das Verbot ihres Konzertes. Am Donnerstag wollen zwei Musiker in den …

„… dieses Sich-zuständig-Fühlen gehört zu meinem Verständnis vom Schriftsteller“

Zu Hermann Kants 90. Geburtstag am 14. Juni
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 10. Juni 2016
Hermann Kant auf dem Solidaritätsbasar der Journalisten auf dem Berliner Alexanderplatz, 2004 (Foto: Gabriele Senft)

Hermann Kant auf dem Solidaritätsbasar der Journalisten auf dem Berliner Alexanderplatz, 2004 (Foto: Gabriele Senft)

Das früheste Dokument in meiner Sammlung zu Hermann Kant, die ich anlässlich des 90. Geburtstages des Schriftsteller gesichtet habe, stammt aus dem Jahre 1964 und trägt den Titel „Romeo und Julia auf der Geisterbahn“. Kant beschreibt den …

Sein Ziel war nicht die Entscheidung, sondern die Möglichkeiten

Zum 70. Todestag Gerhart Hauptmanns
Ausgabe vom 10. Juni 2016

Am 6. Juni 1946 starb Gerhart Hauptmann – Nobelpreisträger, berühmter Dichter und Vorausdenker – in seinem burgartigen „Haus Wiesenstein“ in Agnetendorf, das durch das Kriegsende 1945 polnisch geworden war. Hauptmanns Umsiedlung in die …

DKP protestiert gegen Auftrittsverbot

Ausgabe vom 3. Juni 2016

Der türkischen Band Grup Yorum wird ein Auftritt am 18. Juni in Gladbeck verboten. Das Konzert mit bis zu 5.000 Besuchern soll auf dem Gelände der Alevitischen Gemeinde in Gladbeck stattfinden. In Gesprächen mit dem „Staatsschutz“ und …

Das Einfache, das schwer zu machen ist

Fotografien von Horst Sturm – Ein Bildband zur Ausstellung „Menschen, ich hatte euch lieb“
Ausgabe vom 3. Juni 2016
Juni 1965, Bummel durch die Lange Straße in Rostock (Foto: Horst Sturm)

Juni 1965, Bummel durch die Lange Straße in Rostock (Foto: Horst Sturm)

„Es gibt in der Geschichte der Malerei und der Fotografie Werke, die derart im Gedächtnis bleiben, dass ihre Urheber dahinter zurücktreten – bis dahin, dass sie unbekannt bleiben. Mir war der Name Horst Sturm nicht geläufig, als ich …

Ein Mann mit vielen Gesichtern

Erster Versuch einer biographischen Annäherung an den Mitautor der „Thälmann“- Filme, Michael Tschesno-Hell (1902–1980).
Cristina Fischer
Ausgabe vom 3. Juni 2016

„Der war für mich ein alter Bolschewik. Der wirkte so, der sprach auch so …“, erinnert sich Erhard Scherner an den Drehbuchautor Michael Tschesno-Hell, dem er in den 50er Jahren begegnete. Der Literaturwissenschaftler Hans Mayer, der …

Zocker-Thriller

Jodie Fosters „Money Monster“ verspricht Spannung, nicht unbedingt Erkenntnis
Klaus Wagener
Ausgabe vom 3. Juni 2016
 (Foto: youtube)

(Foto: youtube)

Wenn man ja nicht wüsste, wie so etwas ausgeht; hier kommt ein Setting, das man sich für mindestens 90 Prozent der gängigen LanzWillPlas-Shows dringend wünschen würde. Einer der regelmäßig verarschten Underdogs stürmt das Studio, …

„Die Düsseldorfer Polizei hat wirklich sehr humorvolle Texte für unser Stück geliefert“

Gespräch mit Frank Laubenburg und Jasper Prigge über das Theaterstück „Mein Einsatzleiter“
Markus Bernhardt
Ausgabe vom 3. Juni 2016
 (Foto: jwm)

(Foto: jwm)

UZ : Sie sind in den letzten Wochen und Monaten mehrfach mit dem Theaterstück „Mein Einsatzleiter“ in verschiedenen bundesdeutschen Städten aufgetreten. Was hat es mit diesem Stück auf sich? Jasper Prigge : Wir waren das ganze …

„Die Düsseldorfer Polizei hat wirklich sehr humorvolle Texte für unser Stück geliefert“

Gespräch mit Frank Laubenburg und Jasper Prigge über das Theaterstück „Mein Einsatzleiter“
Markus Bernhardt
Ausgabe vom 3. Juni 2016
 (Foto: jwm)

(Foto: jwm)

UZ : Sie sind in den letzten Wochen und Monaten mehrfach mit dem Theaterstück „Mein Einsatzleiter“ in verschiedenen bundesdeutschen Städten aufgetreten. Was hat es mit diesem Stück auf sich? Jasper Prigge : Wir waren das ganze …

Sein Deutschland war ein anderes

Zu Johannes R. Bechers 125. Geburtstag
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 27. Mai 2016
Johannes R.Becher 1951 im Gespräch mit Jungen Pionieren im Zeltlager der Pionierrepublik „Ernst Thälmann“in der Wuhlheide. (Foto: Bundesarchiv Bild 183-M0213–0306)

Johannes R.Becher 1951 im Gespräch mit Jungen Pionieren im Zeltlager der Pionierrepublik „Ernst Thälmann“in der Wuhlheide. (Foto: Bundesarchiv Bild 183-M0213–0306)

Es ist still geworden um Johannes R. Becher, dessen Texte in der DDR in den Schulbüchern standen und der nichts Geringeres sein sollte als der höchste Repräsentant sozialistischer deutscher Literatur. In seinem Schritt der …

Interview

„Niemand bringt uns zum Schweigen“

Grup Yorum kommt zum UZ-Pressefest, dem Fest des Friedens und der Solidarität
Wera Richter
Ausgabe vom 27. Mai 2016

UZ : Grup Yorum spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund. Was verbindet euch mit dem Fest der Kommunisten in Deutschland? Grup Yorum : Festivals dieser Art sind für uns von großer Bedeutung. Sie sind ein Beitrag zur internationalen …

Griechenland besteht auf Rückgabe

Parthenon-Fries immer noch im British Museum
Ausgabe vom 27. Mai 2016
Marmorelement des Parthenon-Fries (Foto: Scott Gosnell/wikimedia.org/public domain/File:Parthenon pediment statues.jpg)

Marmorelement des Parthenon-Fries (Foto: Scott Gosnell/wikimedia.org/public domain/File:Parthenon pediment statues.jpg)

Im jahrzehntelangen Streit um die Parthenon-Friesteile beharrt Griechenland auf der Rückgabe der wertvollen Skulpturen aus London. „Wir bestehen darauf“, sagte Kulturminister Aristidis Baltas der Deutschen Presse-Agentur. Eine Klage vor …

Interview

„Niemand bringt uns zum Schweigen“

Grup Yorum kommt zum UZ-Pressefest, dem Fest des Friedens und der Solidarität
Wera Richter
Ausgabe vom 27. Mai 2016

UZ : Grup Yorum spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund. Was verbindet euch mit dem Fest der Kommunisten in Deutschland? Grup Yorum : Festivals dieser Art sind für uns von großer Bedeutung. Sie sind ein Beitrag zur internationalen …

Gemeinsam camp(f)en

600 Jugendliche bei den Pfingstcamps der SDAJ
jm
Ausgabe vom 20. Mai 2016

Unter dem Motto „Hoch den Arsch gegen Camouflage!“ versammelten sich im Waldbad Königsee in Thüringen etwa 130 Jugendliche. Politisch standen die Themen Antimilitarismus und Antifaschismus im Vordergrund. Gerade mit dem Aufstieg der AfD …

Interview

Marx als Kompass

Melina Deymann
Ausgabe vom 20. Mai 2016

UZ: „The Movement“ aus Dänemark spielen am Freitag, dem 1. Juli, auf dem UZ-Pressefest in Dortmund zusammen mit „Redska“ aus Italien. Was für Musik macht ihr? Lukas Sherfey: Wir sind eine Mod-Band (Mod ist die Kurzform von Modernism) und mixen das Ganze mit Elementen des Ska und der Energie des Punks. In Deutschland treten wir auch meistens in der Punkszene auf. UZ: Was brachte euch dazu explizit politische Musik zu machen? Lukas Sherfey: Wir machen keine „explizit“ politische Musik. Wir haben auch Liebeslieder und reine Rock-‘n‘-Roll-Songs, aber wir mögen es alles zu mixen. Das Politische wird gebraucht. Ich wollte eine Band mit einem coolen Stil und einer guten Botschaft! Wir folgen der Tradition vieler 60er-Jahre-Bands wie der frühen „The Who“, der „Kinks“ usw., in der Freiheit ein großes Gut ist. Es geht darum, zu tun, was man möchte, ohne herumgeschubst zu werden. Für mich ist es das, worum es bei Rockmusik geht. Wir garnieren das noch mit ein bisschen revolutionärem Verständnis. UZ: In einem eurer Lieder singt ihr „We got love, we got hope, we got Marx“ (Wir haben Liebe, wir haben Hoffnung, wir haben Marx) – ist Marx unsere (einzige) Hoffnung? Lukas Sherfey: Vielleicht nicht unsere einzige Hoffnung. Aber er machte großartige Analysen, die als Kompass genutzt werden können. Wenn ich etwas wie den Arabischen Frühling sehe und wie traurig er endete, dann denke ich an Marx. Es ist einfach zu rebellieren und mit Fahnen rumzulaufen, aber wenn du eine wirkliche Veränderung willst, muss sie daher kommen, wo die Macht liegt. Es ist die Arbeiterklasse, die die Macht hat, das System lahmzulegen, „Streik“ an das Tor zu schreiben, keine Befehle entgegenzunehmen usw. Aber sie muss organisiert sein, sonst verschwinden die Bewegungen so schnell wie sie gekommen sind – oder werden von den Rechten gekapert. Es ist ein Kampf auf vielen Ebenen, aber ohne Wurzeln in der Arbeiterklasse wird der Kampf fehlschlagen, dafür gibt es zu viele Beispiele. UZ: Ihr spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund, dem Fest der Deutschen Kommunistischen Partei. Warum wollt ihr dort spielen? Lukas Sherfey: Wir spielen dort, weil wir eingeladen worden sind. Wir sind „The Movement“ und unterstützen Kommunisten, Anarchisten, Sozialisten, die Antifaschistische Aktion mit unserer Musik. UZ: Was erwartet ihr vom Pressefest? Lukas Sherfey: Ich weiß nicht was ich erwarten kann. Als ich ein Kind war, war das kommunistische Festival in Kopenhagen ein wirklich großes Ding. Drei Tage jeden Sommer. Im letzten Jahrzehnt waren die politischen Festivals in Dänemark ziemlich klein, selbst am 1. Mai. Aber ich hoffe, dass es in Dortmund eine großartige Erfahrung wird. Die neuen Generationen kämpfen gegen die reaktionäre Politik die wir heute erleben. Wir freuen uns sehr auf das Pressefest!

