Literatur

Der letzte Kunde

In Berlin stimmt Rainer Wittkamp einen „Hyänengesang“ an
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 22. September 2017

Violetta ist schön, labil und bald schon tot. Statt schnelles Geld zu verdienen, wird sie in einer Hotelsuite von ihrem Kunden zusammengeschlagen und später tot aufgefunden. Saif Mohamed Zekri ist polizeibekannt, hat die Palette …

Marx, Darwin und der Speichelfluss

Im Roman begegnen sich zwei Genies, die sich nie trafen
Ulrich Macher
Ausgabe vom 15. September 2017

Dieses Buch löst mit seinem wunderschönen Titel ein Reiz-Reaktion-Schema aus, wie es der russische Mediziner Pawlow bei seinem Hund beschrieb: dieser war so konditioniert, dass Speichelfluss beim …

Gedächtnis einer Nation

Ein Demokrat, der sich um Dialektik bemühte: Julius Mosen
Dieter Erbe
Ausgabe vom 15. September 2017
 (Foto: http://www.literaturgesellschaft-vogtland.de)

(Foto: http://www.literaturgesellschaft-vogtland.de)

Ein neues Buch über Julius Mosen? Aber wer ist das? Viele Menschen …

Diktatur der Unzulänglichkeiten

In „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“ ist der kreative Arbeiter verblendet und verzweifelt
Ken Merten
Ausgabe vom 8. September 2017

Ein „Marsch auf Berlin“ erwartet uns erst im zweiten Teil von Roman Ehrlichs zweitem Roman „Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens“. Vorher aber erfahren wir durch Ich-Erzähler Moritz, wie der vom ehemaligen Kommilitonen und …

Bekenntnis zu Tradition und Zeitgeist

Zu Armin Stolpers Büchern Meine „Leute und ich selbst“ und „Aus Sachsen! Ei, ei! aus Sachsen!“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 8. September 2017

Er ist ein unermüdlicher Schriftsteller und er hat viel zu erzählen. Er bekennt sich zu Autoren wie Lessing und Gerhart Hauptmann, in deren Tradition er sich sieht, und ist stolz auf den Lessingpreis, den er, neben vielen anderen …

Denk ich an Deutschland in der Nacht

Kommissar Vincent Che Veih erkennt „Es kommt alles wieder“
Bee
Ausgabe vom 1. September 2017
Horst Eckert, Wolfsspinne. Rowohlt Verlag, Hamburg 2016, geb., 488 S. 19,95 Euro

Horst Eckert, Wolfsspinne. Rowohlt Verlag, Hamburg 2016, geb., 488 S. 19,95 Euro

Eisenach, 4. November 2011. Zwei Männer werden tot in einem Wohnmobil …

Andalusische Tiefpunkte

Verbrechen mit Wurzeln in der Vergangenheit
Uli Brockmeyer
Ausgabe vom 1. September 2017

Danny Sanchez, freischaffender britischer Journalist mit spanischen Wurzeln, pendelt zwischen Broterwerb und Suche nach Wahrheiten. Er und sein Freund Paco recherchieren im andalusischen Almería über die Umstände des Todes einer jungen …

Die Vergangenheit ist nicht tot

Eine ganze Region im Würgegriff von Gier und Macht
Bee
Ausgabe vom 4. August 2017

Narciso Lazare ist ein Montpellierain, ein Stadtmensch durch und durch. Sein derzeitiger Aufenthalt in den Bergen der südlichen Cevennen ist seiner Trägheit und mangelnden Geistesgegenwart geschuldet. Nun hat er den halb verfallenen Hof …

Eine sanfte, unüberhörbare Stimme

Peter Härtling starb am 10. Juli 2017 im Alter von 83 Jahren
Rudi Hechler
Ausgabe vom 21. Juli 2017
 (Foto: hr/Sascha Rheker)

(Foto: hr/Sascha Rheker)