Der radikale Ideologe der Reformation

Eine lesenswerte Biografie über Thomas Müntzer
Ausgabe vom 20. Mai 2016
Thomas Müntzers Porträt auf dem 5-Mark-Schein der DDR

Thomas Müntzers Porträt auf dem 5-Mark-Schein der DDR

Der Vorsitzende der deutschen Thomas-Müntzer-Gesellschaft, der emeritierte Hamburger Prof. Hans-Jürgen Goertz, hat mit einer bemerkenswerten Biografie über Thomas Müntzer frühzeitig ein Zeichen zum bevorstehenden 500. Jahrestag der …

Interview

Marx als Kompass

Melina Deymann
Ausgabe vom 20. Mai 2016

UZ: „The Movement“ aus Dänemark spielen am Freitag, dem 1. Juli, auf dem UZ-Pressefest in Dortmund zusammen mit „Redska“ aus Italien. Was für Musik macht ihr? Lukas Sherfey: Wir sind eine Mod-Band (Mod ist die Kurzform von Modernism) und mixen das Ganze mit Elementen des Ska und der Energie des Punks. In Deutschland treten wir auch meistens in der Punkszene auf. UZ: Was brachte euch dazu explizit politische Musik zu machen? Lukas Sherfey: Wir machen keine „explizit“ politische Musik. Wir haben auch Liebeslieder und reine Rock-‘n‘-Roll-Songs, aber wir mögen es alles zu mixen. Das Politische wird gebraucht. Ich wollte eine Band mit einem coolen Stil und einer guten Botschaft! Wir folgen der Tradition vieler 60er-Jahre-Bands wie der frühen „The Who“, der „Kinks“ usw., in der Freiheit ein großes Gut ist. Es geht darum, zu tun, was man möchte, ohne herumgeschubst zu werden. Für mich ist es das, worum es bei Rockmusik geht. Wir garnieren das noch mit ein bisschen revolutionärem Verständnis. UZ: In einem eurer Lieder singt ihr „We got love, we got hope, we got Marx“ (Wir haben Liebe, wir haben Hoffnung, wir haben Marx) – ist Marx unsere (einzige) Hoffnung? Lukas Sherfey: Vielleicht nicht unsere einzige Hoffnung. Aber er machte großartige Analysen, die als Kompass genutzt werden können. Wenn ich etwas wie den Arabischen Frühling sehe und wie traurig er endete, dann denke ich an Marx. Es ist einfach zu rebellieren und mit Fahnen rumzulaufen, aber wenn du eine wirkliche Veränderung willst, muss sie daher kommen, wo die Macht liegt. Es ist die Arbeiterklasse, die die Macht hat, das System lahmzulegen, „Streik“ an das Tor zu schreiben, keine Befehle entgegenzunehmen usw. Aber sie muss organisiert sein, sonst verschwinden die Bewegungen so schnell wie sie gekommen sind – oder werden von den Rechten gekapert. Es ist ein Kampf auf vielen Ebenen, aber ohne Wurzeln in der Arbeiterklasse wird der Kampf fehlschlagen, dafür gibt es zu viele Beispiele. UZ: Ihr spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund, dem Fest der Deutschen Kommunistischen Partei. Warum wollt ihr dort spielen? Lukas Sherfey: Wir spielen dort, weil wir eingeladen worden sind. Wir sind „The Movement“ und unterstützen Kommunisten, Anarchisten, Sozialisten, die Antifaschistische Aktion mit unserer Musik. UZ: Was erwartet ihr vom Pressefest? Lukas Sherfey: Ich weiß nicht was ich erwarten kann. Als ich ein Kind war, war das kommunistische Festival in Kopenhagen ein wirklich großes Ding. Drei Tage jeden Sommer. Im letzten Jahrzehnt waren die politischen Festivals in Dänemark ziemlich klein, selbst am 1. Mai. Aber ich hoffe, dass es in Dortmund eine großartige Erfahrung wird. Die neuen Generationen kämpfen gegen die reaktionäre Politik die wir heute erleben. Wir freuen uns sehr auf das Pressefest!

Profit und die Gesetze des Kapitalismus

Klaus Müller hat ein gut verständliches, kurzes Buch zu den schwierigeren Problemen der Politischen Ökonomie geschrieben
Lucas Zeise
Ausgabe vom 20. Mai 2016

Ein vorzügliches Werk. Es handelt vom Profit und behandelt deshalb die wesentlichen Gesetze der politischen Ökonomie. Der Standpunkt des Autors ist der eines orthodoxen Marxisten. Von dieser Warte aus diskutiert er die Probleme, die die …

Mehr als ein Lexikon

Das Vermächtnis der Häftlinge von Buchenwald
Nina Hager
Ausgabe vom 20. Mai 2016
 (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-J0311-0302-001 / CC-BY-SA 3.0)

(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-J0311-0302-001 / CC-BY-SA 3.0)

Mit dem Lexikon „Konzentrationslager Buchenwald 1937 bis 1945“, das kürzlich im Rhinoverlag erschien, haben Gitta Günther und Gerhard Hoffmann, beide Mitglieder der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. ein nicht nur …

Regierungslinke entzaubert

Der „Kniefall“ von Thüringen
Herbert Münchow
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Im Thüringer Grenzmuseum bei einem Besuch der Staatssekretärin Babette Winter (Foto: TSK)

Im Thüringer Grenzmuseum bei einem Besuch der Staatssekretärin Babette Winter (Foto: TSK)

„Integrationsfalle (Mit)Regieren ‚Wild nicht erlegt – dafür Flinte verloren‘ … heißt die neue Streitschrift von Ekkehard Lieberam, die in der Schriftenreihe des Forums Gesellschaft und Politik im pad-verlag erschienen ist. Hier wird …

Gelebter Internationalismus

Lexikon der deutschen Kämpfer für die Spanische Republik
Günter Wehner
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Denkmal für die deutschen Kämpferinnen und Kämpfer für die Spanische SRepublik von Fritz Cremer in Berlin-Friedrichshain (Foto: SpreeTom / wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

Denkmal für die deutschen Kämpferinnen und Kämpfer für die Spanische SRepublik von Fritz Cremer in Berlin-Friedrichshain (Foto: SpreeTom / wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

Spät aber dennoch rechtzeitig zum 80. Jahrestag des Spanienkrieges und der Internationalen Brigaden erschien das biografische Lexikon deutscher Spanienkämpfer. Den Herausgebern ist mit der umfassenden Zusammenstellung von 4 500 Namen …

Eine Denkhilfe

„Faschismus-Diagnosen“ von Kurt Pätzold
Jonny Michel
Ausgabe vom 13. Mai 2016

Wer sich mit der Entstehung des historischen Faschismus, dessen Entwicklung und den Umständen, die dazu führten, befasst, der kommt nicht am international renommierten Historiker Kurt Pätzold vorbei. In zahlreichen Publikationen stellte …

Der kleine Elefant

Fredrik Vahle macht Lieder für Kind und Kegel
Anna Cordi
Ausgabe vom 13. Mai 2016
CD-Cover

CD-Cover

Eltern wissen, es gibt drei Kategorien an Spielzeug, Musik, Büchern, die sich in den Kinderzimmern anhäufen. Die eine Kategorie finden Eltern gut. Bei Kindern ruft sie maximales Desinteresse hervor. Die zweite Kategorie besteht aus …

Beckmann erklärt den Krieg

Borcherts „Draußen vor der Tür“: Ein Stück über Täter als Opfer
Leander Sukov
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Viele waren Täter, gelitten haben auch sie. (Foto: Deutsche Fotothek/CC BY-SA 3.0 DE/)

Viele waren Täter, gelitten haben auch sie. (Foto: Deutsche Fotothek/CC BY-SA 3.0 DE/)

„Draußen vor der Tür“ ist ein umstrittenes Stück. Die Kritik und die Rezeption war niemals einhellig. Worum geht es: Nach einer dreijährigen Kriegsgefangenschaft in Sibirien kommt der Unteroffizier Beckmann zurück nach Hamburg. Er …

Das Instrument der Könige 
und der Engel

Die irische Harfenistin Dearbhla McTaggart kommt zum Pressefest
Hermann Glaser-Baur
Ausgabe vom 13. Mai 2016

Seit hunderten von Jahren ist die Harfe in vielen Teilen der Welt als das Instrument der Höfe, der Könige und des Adels bekannt. Auch Engel spielen zarte Weisen auf dem noblen Teil, wie uns religiöse Schriften und Bilder von …

Zu zweit gegen Rassismus

„Angst essen Seele auf“ am Berliner Gorki-Theater
Olaf Matthes
Ausgabe vom 6. Mai 2016
Eine Geschichte von Liebe und Neid. (Foto: Esra Rotthoff/Maxim Gorki Theater)

Eine Geschichte von Liebe und Neid. (Foto: Esra Rotthoff/Maxim Gorki Theater)

Die Bürokratenseele, der …

Wir alle können die nächsten sein

Jürgen Schneiders Roman „Im Land der Lügen“
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 6. Mai 2016

Nach drei spannenden historischen Kriminalromanen, die in den 1930er Jahren im Holsteinischen spielen, plaudert der Hamburger Strafverteidiger und Krimi-Autor Heinz-Jürgen Schneider erneut aus dem juristischen Nähkästchen. Diesmal treibt …

Zeitgeschichte ohne Didaktik

Tanja Cummings‘ „Linie 41“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 6. Mai 2016
Tanja Cummings und Natan Grossmann in Lodz (Foto: Marek Iwicki)

Tanja Cummings und Natan Grossmann in Lodz (Foto: Marek Iwicki)

Natan Grossmann singt …

Wo Verbrechen ehrenhaft werden

Zu Christoph Heins Roman „Glückskind mit Vater“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 29. April 2016
Christoph Hein (Foto: wikicommons)

Christoph Hein (Foto: wikicommons)

Die Literaturkritik sucht lange nach dem „Wenderoman“. Nun gibt es ein wichtiges Ergebnis, Christoph Heins umfangreichen Roman „Glückskind mit Vater“. Hein verzichtet allerdings auf den Begriff „Wende“, der die Zeit um 1989 nicht trifft. …

Alle müssen sterben

„Game of Thrones“ geht in die 6. Staffel
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 29. April 2016

Von solchen Serien lebt der Bezahlsender HBO: „Game of Thrones“ ist nicht nur als Fernsehserie ein Verkaufsschlager, auch die Bücher von George R. R. Martin verkaufen sich millionenfach, dazu kommen die üblichen Devotionalien für Freunde …

Shakespeares Menschen in schlechter Gesellschaft

Vor 400 Jahren starb William Shakespeare. Seine Gestalten leben
Dietmar Dath
Ausgabe vom 22. April 2016

Präzision und Mehrdeutigkeit hält man für Gegensätze. In Shakespeares Sprache aber sind beide immer da, und nehmen einander doch nie den Atem. Selbst simpelste Wortfolgen, etwa das grausige „the Tower, the Tower“ im Stück über Heinrich …

Kommentar

Dreierpack

Kommentar von Volker Bräutigam
Ausgabe vom 22. April 2016

Böhmermann, Merkel, Erdogan: Hier bemühen sich drei Widerlinge auf die ihnen jeweils eigene Weise, König aller Kotzbrocken zu werden. Böhmermann: Schmäht den „Sultan“ infantil vulgär einen Sodomisten, statt ihn politisch zu beleidigen. …

Zäh wie Leder, flink wie Windhunde, hart wie Kruppstahl

Jon Favreaus „Jungle Book“ will die Rückkehr zu den Ursprüngen – des Imperialismus
Klaus Wagener
Ausgabe vom 22. April 2016
Überleben in einer feindlichen Welt.  (Foto: Disney)

Überleben in einer feindlichen Welt. (Foto: Disney)

Ein kleiner Mensch, ein kleiner Junge, verletzlich, fast nackt in unsicherer gefährlicher Umgebung, im indischen Dschungel. Dieser kleine Mensch ist physisch dramatisch unterlegen. Er ist nicht so schnell, nicht so stark, nicht so groß …

Freie Fahrt für Kreuzfahrtschiffe

Kapitalinteressen am Canal della Giudecca
Uwe Koopmann
Ausgabe vom 22. April 2016
Kreuzfahrtschiff Celebrity Summit am Haken des Schleppschiffes Vanna C beim Verlassen Venedigs. Im Hintergrund die Basilika Santa Maria della Salute (Mai 2009). (Foto: Peter Haas / wikimedia.com / CC-BY-SA-3.0)

Kreuzfahrtschiff Celebrity Summit am Haken des Schleppschiffes Vanna C beim Verlassen Venedigs. Im Hintergrund die Basilika Santa Maria della Salute (Mai 2009). (Foto: Peter Haas / wikimedia.com / CC-BY-SA-3.0)

Dem Canal della Giudecca, der die gleichnamige Insel von Venedigs Stadtteil Dorsoduro trennt, hat das Verwaltungsgericht von Venetien Verkehrsregeln verpasst. Nicht für einen der etwa 500 Gondolieri – und kaum zu seinem Schutz: …

Begreifen des Einzelnen und des Ganzen

Brechts „Maßnahme“ in Berlin mit Massenchor und Orchester nach Eislers Maßgabe
Hilmar Franz
Ausgabe vom 15. April 2016
Im Studio der Schallplattenfirma Homocord bei der Aufnahme des „Songs von der Ware“: Der Tenor Erik Wirl, Bertolt Brecht und Hanns Eisler. (Foto: Archiv Jürgen Schebera)

Im Studio der Schallplattenfirma Homocord bei der Aufnahme des „Songs von der Ware“: Der Tenor Erik Wirl, Bertolt Brecht und Hanns Eisler. (Foto: Archiv Jürgen Schebera)

8. April 2016: Probentag und szenisch-oratorischer Aufführungsabend mit überschwänglich langem Beifall in der Berliner Philharmonie. Gespräche noch länger danach, auch draußen. Möglich, dass die Erinnerungen noch lange wach bleiben, bei …

Kultur braucht Frieden – Kunst fordert Kultur

Der Kampf gegen Zerstörung der Kultur ist ein aktuelles Thema
Jürgen Meier
Ausgabe vom 8. April 2016

Am 21. Juni 1935 strömten Tausende Menschen zum Großen Saal der Mutualité in Paris, um die Kultur zu verteidigen. Da der Saal nur 3 000 Teilnehmern Platz bot, übertrugen Lautsprecher die Reden des 1. Internationalen …

Willkommen im Big Apple

Anja Röhls New-York-Erfahrungen
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 8. April 2016

Sechs Tage taucht die Autorin Anja Röhl im April 2014 ein in die Stadt, die niemals schläft. Ihre Erlebnisse beschreibt sie in dem Büchlein „Granny in New York“ – eine sehr persönliche Reportage über die Weltmetropole zwischen …

Der Traum wirkt

Ein tollpatschiger Panda wird auserwählt
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 1. April 2016
 (Foto: DreamWorks Animation)

(Foto: DreamWorks Animation)

Derzeit haben Freunde des animierten Tierfilms an der Kinokasse zwei Optionen, ihr sauer verdientes Geld abzustoßen: Zoomania (der englische Titel ist besser: Zootopia) gilt als der sehenswertere Film, aber ich bin nun mal in Kung Fu …

Selbstdemontage

Mit „Rock The Kasbah“ unterminiert Barry Levinson sein eigenes Denkmal
Klaus Wagener
Ausgabe vom 1. April 2016
Immer sollen die anderen schuld sein. (Foto: Verleih)

Immer sollen die anderen schuld sein. (Foto: Verleih)

An den Darstellern jedenfalls hat es nicht gelegen. Bill Murray gibt den aufschneiderischen Looser Richie Lanz mit seinem üblich stoisch-dauerverwirrten Knautschgesicht; Zooey Deschanel die talentfreie Ronnie, die ihren Promoter Richie …

Putin erklären?

Ich und die Sowjetunion, heißt das.
Hannes Stütz
Ausgabe vom 1. April 2016

Eine mir sehr liebe Bekannte, christlich geprägt, hat mich angefragt Putin zu erklären. Ich habe stattdessen, aber hinführend, Biographisches erzählt. Das Echo war gut – deshalb weitere, diesmal unverlangte Mitteilung. Für die …

Kriege töten zweimal

Ein seltenes Stück Wahrheit im deutschen Fernsehen
bro
Ausgabe vom 1. April 2016

Das erste Opfer des Kriegs, das weiß man, ist immer die Wahrheit. Diese Aussage bezieht sich vor allem auf den Anlass des Krieges, die Begründung, die fast immer dazu dient, den wahren Kriegsgrund zu verschleiern. Im Fall des Krieges der …

Gewissensfrage

„Terror“ von Ferdinand von Schirach im Alten Schauspielhaus in Stuttgart
Lars Thiede
Ausgabe vom 25. März 2016
Das Ethikgericht tagt. (Foto: Schauspielbühnen Stuttgart)

Das Ethikgericht tagt. (Foto: Schauspielbühnen Stuttgart)

In vielen Städten läuft zur Zeit das Stück „Terror“ von Ferdinand von Schirach, auf noch mehr Bühnen soll es demnächst starten. Auch in Stuttgart sind die Vorstellungen gut besucht. Vielleicht, weil das Stück von seiner Konzeption her …

Die Wiederkehr des jungen Genossen

Wiederaufführung der „Maßnahme“ mit 300 Laien-Sängern
Hilmar Franz
Ausgabe vom 25. März 2016
Blutmai 1929: Polizeipräsident Zörgiebel ließ schießen.

Blutmai 1929: Polizeipräsident Zörgiebel ließ schießen.