Wenn man über einen was schreiben will, den man gut kennt, klickt man eigentlich nicht bei Google. Ich habe es dummerweise doch getan und bin erschlagen. Hunderte Einträge – akademische Klugscheißereien, Biographieversuche, endlose …

Der Commissario und die Krebse

Montalbano sieht in die Zukunft und muss sich entscheiden
Bee
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Marinella, Szilien. Das Wetter ist unbeständig. Montalbano, immer wetterfühliger, launischer, unbeherrschter, wird zu einen Tatort im Nirgendwo gerufen. Der Tote ist der „Signori e Questori“ Bonetti-Alderighi. Ein Traum, aber ein sehr …

Der listige König

Eine Kalendergeschichte
Erasmus Schöfer
Ausgabe vom 21. Juli 2017

Odüsseas von I. war ein königlicher Held, der lange vor dem berühmten Sokrates in Griechenland ein ebenso berühmtes Heldenleben geführt hat. Zwar hat ihn von den Griechen, die wir kennen, keiner gesehn. Von ihm erzählt aber wurde so oft …

Die blutigen Szenarien

Zur Sammlung „Für alle reicht es nicht – Texte zum Kapitalismus“ von Heiner Müller
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 14. Juli 2017
Heiner Müller: „Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden“.  4.11.1989, Berlin-Alexanderplatz (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Heiner_M%C3%BCller#/media/File:Bundesarchiv_Bild_183-1989-1104-047,_Berlin,_Demonstration,_Rede_Heiner_M%C3%BCller.jpg]Bundesarchiv[/url])

Heiner Müller: „Wenn in der nächsten Woche die Regierung zurücktreten sollte, darf auf Demonstrationen getanzt werden“. 4.11.1989, Berlin-Alexanderplatz (Foto: Bundesarchiv / Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)

Kürzlich war im Vorwort einer wissenschaftlichen Abhandlung zur Literatur der DDR zu lesen, dass „selbst ein Dramatiker von Weltrang wie Heiner Müller“, aber auch Günter de Bruyn, Volker Braun und Christoph Hein „nur noch Kennern …

Politik, ein Dschungelcamp

Franzobel zur Eröffnung der Klagenfurter Literaturtage
Ausgabe vom 14. Juli 2017

Das alljährliche Spektakel, genannt „Tage der deutschsprachigen Literatur“ und verbunden mit reichlich Preisgeld für den „Ingeborg-Bachmann-Preis“ fand zum 41. Mal in Klagenfurt statt. Der ORF überträgt live und stundenlang die Lesungen …

Eine „andere“ Geschichte

Zu Christoph Heins neuem Roman „Trutz“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 16. Juni 2017

Zu Beginn des Romans gerät der Erzähler „aus Versehen“ in eine Veranstaltung „Feindliche Freunde“, in der es „im Gebäude der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ um deutsch-russische Verhältnisse geht. Der Erzähler ist als …

Dichtung, die politisch wirkt

Die Klang- und Formfülle der Gedichte Georg Herweghs begeistert bis in die Gegenwart
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 26. Mai 2017
„Ich bin ein freier Mann und singe/Mich wohl in keine Fürstengruft.“ Im Deutschland Bismarcks wollte Georg Herwegh nicht begraben sein. So fand er in Liestal im Schweizer Kanton Basel-Land seine letzte Ruhestätte. (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Georg_Herwegh?uselang=de#/media/File:Liestal_2014_Georg_Herwegh_Denkmal.jpg]Sputniktilt[/url])

„Ich bin ein freier Mann und singe/Mich wohl in keine Fürstengruft.“ Im Deutschland Bismarcks wollte Georg Herwegh nicht begraben sein. So fand er in Liestal im Schweizer Kanton Basel-Land seine letzte Ruhestätte. (Foto: Sputniktilt / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Georg Herweghs 200. Geburtstag am 31. Mai 2017 ist leicht zu …