Der Kartenverkauf für ein besonderes Ereignis in der Berliner Philharmonie ist in vollem Gang – die original besetzte Wiederaufführung von Hanns Eislers/Bertolt Brechts Lehrstück „Die Maßnahme“ am 8. April. Quer durch die Stadt werden …

Freibier oder Vaterland

Erfahrungen aus der dörflichen Politik von Theodor Weißenborn
Ausgabe vom 25. März 2016

Als wir aufs Land zogen, Lissi und ich, haben mir wohlmeinende Freunde geraten, mich in die dörfliche Kommunalpolitik zu mischen, denn ich hätte das Zeug und folglich die Verpflichtung hierzu. Je nun, das Zeug – wenn‘s nur darum geht, so …

Kommunist als Kinoheld

Jay Roach erinnert mit „Trumbo“ an die US-Kommunistenparanoia
Klaus Wagener
Ausgabe vom 18. März 2016
Hedda Hopper (Helen Mirren) klatscht Trumbo (Bryan Cranston) nieder. (Foto: Paramount)

Hedda Hopper (Helen Mirren) klatscht Trumbo (Bryan Cranston) nieder. (Foto: Paramount)

Zugegeben, es gibt politischere Filme. Hollywood und der Kommunismus, das ist eine komplizierte Sache. Bis heute. Und wären wir Kommunisten nicht so schwach, vielleicht gäbe es nicht einmal diesen Film. An reaktionären, …

Ein Dokument der Zensur

Zu Siegfried Lenz‘ Roman aus dem Nachlass „Der Überläufer“, der in der jungen Bundesrepublik nicht erscheinen durfte
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 18. März 2016

Der Wehrmachtssoldat Walter Proska, auch als „Assistent des Gewissens“ (298) bezeichnet, fährt vom Heimaturlaub im masurischen Lyck 1944 an die zusammenbrechende Ostfront. Der Zug wird von Partisanen gesprengt und statt an der Front …

Alle Kräfte sammeln

Erinnerung an Peter Gingold
Martina Lennartz
Ausgabe vom 18. März 2016
100 Jahre Peter Gingold, Matinee in Frankurt, Esther Bejarano mit Die Grenzgänger und Tacheles & Schmu (Foto: Tom Brenner)

100 Jahre Peter Gingold, Matinee in Frankurt, Esther Bejarano mit Die Grenzgänger und Tacheles & Schmu (Foto: Tom Brenner)

Da sich im März 2016 der Geburtstag des im In- und Ausland bekannten Frankfurter Antifaschisten und Kommunisten Peter Gingold zum 100. Mal jährt, luden die Ettie-und-Peter-Gingold-Erinnerungsinitiative und die Vereinigung der Verfolgten …

Medien, Kritik und Demokratie

Welchen Bildern können wir noch vertrauen?
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 11. März 2016

Man kann es einen Witz nennen oder ein erhellendes Paradoxon, aber das Schimpfwort „Lügenpresse“ – das es 2014 immerhin als „Unwort des Jahres“ zu zweifelhaftem Ruhm brachte – kommt so häufig in politischen Debatten und in den Medien …

Von Hootenanny zum Lied für Flüchtlinge

Das Festival „Musik und Politik“ blickte auf DDR-Verwurzelungen zurück
Hilmar Franz
Ausgabe vom 4. März 2016

Franz Josef Degenhardts „Hört ihr noch den Ruf der Schwäne?“, gewidmet den „Freunden und Genossen vom Festival des Politischen Liedes 1975 in Berlin“, gab dem Eröffnungsprogramm des 16. …

Pechstein-Gemälde wieder zugänglich

Kunstsammlung der Uni Göttingen zeigt das Werk „Baumskelett“ und andere Expressionisten
Kai Böhne
Ausgabe vom 4. März 2016
Nach der Restaurierung strahlt das Pechstein-Bild wieder im ursprünglichen Glanz.

Nach der Restaurierung strahlt das Pechstein-Bild wieder im ursprünglichen Glanz.

Seit Kurzem ist das 1921 entstandene Gemälde „Baumskelett“ des expressionistischen Malers Max Pechstein (1881–1955) vorübergehend wieder öffentlich zu bewundern. Es befindet sich in der Kunstsammlung der Universität Göttingen. Dank einer …

Ein Großer der Literatur, engagierter Linker und Antifaschist

Zum Tod von Umberto Eco
Gerhard Feldbauer
Ausgabe vom 26. Februar 2016
Umberto Eco im Mai 2005 (Foto: Ufficio Stampa Università Mediterranea di Reggio Calabria/wikimedia.com/CC BY-SA 3.0)

Umberto Eco im Mai 2005 (Foto: Ufficio Stampa Università Mediterranea di Reggio Calabria/wikimedia.com/CC BY-SA 3.0)

Am Freitag vergangener Woche starb Umberto Eco im Alter von 84 Jahren. Mit ihm verlor nicht nur Italien einen weltberühmten Literaten, herausragenden Philosophen, aber auch Sprachwissenschaftler, der zu brennenden Fragen der Politik …

Traumhafte Traumfabrik

Mit „Hail, Caesar!“ zerlegen die Coen-Brüder genüsslich-amüsiert das alte Hollywood
Klaus Wagener
Ausgabe vom 26. Februar 2016
Von der Anstrengung der Schauspielerei gefällt: Equus Dente (George Clooney) (Foto: Universal Pictures)

Von der Anstrengung der Schauspielerei gefällt: Equus Dente (George Clooney) (Foto: Universal Pictures)

Es waren Hollywoods Goldene Jahre. Die Zeit der strahlenden Bombe und der strahlend-sauberen Hochglanzproduktionen mit ebenso strahlend-sauberen Hochglanzstars wie Doris Day oder Rock Hudson. Mit harten, aber ehrlichen Kerlen wie John …

Fragwürdige Perspektive

Der Wettbewerb der 66. Berlinale
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 26. Februar 2016
 (Foto: wikimedia.org/wikipedia/commons/5/54/20150208_-)

(Foto: wikimedia.org/wikipedia/commons/5/54/20150208_-)

s scheint nicht gut zu stehen um die Zukunft des Kinos. Sollte diese wirklich darin liegen, mit einem Film von mehr als acht (!) Stunden Laufzeit und einer exotischen, hoch politischen, aber außerhalb seines Herkunftslandes kaum …

Bunt gegen rechts

Ein neues Benefiz-Doppelalbum von Lucha Amada
Werner Lutz
Ausgabe vom 12. Februar 2016

Unter dem Titel „Lucha Amada II – love music. hate fascism“ ist vor kurzem der zweite Benefiz-Sampler des Musikkollektivs Lucha Amada erschienen. Es ist nach dem ersten Sampler, der 2011 von dem dj-Kollektiv produziert wurde, auch wieder …

Ein Jahrhundertkerl

Am 17. Februar vor 160 Jahren starb Heinrich Heine
Hans-Karsten Raecke
Ausgabe vom 12. Februar 2016
 (Foto: wikipedia)

(Foto: wikipedia)

Als Heinrich Heine am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf zur Welt kam, gehörte die Stadt zu Frankreich. Nach französischem Recht war er also Franzose, was ihm ermöglichte, in Frankreich ohne Angst vor Ausweisung im Exil zu leben, nachdem …

Interview

Keine Angst vor neuen Klängen

Kulturpreis für Daniel Osorio
Manfred Idler
Ausgabe vom 12. Februar 2016
Daniel Osorio, Komponist und Kommunist

Daniel Osorio, Komponist und Kommunist

Der seit 2005 in Saarbrücken lebende chilenische Musiker und Komponist Daniel Osorio hat am hat am 21. Januar den Kulturpreis des Regionalverbandes Saarbrücken für Musik erhalten. Daniel Osorio hat nach seinem Kompositionsstudium an der Universidad de Chile an der Hochschule für Musik Saar Komposition und Elektroakustische Musik studiert. In seinen Kompositionen verbindet er südamerikanische Elemente mit zeitgenössischer mitteleuropäischer Musik. Die Jury bezeichnete Osorio als einen ausgewiesenen Könner mit sehr hohem musikalischem Niveau in seinem digitalisierten Klang.

Fidel ist Fidel

Fotografien von Roberto Chile
Ausgabe vom 12. Februar 2016
Der Stern von Fidel (Foto: Roberto Chile)

Der Stern von Fidel (Foto: Roberto Chile)

Seit den Tagen der Sierra war das Olivgrün das sichtbare Zeichen des ruhelosen Kriegers. Manchmal erschien er aus protokollarischen Gründen in der Guayabera oder in einem klassischen dunklen Anzug, um sich aber dann sofort wieder in die …

Die Ehre der Kopfgeldjäger

„The Hateful 8“ zerlegt die Mythen des amerikanischen Überlegenheitsanspruchs
K. W.
Ausgabe vom 5. Februar 2016
Tarantinos Blick auf den Verfall der US-Gesellschaft. (Foto: Universum Film)

Tarantinos Blick auf den Verfall der US-Gesellschaft. (Foto: Universum Film)

Die Bilder rufen Erinnerungen wach. Berge, Täler, die grandiose Landschaft Wyomings im 70-mm-Ultra-Panavision-Format. Nur gewinnt hier keiner die legendären Schlachten des „Wilden Westens“ zum x-ten Male auf der Leinwand, wie das …

„NSU“-Homestory

Der ZDF-Film „Letzte Ausfahrt Gera“ verwandelt Beate Zschäpe in ein braunes Covergirl
Klaus Wagener
Ausgabe vom 5. Februar 2016
Beate Zschäpe (Lisa Wagner) in Begleitung der BKA-Beamten Troller (Joachim Król) und Dietrich (Christina Große) (Foto: ZDF/Janett Kartelmeyer)

Beate Zschäpe (Lisa Wagner) in Begleitung der BKA-Beamten Troller (Joachim Król) und Dietrich (Christina Große) (Foto: ZDF/Janett Kartelmeyer)

Beate Zschäpe besuchte, immer vorausgesetzt, dass alles so stimmt, was uns Regisseur und Drehbuchautor Raymond Ley und seine Ko-Autorin Hannah Ley da näher zu bringen versuchen, im Juni 2012 ihre Oma in Gera. Damit dieses nur wenige …

Schönes Städtchen mit Schattenseiten

Leander Sukovs „Ochsenfurter Rundgang“
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 29. Januar 2016
Leander Sukov

Leander Sukov

Die kurzweilig geschriebene Novelle „Schöne kleine Stadt – Ochsenfurter Rundgang“ von Leander Sukov enthält viel Historisches, wobei die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion mitunter sehr fließend sind. Deshalb ist es ratsam, es dem …

Neue Freiheit in der DDR

„Egon und das achte Weltwunder“ – ein DEFA-Fernsehfilm von 1964
Cristina Fischer
Ausgabe vom 29. Januar 2016
Für das „Wunder“ Christine (dargestellt von Traudl Kulikowsky) verwandelt sich der halbstarke Rowdy Egon (Gunter Schoß) in einen schüchternen Verliebten.

Für das „Wunder“ Christine (dargestellt von Traudl Kulikowsky) verwandelt sich der halbstarke Rowdy Egon (Gunter Schoß) in einen schüchternen Verliebten.

Gute Unterhaltungsfilme für ein jugendliches Publikum waren in der DDR eher selten, obwohl – oder weil? – um dieses Genre von Staats wegen zäh und ernst gerungen wurde. So sah sich zum Beispiel auch der für seine eher …

„Entweder da is‘ wat, oder da is‘ nischt“

Gabriele Senft
Ausgabe vom 22. Januar 2016
1951, Horst Sturm (Foto: Schack)

1951, Horst Sturm (Foto: Schack)

Das war das Motto von Horst Sturm, einem der bedeutendsten Pressefotografen der DDR. Seine Fotografie zeichnet sich aus durch großes persönliches Engagement und durch Liebe zu den Menschen. Inszenierte Fotos lehnte er ab. Damit befand er …

Ein Künstler ohne Lobby

Zum Tod von Karl Herrmann Roehricht
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 22. Januar 2016

Bereits am 27. Dezember 2015 starb der Schriftsteller und Maler Karl Herrmann Roehricht. Am 22. Januar 2016 wird er anonym beigesetzt; so hat er es bestimmt. – Es bleibt den Lebenden ein einmaliges künstlerisches Werk, das aus Romanen, …

Wall-Street-Party-Killer

„The Big Short“ zelebriert die Absurditäten der Subprime-Blase
Klaus Wagner
Ausgabe vom 22. Januar 2016
Misstrauisch belauern sich die Zocker. (Foto: Paramount)

Misstrauisch belauern sich die Zocker. (Foto: Paramount)

Die Sieger der Geschichte feierten ihre größten Triumphe. Der Rote Oktober war niedergerüstet, der ehemals widerständige Teil des Globus wieder der ganz normalen imperialistischen Ausbeutung ausgeliefert. Die Kurse knallten durch die …

Ein Strauß voller Liebe, Leben und Kampf

Neues vom Duo Bonjour/Köhler
Ausgabe vom 15. Januar 2016

„Paris erwacht“ ist der Titel des dritten Bühnenprogramms von Blandine Bonjour und Bernd Köhler. Dieses Mal hat das profilierte deutsch-französische Gesangsduo eine (übrigens brillante) Live-Aufnahme eines Konzertes vom Mai 2015 in …

Amerikatz – oder doch Armenikatz?

Zu Wilhelm Bartschs neuem Roman „Amerikatz“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 15. Januar 2016

Wilhelm Bartsch versucht dem Leser in seinem dritten Roman die Lektüre zu erleichtern, um es ihm anschließend schwer zu machen: Vieles ist unterhaltsam, manche Episoden spannend, gut geschrieben alles. Aber wie Bartsch die Details …

Hipster gibt es nicht

… und wenn doch, dann sind sie gasförmig
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 15. Januar 2016

16 bis 30 Jahre alt, männlich, Vollbart, mit einem Jutebeutel über der Schulter, so wird das Äußere des Hipster meist beschrieben. Mit diesem Erscheinungsbild beginnt auch der „Jugendforscher“ Philipp Ikrath in seinem Buch „Die Hipster – …

Interview

Verfälschung durch Ausblenden

Zehn Jahre Institut für Medienverantwortung (IMV)
Markus Bernhardt
Ausgabe vom 8. Januar 2016
Dr. Sabine Schiffer promovierte zum Islambild in den Medien und gründete 2005 das unabhängige Institut für Medienverantwortung (IMV), dessen Leiterin sie ist. (Foto: diakonie düsseldorf)

Dr. Sabine Schiffer promovierte zum Islambild in den Medien und gründete 2005 das unabhängige Institut für Medienverantwortung (IMV), dessen Leiterin sie ist. (Foto: diakonie düsseldorf)

UZ : Ihr Institut hat kürzlich sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Was sind die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? …

Lehrer vieler Fotografen

Bilder waren das Wertvollste in Horst Sturms Leben
Gabriele Senft
Ausgabe vom 8. Januar 2016
Horst Sturm (13. 5 1923 – 23. 12. 2015) (Foto: Gabriele Senft)

Horst Sturm (13. 5 1923 – 23. 12. 2015) (Foto: Gabriele Senft)

„Backbord, Steuerbord, Mittschiffs – auf das Leben!“ Noch vor ein paar Tagen haben wir mit ihm angestoßen, unserem Käpt’n, wenn auch nur mit Apfelschorle, aber seine Augen leuchteten verschmitzt dabei. Wenige Tage später hat sein über …

Künstler in der Zeitenwende

Das neue Buch von Peter Michel schildert Kunst anhand von Begegnungen mit Kunstschaffenden
Ausgabe vom 8. Januar 2016

Der Kunstwissenschaftler Dr. Peter Michel hat im Verlag Wiljo Heinen ein neues Buch vorgelegt, in dem er uns teilhaben lässt an seinen Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern, die heute überwiegend verdrängt werden – er legt Zeugnis ab „über eine Zeit und ihre Kunst, die im Werteverfall, in den Oberflächlichkeiten und Verdrängungsstrategien der Gegenwart in Vergessenheit zu geraten droht“. Zwei Leseproben aus dem Werk:

Interview

Das Fest mit der besonderen Atmosphäre

Lars Mörking
Ausgabe vom 25. Dezember 2015
Jane Zahn

Jane Zahn

Die Kabarettistin und Sängerin ist aktiv in der Kulturkommission der DKP und bereitet das Kulturprogramm des 19. UZ-Pressefest mit vor.

„Wir sollten keine Anstrengung und kein Risiko scheuen“

Zum 20. Todestag des Dichters Heiner Müller am 30. Dezember
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 25. Dezember 2015
Heiner Müller bei der Berliner Großdemonstration am 4.11.1989 (Foto: Bundesarchiv)

Heiner Müller bei der Berliner Großdemonstration am 4.11.1989 (Foto: Bundesarchiv)

Es bedürfte nicht des …

Es wird werden!

Kunstausstellung auf der XXI. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 9.1. 2016
Ausgabe vom 18. Dezember 2015
Rudolf Sittner: „Man kann sie nicht fassen“, Tusche auf mexikanischem Rindenpapier

Rudolf Sittner: „Man kann sie nicht fassen“, Tusche auf mexikanischem Rindenpapier

Das macht Mut: Auch in diesem Jahr folgten wieder sehr viele Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland dem Aufruf der „Gruppe tendenzen Berlin“ und der Tageszeitung „junge Welt“ und sandten ihre künstlerischen Beiträge für die …

Interview

„Selber tun!“

21. Rosa-Luxemburg-Konferenz der „junge Welt“
Markus Bernhardt
Ausgabe vom 18. Dezember 2015
Dr. Arnold Schölzel ist Chefredakteur der Tageszeitung junge Welt (Foto: sdaj münchen)

Dr. Arnold Schölzel ist Chefredakteur der Tageszeitung junge Welt (Foto: sdaj münchen)

UZ : Die Internationale Rosa Luxemburg-Konferenz, die am 9. Januar in der Berliner Urania stattfinden wird, steht unter dem Motto „Kein Gott, Kein Kaiser, Kein Tribun. Selber tun!“. Vor welchen Aufgaben sehen Sie die politische Linke …

Assassination Generation

Ausstellung „Meine Zeit – Meine Welt“ im Rahmen von 25 Jahren Galerie Arbeiterfotografie
af
Ausgabe vom 11. Dezember 2015
<p>Anabel Schnuras Bilder dokumentieren ein Verbrechen der Wirtschaft</p>

<p>Anabel Schnuras Bilder dokumentieren ein Verbrechen der Wirtschaft</p>

Mit offenen Augen durch die Welt gehen und (doch nicht) sehen. Von Kriegsleid erfahren und (doch nicht) verstehen. Die Zeit und die Welt, in der ich lebe, darstellen. Positionen ausdrücken, diese Welt und Zeit mitgestalten zu wollen, …

Wie sich Literaturwissenschaft mit Solidarität verbündet

Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Mainz
Eva Petermann
Ausgabe vom 4. Dezember 2015
<p>Aufnahme von Anna Seghers während ihrer Rede vor dem II. Schriftstellerkongress in Madrid und Valencia „Zur Verteidigung der Kultur“; aus der Ausstellung „Bilder der Solidarität“.</p>

<p>Aufnahme von Anna Seghers während ihrer Rede vor dem II. Schriftstellerkongress in Madrid und Valencia „Zur Verteidigung der Kultur“; aus der Ausstellung „Bilder der Solidarität“.</p>

„Bilder der Solidarität“ begrüßten die Gäste der Anna-Seghers-Gesellschaft (AGS) im Foyer der Akademie für Wissenschaft und Kultur in der Geschwister-Scholl-Straße in Mainz, dem Geburtsort der weltberühmten Autorin von „Das siebte …

Interview

Mit Herz und Stimme für das Volk, gegen Rassismus

„Grup Yorum“ trotzt Verboten und Repression
Ausgabe vom 27. November 2015

Eine Stimme und ein Herz gegen Rassismus – unter diesem Motto fand am 14. November in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen ein mitreißendes Konzert der linken türkischen Band „Grup Yorum“ nebst Freunden statt. Trotz politisch bedingter Schikanen des türkischen Regimes in Kumpanei mit den deutschen Behörden konnte das Konzert stattfinden und mehr als 10 000 begeisterte, mehrheitlich türkische Fans, waren gekommen und feierten ein linkes Fest der Solidarität. Die deutschen Behörden hatten im Vorfeld ein Einreiseverbot verfügt und sich damit wieder als treueste Verbündete des faschistoiden AKP-Regimes erwiesen. Obwohl nur ein Mitglied der türkischen Stammbesetzung auf der Bühne stand, konnte das Konzert mit Hilfe in Deutschland lebender befreundeter Musikerinnen und Musiker stattfinden. Eine logistische Meisterleistung unserer türkischen Freundinnen und Freunde war dieses Fest außerdem. Fast alles vom Kartenverkauf über Einlasskontrolle, Ordner und Verpflegung wurde in Eigenregie durchgeführt. Und es war ein mitreißendes, kämpferisches politisches Kulturprogramm auf hohem musikalischem Niveau mit bis zu über 30 Mitwirkenden auf der riesigen Bühne. Ein wahres linkes fortschrittliches Fest der Solidarität, wie wir es auch vomUZ-Pressefest kennen. UZ sprach mit einem Mitglied der Gruppe, die vor Kurzem ihren 30. Geburtstag feierte, über den Aufbau, die Inhalte und Ziele von „Grup Yorum“.

Lieder aus dem Pütt

Zeitreise in die Geschichte der Arbeiterbewegung
Werner Lutz
Ausgabe vom 27. November 2015
Frank Baier, Sänger des Ruhrpotts

Frank Baier, Sänger des Ruhrpotts

Zugegeben, allein von der Aufmachung her hat das neue Album von Frank Baier einen nostalgischen Touch: es ist keine CD, sondern eine Vinyl-Schallplatte, und der Pappdeckelumschlag ist getackert (wie er es bei einer alten …

Stadtmassaker – ein Krimi ohne Leichen?

Ausstellung und Veranstaltungen im Rahmen von 25 Jahren Galerie Arbeiterfotografie
Anneliese Fikentscher
Ausgabe vom 27. November 2015
Aus der Ausstellung: Peggy und Manfred

Aus der Ausstellung: Peggy und Manfred

„Um es mit einem Wort zu sagen: Kriegsgebiet! Das Einzige was fehlt, sind die Leichen auf der Straße.“ So kommentiert der gelernte Bankkaufmann und Vorsitzende des Sanierungsbeirates Markus Hagedorn im Radiofeature von Ulrich Land den …

Antwort an die Hetzer

Ausgabe vom 27. November 2015

Der Liedermacher Konstantin Wecker nimmt kein Blatt vor den Mund. Auch nicht als Gast der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ vor einigen Wochen, in der er über sein Engagement für Flüchtlinge berichtete, mit der Folge, dass seine Facebook-Seite mit teilweise wüsten Beschimpfungen überschwemmt wurde. Er antwortete seinen Kritikern:

Stadtmassaker

Ausstellung mit Fotografien von Katrin Susanne Gems und Gerda Sökeland
Ausgabe vom 20. November 2015

19. November bis 3. Dezember 2015 geöffnet: Mi/Do 19–21 Uhr, Sa 11–14 Uhr und nach Vereinbarung Galerie Arbeiterfotografie Merheimer Straße 107, 50733 Köln Ein ganzes Stadtviertel wird platt gemacht – nicht ohne massiven …

Nicht einfrieren!

Die Bambi-Verleihung steht oben auf der Liste überflüssiger Events
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 20. November 2015

Laut Eigendefinition ist der jährlich von „Burda Media“ verliehene Medien- und Fernsehpreis für „Menschen mit Visionen und Kreativität“ bestimmt. Doch die am Donnerstag vergangener Woche in der ARD übertragene „Bambi“-Verleihung …

Protokolle werden zum Porträt einer Gesellschaft

Christina Seidels „Und abends kuscheln mit Mama“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 20. November 2015

Sieben um Weihnachten 2007 Neugeborene hat die Schriftstellerin Christina Seidel sieben Jahre, bis zum Schulbeginn, begleitet: „Die einzige Gemeinsamkeit ist ihr Geburtsdatum“, die mythische Bedeutung der Sieben – „eine schöne Zahl“ – …

Trostloser Alltag?

„Das (de)konstruierte Glück“ – eine zwiespältige Ausstellung der DDR-Fotografin Barbara Köppe in Berlin
Cristina Fischer
Ausgabe vom 13. November 2015
„Multitaskende Vieltaktweiber in den Mühen der sozialistischen Eintakt-Ebene“ . War das alles? (Foto: Nicolai Verlag)

„Multitaskende Vieltaktweiber in den Mühen der sozialistischen Eintakt-Ebene“ . War das alles? (Foto: Nicolai Verlag)

Kraftvoll und witzig ist das Foto der noch jungen Frau, die, einen gefüllten Einkaufskorb und einen Beutel in der Linken, ihr Baby in einem Tragetuch auf dem Bauch, sichtlich in Eile unter einer vollbehängten Wäscheleine verschwindet. …

Eine Erfolgsbilanz

Das 25. Festival des osteuropäischen Films in Cottbus
.Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 13. November 2015
Traditionelle Lebensart verschwindet. Szenenfoto aus „Nomaden des Himmels“ (Foto: FilmFestivalCottbus)

Traditionelle Lebensart verschwindet. Szenenfoto aus „Nomaden des Himmels“ (Foto: FilmFestivalCottbus)

Jubiläen sind Anlässe, sich zu erinnern, aber auch nach vorne zu schauen. In Cottbus, wo am Sonntag das 25. Festival des osteuropäischen Films zu Ende ging, sind beide Perspektiven schon in der Festivalstruktur angelegt. Während man im …

Einreiseverbot für türkische Demokraten!

Ausgabe vom 6. November 2015

Am 18. Oktober kungelten Bundeskanzlerin Merkel und der türkische Präsident Erdogan aus, dass sich Letzterer in der Flüchtlingsfrage für die EU die Finger schmutzig machen soll, indem er den Flüchtlingsstrom nach Europa eindämmt. 3 …

Ein Fest für Leser und Schreiber

Das war die 20. Linke Literaturmesse
Michael Käser
Ausgabe vom 6. November 2015
 (Foto: Ballin)

(Foto: Ballin)

„So gut, wie jeder schreiben und lesen lernt, muss jeder schreiben und lesen dürfen“ hat vor vielen Jahrzehnten ein bärtiger Mann gesagt. Diesem Motto folgend wurde am vergangenen Wochenende die 20. Linke Literaturmesse begangen. Denn …

Für den Frieden der Welt – sagt Nein!

„Waanvlucht“-Konzert des Ernst-Busch-Chors Berlin und des Brecht-Eisler-Koors Brüssel
Hilmar Franz
Ausgabe vom 6. November 2015
Zum Abschluss sangen beide Chöre „Für den Frieden der Welt“ (KuBa/Schostakowitsch (Foto: Franz)

Zum Abschluss sangen beide Chöre „Für den Frieden der Welt“ (KuBa/Schostakowitsch (Foto: Franz)

„Wünsch mir die Welt, in der die Völker sagen, wir haben endlich den Krieg verloren und können ihn nicht wiederfinden.“ Das Bonmot des Dichters Peter Maiwald in einem harmonisch geschärften Satz für vierstimmigen gemischten Chor von …

Auf der Mordliste der Gladio-Putschisten

Vor 40 Jahren wurde Pier Paolo Pasolini ermordet
Gerhard Feldbauer
Ausgabe vom 6. November 2015

In der Nacht vom 1. auf den 2. November 1975 fiel Pier Paolo Pasolini einem furchtbaren Verbrechen zum Opfer. In Ostia wurde er von mehreren Männern überfallen schwer misshandelt und dann umgebracht. Gegen die Hintermänner wurde nicht …

Berufsverbote

„Vergessene“ Geschichte der politischen Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland
Ausgabe vom 23. Oktober 2015

Diese „Vergessene“ Geschichte wird in einer Ausstellung der Niedersächsischen Initiative gegen Berufsverbote aufgearbeitet. Ende der 1960er Jahre stellten sich westdeutsche Politiker, Juristen, Polizei und Geheimdienste die Frage, …

Aber ich sah ja selbst, das war der Krieg

Zu Konrad Wolfs 90. Geburtstag wurde sein Tagebuch 1942–1945 vollständig publiziert
Hilmar Franz
Ausgabe vom 23. Oktober 2015
Konrad Wolf (r.) beim Empfang zum 20-Jährigen Bestehen der Akademie der Künste der DDR (Foto: Klaus Franke/Bundesarchiv)

Konrad Wolf (r.) beim Empfang zum 20-Jährigen Bestehen der Akademie der Künste der DDR (Foto: Klaus Franke/Bundesarchiv)

Am 20. Oktober wäre Konrad Wolf (geb. 1925 Hechingen – gest. 1982 Berlin) 90 Jahre alt geworden. Die eigenen Erfahrungen als Heranreifender mit Faschismus und Krieg hat der bedeutende DEFA-Regisseur in einer Reihe seiner Filme …

Die hilflosen Helfer

Fernando Leon de Aranoas Film „A Perfect Day“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 23. Oktober 2015
 (Foto: x-verleih)

(Foto: x-verleih)

Eigentlich hat dieser Film alles was ein Action-Kassenknüller braucht: Verfolgungsjagden, jede Menge Kriegsgerät und grimmige Uniformierte, wilde Kriegsschauplätze, Männer mit Affären, ein Kind zwischen den Fronten. Dazu temporeiche …

Liebe, Tod und Vaterland

Galerie Arbeiterfotografie zeigt Fotografie und Grafik aus Kuba und US-Gefangenschaft
af
Ausgabe vom 16. Oktober 2015
Andreas Neumann, Havanna, 1992

Andreas Neumann, Havanna, 1992

„Als ich Anfang 2003 gerade mein erstes Jahr der Gefangenschaft in diesem Zuchthaus in Florence, Colorado, hinter mir hatte, suchte ich verzweifelt nach etwas, womit ich mir die Zeit vertreiben könnte, abseits von der in diesem …

Erheiterndes und Erschütterndes

Die 24. „dokumentART“ in Neubrandenburg
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 16. Oktober 2015
 (Foto: dokumentART)

(Foto: dokumentART)

Ein paar Bilder bewaldeter Idylle aus dem Bergischen Land, mitten darin eine kaum auffällige Villa, dann der Schock: eine Architektur des Luxus, ein gewaltiger Swimmingpool mit automatischer Überdachung, im Innern edelste Interieurs, ein …

Linke Literaturmesse in Nürnberg

Vom 30. Oktober bis zum 1. November kann gelauscht und mitdiskutiert werden
-ler
Ausgabe vom 9. Oktober 2015
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Am 31. Oktober wird traditionell die Reformation gefeiert. An diesem Tag soll Martin Luther seine Thesen an die Kirchentür genagelt haben. Thesen die die Welt veränderten. Er wurde dann auch gleich der erste Bestseller-Autor, Raubdruck …

Wir Frauen

Aufmachung des Kalenders ist altvertraut – der Inhalt bietet viel Neues
Barbara Kuprat
Ausgabe vom 9. Oktober 2015

Seit Jahrzehnten begleitet er mich treu und zuverlässig durchs Leben. Er ist intelligent, attraktiv, ein Frauenversteher und kaum gealtert. Zugegeben, es gab einige Seitensprünge meinerseits, doch ich bin immer wieder zu ihm …

Die Macht des Faschismus der BRD

„Der Staat gegen Fritz Bauer“ und die schwarz-rot-goldene Siegerbesoffenheit
Klaus Wagener
Ausgabe vom 9. Oktober 2015
Diese Skulptur in Malmö, erinnert an das Exil Fritz Bauers in Schweden während der Zeit des deutschen Faschismus (Foto: Sven Rosborn / Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Diese Skulptur in Malmö, erinnert an das Exil Fritz Bauers in Schweden während der Zeit des deutschen Faschismus (Foto: Sven Rosborn / Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Es scheint sich, außerhalb der Öffentlich-Rechtlichen, die Erkenntnis zu verbreiten, dass die Nierentisch-Idylle, die heile Welt der Sissy- und Heidi-Filme nicht alles war, was es im Adenauer-Deutschland der Nachkriegszeit gab. Und dass …

Revolution bar jeder Romantik

Anja Flachs Erfahrungen als PKK-Kämpferin
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 2. Oktober 2015

Die Hamburger Internationalistin Anja Flach schloss sich Mitte der 90er Jahre der PKK an und kämpfte zwei Jahre als „Heval Pelda“ in den kurdischen Bergen. Dort wurde sie mit der Brutalität der türkischen Armee konfrontiert – und erlebte …

Verrückt geworden

Ronald M. Schernikau: Rede auf dem Kongress der Schriftsteller der DDR vom 1. bis 3. März 1990
Ausgabe vom 2. Oktober 2015
 (Foto: www.schernikau.net)

(Foto: www.schernikau.net)

Meine Damen und Herren, der Eine weiß das Eine und der Andere das Andere. Ich bin Ronald M. Schernikau, ich komme aus Westberlin, ich bin seit 1. September 1989 DDR-Bürger, ich habe drei Bücher veröffentlicht und ich bin Kommunist. …

Dialog. Schriftsteller der DDR

Fotografien von Gabriele Senft
Günther Drommer, aus dem Vorwort zu Gabriele Senfts Bildband
Ausgabe vom 25. September 2015
Herrman Kant, Eva Strittmatter und Rainer Kerndl auf dem X. Schriftstellerkongress, 1987

Herrman Kant, Eva Strittmatter und Rainer Kerndl auf dem X. Schriftstellerkongress, 1987

… Ein wichtiges, bleibendes Zeugnis für das, was war, was damals und bis zum Schluss gewollt und gedacht wurde, sind die in Tausenden von Titeln einst in großen Auflagen vorhanden gewesenen Bücher aus dem vom Winde verwehten Land. Sie …

„Spanien im Herzen“ – Anna Seghers und der Spanische Bürgerkrieg

Tagung der Anna-Seghers-Gesellschaft am 21. und 22. November in Mainz
Eva Petermann
Ausgabe vom 25. September 2015

Anna Seghers, die weltberühmte Verfasserin des antifaschistischen Klassikers „Das Siebte Kreuz“, bleibt nach wie vor aktuell. Ihr auch erzähltechnisch avantgardistischer Flüchtlingsroman „Transit“ soll demnächst neu verfilmt werden, …

Ein Agententhriller, wie ihn das Leben schrieb

Diesseits und jenseits der Straße von Florida. Die wahre Geschichte der „Cuban Five“
Josie Michel-Brüning und Dirk Brüning
Ausgabe vom 18. September 2015

Ende Oktober soll die deutsche Ausgabe des Buches „What Lies Across the Water: The Real Story of the Cuban Five“ von Stephen Kimber unter dem Titel „Diesseits und jenseits der Straße von Florida: Die wahre Geschichte der ‚Cuban Five’ – …

Jiddisches vor und nach dem Holocaust

Zwei sehenswerte Dokumentarfilme
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 18. September 2015
Kinder im „Stetl“: Noch zehn Jahre … (Foto: absolutmedien)

Kinder im „Stetl“: Noch zehn Jahre … (Foto: absolutmedien)

Ein Hoch auf den Amateurfilm! Die mehrfach ausgezeichnete Polin Jolanta Dylewska ist zwar alles andere als eine Amateurin, aber als Kamerafrau und Regisseurin hat sie sich den Sinn für den dokumentarischen Wert solcher oft ungelenk und …

„Lieber Urgroßvater …“

Ein Park in Pankow trägt jetzt den Namen Jürgen Kuczynskis
Gudrun Langendorf
Ausgabe vom 11. September 2015
Bei der Ehrung, rechts im Bild der Sohn des Geehrten, Thomas Kuczynski.  (Foto: Gabriele Senft)

Bei der Ehrung, rechts im Bild der Sohn des Geehrten, Thomas Kuczynski. (Foto: Gabriele Senft)

Am 2. September erfuhr …

Ein Kleinod britischer Filmkunst

Andrew Haighs „45 Years“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 11. September 2015
Ein Blick zurück in Bitterkeit. (Foto: Piffl Medien)

Ein Blick zurück in Bitterkeit. (Foto: Piffl Medien)

Die Vergangenheit ist ein tückisches Ding. Manch einer, der von ihr eingeholt wird, hatte längst vergessen, dass er eine hatte. So zum Beispiel Geoff Mercer, einst leitender Angestellter, nun Rentner und seit 45 Jahren verheiratet mit …

Besuchen Sie Europa …

Aktualisierte Fassung 2015 – Originalmelodie: Geier Sturzflug
Ausgabe vom 4. September 2015

Wenn auf deutschen Babys schon  die Profitmarge steht, und die Welt statt um die Achse  sich um Börsenkurse dreht. Wenn mit dem Eiffelturm man nach  dem letzten Erdöl bohrt, und Trinkwasser schön gelb ist,  und im Bauch rumort. Dann ist …

Lehrer und Kenner

Unser Autor Rüdiger Bernhardt wird 75
Ausgabe vom 4. September 2015
Rüdiger Bernhardt

Rüdiger Bernhardt

Einen „Schreibhandwerksmeister“ nannten wir ihn einmal, als wir unseren Autor Professor Dr. Rüdiger Bernhardt den Lesern vorstellten. Das bleibt treffend, ungezählt sind jene, die bei ihm das Handwerk des Schreibens erlernten, ihre …

Absurde Hierarchien

Ein wunderbarer Frauenfilm aus Brasilien
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 28. August 2015

Es ist alles klar organisiert im komfortablen Haushalt der TV-Moderatorin Barbara in Sao Paulo, in dem jeder seinen Platz kennt und nichts ihrer Karriere im Wege sein darf. Weder der schwermütige Ehemann Carlos, den sie kaum wahrnimmt, …

Erinnern an Thomas Manns Aktualität

Zu seinem 60. Todestag
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 21. August 2015
Am 21. Juli 1949 besuchte Thomas Mann Weimar, wo ihm der Goethe-Preis verliehen wurde. Neben ihm Werner Eggerath, Ministerpräsident von Thüringen. (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S86717 / Heilig / CC-BY-SA)

Am 21. Juli 1949 besuchte Thomas Mann Weimar, wo ihm der Goethe-Preis verliehen wurde. Neben ihm Werner Eggerath, Ministerpräsident von Thüringen. (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S86717 / Heilig / CC-BY-SA)

Jedes Erinnern an Thomas Mann (1875–1955) zeigt, wie dieser Schriftsteller und Denker in unserem Geist verwurzelt ist, wie eine deutsche Kulturgeschichte nicht auf ihn zu verzichten vermag und eine europäische ihn zu ihrem Kronzeugen …

Mumia in der „Lindenstraße“

Schauspieler setzen sich für die Freilassung des afroamerikanischen Publizisten ein
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 14. August 2015

Wer sich am vergangenen Sonntagabend die Zeit bis zur „Tagesschau“ mit der Lindenstraße vertrieb, mag sich verwundert die Augen getrieben haben: 30 Minuten lang konnten wir Opa Adi granteln und werkeln beobachten – bekleidet mit einem …

Unterwegs mit einem, der fragt: Für wen komponiere ich?

Theodorakis’ Musik in einer Babylon-Filmwoche als Stimme der Zeit
Hilmar Franz
Ausgabe vom 14. August 2015

Zum 90. Geburtstag des in aller Welt verehrten Ausnahmekünstlers Mikis Theodorakis setzte es sich dessen Übersetzer und Biograf Asteris Kutulas zum Ziel, in 90 Minuten Non-stop-Musik und unkommentierten Filmbildern den allgegenwärtigen …

Flüchtlinge brauchen offene Grenzen – wir alle brauchen eine andere Welt!

Ausgabe vom 7. August 2015

Im Mittelmeer und an den Landesgrenzen Europas spielen sich unbeschreibliche Flüchtlingstragödien ab, von denen die Öffentlichkeit in den Medien nur wenig erfährt. Kaum ein Tag vergeht, an dem …

„Die Leute sind stinksauer!“

Appel: Ein niedersächsisches Dorf kämpft – erst gegen Flüchtlinge, dann gegen seinen schlechten Ruf
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 7. August 2015

In dem Film „Willkommen auf Deutsch“ dokumentieren die beiden Regisseure Carsten Rau und Hauke Wendler den schwierigen Prozess der Unterbringung von Flüchtlingen in den gutbürgerlichen und wohlsituierten Gemeinden Appel und Tespe im …

Mit den „Waffen des Griechentums“

Gina Pietsch und Christine Reumschüssel feierten Mikis Theodorakis’ 90. Geburtstag
Hilmar Franz
Ausgabe vom 7. August 2015
Ideale Partnerinnen: Gina Pietsch und Christine Reumschüssel (Foto: Hilmar Franz)

Ideale Partnerinnen: Gina Pietsch und Christine Reumschüssel (Foto: Hilmar Franz)

Weil ich mich nicht Gesetzen beugte“. In ihrer vielfarbigen und kontrastreichen Theodorakis-Hommage, passgerecht zum neunten Dezennium am 29. Juli, verströmten Gina Pietsch (Gesang) und Christine Reumschüssel (Synthesizer) eine …

Weil ich mich nicht Gesetzen beugte

Mikis Theodorakis zum 90. Geburtstag
Gina Pietsch
Ausgabe vom 24. Juli 2015
Mikis Theodorakis in der Kölner Philharmonie, 1987 (Foto: Tom Brenner)

Mikis Theodorakis in der Kölner Philharmonie, 1987 (Foto: Tom Brenner)

Wir feiern am 29. Juli seinen 90. Geburtstag, und wir feiern damit 90 Jahre eines reichen, schweren, kämpferischen, widerständigen, widersprüchlichen Lebens. Unmöglich zu nennen all seine Aktivitäten in Politik und Kunst, in Freiheit und …

Die Verantwortung der Intellektuellen

Rede von Anna Seghers vor Studenten
Ausgabe vom 24. Juli 2015
Anna Seghers (1900 – 1983), Von 1952 bis 1978 Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR (Foto: Bundesarchiv)

Anna Seghers (1900 – 1983), Von 1952 bis 1978 Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR (Foto: Bundesarchiv)

Mir kam nach dem Ende des ersten Weltkrieges, den ich als Schulkind in einer rheinischen Stadt erlebte, der Roman „Das Feuer“ von Henri Barbusse in die Hände. Ein Friedenskämpfer – so würde man heute diesen französischen Schriftsteller …

„Weil ich mich nicht Gesetzen beugte“

Ausgabe vom 17. Juli 2015

Ein Abend über ein Leben in Liedern Mit Gina Pietsch und Christine Reumschüssel Seine Lieder gingen um die Welt als Volkslieder. Sein „Zorbas“, den Anthony Quinn tanzt, scheint der Sirtaki schlechthin. Sein Name ist mit den Kämpfen …

Don Leon aus Zwönitz im Erzgebirge

Zum Kriminalroman „Romantische Lieder und eine Leiche“ von Klaus Walther
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 17. Juli 2015

Spannend geht es zu, so etwas ist geeignet als Urlaubslektüre: Bücher werden in dem Roman gestohlen, Merkwürdiges geschieht, ein Toter verschwindet, andernorts geschieht Ähnliches, noch ehe sich die Polizei der vermeintlichen Leiche …

Eine konformistische Provokation

Dietrich Brüggemanns Kinofilm „Heil“
Hans-Günther Dicks
Ausgabe vom 17. Juli 2015
Das Klischee wird Film (Foto: Real Film)

Das Klischee wird Film (Foto: Real Film)

Darf man über alte und neue Nazis lachen? Sehr wohl – wenn man sie genügend ernst nimmt; tut man letzteres wirklich, ist das Lachen sogar unausweichlich. Darf man über Nazis eine Filmkomödie drehen? Natürlich auch – wenn man sie genügend …

Er schätzte die „Tugend der Aufrichtigkeit“

Zum 300. Geburtstag des Fabeldichters Christian Fürchtegott Gellert
Ausgabe vom 10. Juli 2015
Medaillon auf dem Gellert-Grabstein (Foto: wikipedia-commons)

Medaillon auf dem Gellert-Grabstein (Foto: wikipedia-commons)

Ein Blinder und ein Lahmer treffen sich und beschließen, ihren Weg gemeinsam fortzusetzen: „Der Lahme hängt mit seinen Krücken/Sich auf des Blinden breiten Rücken./Vereint wirkt also dieses Paar,/Was einzeln keinem möglich war.“ …

Die Freiheitsstatue stand Kopf

Kunstausstellung der Gruppe tendenzen Berlin „Die Erste“
Bärbel Brede
Ausgabe vom 10. Juli 2015
Irmgard Voelz: In den Straßen von New York; Mischtechnik

Irmgard Voelz: In den Straßen von New York; Mischtechnik

Vom 29. Mai bis zum 27. Juni fand in den renovierten Räumen der Chile-Freundschaftsgesellschaft Salvador Allende e. V. eine Ausstellung der Künstlerinnen und Künstler der Gruppe tendenzen Berlin statt. Es beteiligten sich Regina Brandt, …

Und weil der Mensch …

Ausgabe vom 10. Juli 2015

Das neue Album der Bremer Gruppe „Die Grenzgänger“ – „Und weil der Mensch ein Mensch ist“ – ist für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Die Gruppe ist mit den Liedern des Widerstands und des Leidens in den …

Ein enthüllendes Arbeitsjournal

„Der Iwan kam bis Lüdenscheid“ · Buchbesprechung von Manfred Weißbecker
Ausgabe vom 3. Juli 2015

Die Lektüre lohnt, dies sei der Besprechung ausdrücklich vorangestellt, handelt es sich doch um ein Buch von höchster Aktualität und zugleich von besonderer Art, das Ulrich Sander den bisher von ihm verfassten oder herausgegebenen …

Interview

Krieg zerstört Menschen

Gespräch mit Detmar Müller, Autor von „Die Rosenfelds“
Lars Mörking
Ausgabe vom 3. Juli 2015

UZ: Die Geschichte deines Buchs „Die Rosenfelds“ spielt zur Zeit des 1. Weltkriegs. Es geht um eine jüdische Familie, die ich als liberal und – zumindest zu Beginn – als patriotisch bezeichnen würde. Die Söhne Friedrich und Max ziehen …

Zeitgeschichte im Spiegel von Postkarten

Ein Projekt der Willi-Bredel-Gesellschaft in Hamburg
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 3. Juli 2015

Die Postkarte kommt groß raus. Jedenfalls ist das der Plan von René Senenko, Leiter des Projektes mit dem sperrigen Namen „Beispiele zeitgenössischer Postkarten gegen Kapitalismus, Kriegsgefahr und Faschismus. Zeitgeschichte zwischen den …

Aufgearbeitete Vergangenheit, bewahrte Zukunft

Prof. Ingeborg Rapoport macht noch mit 102 Jahren politische und wissenschaftliche Furore
Hilmar Franz
Ausgabe vom 26. Juni 2015

Was ihr 1938 als „Halbjüdin“ an der Universität Hamburg verweigert worden war, erkämpfte sich im Mai 2015 die 102 Jahre alte Spitzenmedizinerin Ingeborg Rapoport in einem frei geführten Prüfungsgespräch vor drei Hamburger Professoren: …

Vom aufhaltsamen Tod der Pacha Mama

Der Hamburger Fotograf Hinrich Schultze schlägt den Bogen zwischen der europäischen und lateinamerikanischen Widerstands
af
Ausgabe vom 26. Juni 2015
Oaxaca, Mexico, 03.11.06, Protest gegen die Besetzung des Zocalo, des Hauptplatzes der Stadt durch die Nationale Aufstandsbekämpfungspolizei (Foto: (FREELENS Pool) Schultze)

Oaxaca, Mexico, 03.11.06, Protest gegen die Besetzung des Zocalo, des Hauptplatzes der Stadt durch die Nationale Aufstandsbekämpfungspolizei (Foto: (FREELENS Pool) Schultze)

Die Ausbeutung von Mensch und Natur ist das Thema der Ausstellung „Caminata Indigena“ in Part 3 des Ausstellungszyklus zum 25-jährigen Bestehen der Galerie Arbeiterfotografie in Köln. Zentrale Perspektive dieser Ausstellung ist es, die …

Mord in Düsseldorf – Mahnung für die Zukunft

Uwe Koopmann
Ausgabe vom 26. Juni 2015
Porträt von Hilarius Gilges auf der Gedenkstele am Rhein bei Düsseldorf. (Foto: Bettina Ohnesorge)

Porträt von Hilarius Gilges auf der Gedenkstele am Rhein bei Düsseldorf. (Foto: Bettina Ohnesorge)

Vor 82 Jahren, am 20. Juni 1933, wurde Hilarius („Lari“) Gilges am Ufer des Rheins von Nazis brutal ermordet. SA- und SS-Angehörige verschleppten ihn aus seiner Wohnung in der Ritterstraße 36, folterten ihn bestialisch und töteten ihn …

Solidarität gegen Räumung

Schwerbehinderter soll seine Wohnung verlassen
UZ
Ausgabe vom 19. Juni 2015

Der Hans Beimler Chor aus Berlin gab in Potsdam ein Solidaritätskonzert unter dem gesungenen Motto „Wenn du keine Wohnung hast, geh spazieren“. Es stammt in Wort und Ton aus Hanns Eislers Chorsätzen von 1928 („Kurze Anfrage“) und stärkte …