Erkenntnis mit satirischen Mitteln

Veranstaltung der Marx-Engels-Stiftung zu Gisela Elsners Leben und Werk
Eva Petermann
Ausgabe vom 12. Mai 2017

„Wegbereiterin einer weiblichen Tradition moderner Satire“ – so lautet das Fazit eines Features des Bayerischen Rundfunks am 29. April, also wenige Tage vor Gisela Elsners Geburtstag. Trotz einiger Brüche in ihrem Werk bestreitet heute, …

Interview

Kommunistin aus Haltung und Überzeugung

Die Schriftstellerin Gisela Elsner (1937–1992)
Mathias Meyers
Ausgabe vom 28. April 2017
Dr. Christine Künzel

Dr. Christine Künzel

Gisela Elsner Ruf aus der tiefsten Tiefe des Unlands All jenen professionellen, passionierten Antikommunisten, die jetzt feixend und händereibend behaupten: ENDLICH SEID IHR KOMMUNISTEN AM ENDE, müssen wir deutschen Kommunisten, egal, ob wir nun hüben oder drüben hausen, erwidern: DAS IST NICHT WAHR: WIR FANGEN GERADE WIEDER EINMAL AN, DEN ANFANG DES ANFANGS DES WEGES ZU SUCHEN, DER UNS MÖGLICHERWEISE ZU UNSEREM ZIEL FÜHREN KANN. Selbst wenn sich dieser Weg wieder einmal als ein falscher Weg erweisen sollte, wird dies wenigstens den Vorteil haben, dass unsere Nachgeborenen wissen, welchen weiteren von uns eingeschlagenen Weg sie keineswegs einschlagen dürfen. Selbst wenn unsere Nachgeborenen ebenfalls einen Weg einschlagen sollten, der sich abermals als ein weiterer falscher Weg erweisen sollte, wird dies ebenfalls wenigstens den Vorteil haben, dass die Nachgeborenen unserer Nachgeborenen wissen, welche Wege sie keineswegs einschlagen dürfen. Irgendwann werden hoffentlich irgendwelche Nachgeborenen der Nachgeborenen unserer Nachgeborenen den richtigen Weg einschlagen, der sich offensichtlich inmitten eines Wirrwarrs von Irrwegen in diesem Unland befindet, das die bedeutschten Deutschen, die im Gegensatz, zu den unbedeutschten Deutschen immer in der Mehrheit sind, ihre Heimat heißen. (…) Gisela Eisner Der Text ist abgedruckt in „Flüche einer Verfluchten“, erschienen im Verbrecher Verlag Berlin. Dort sind folgende Werke von Gisela Elsner erschienen: Im Verbrecher Verlag erschienen: „Die teuflische Komödie“; „Versuche, die Wirklichkeit zu bewältigen“ – Gesammelte Erzählungen 1; „Zerreißproben“ – Gesammelte Erzählungen 2; „Flüche einer Verfluchten.“ Kritische Schriften 1; „Im literarischen Ghetto“ – Kritische Schriften“; „Fliegeralarm“, „Otto der Großaktionär“; „Heilig Blut“; „Das Berührungsverbot“ „Die Zähmung. Chronik einer Ehe“.

Sänger seines Volkes

Jewgeni Jewtuschenko schweigt für immer
Herbert Becker
Ausgabe vom 14. April 2017
Jewgeni Jewtuschenko, 18. Juli 1932–1. April 2017 (Foto: [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Jewgeni_Alexandrowitsch_Jewtuschenko#/media/File:Evtushenko.jpg]Cybersky[/url])

Jewgeni Jewtuschenko, 18. Juli 1932–1. April 2017 (Foto: Cybersky / Lizenz: CC BY-SA 3.0)

Am 1. April verstarb im Alter von 83 Jahren in Tulsa (USA) der russische Dichter Jewgeni Jewtuschenko, dort lebte er seit Anfang der 1990er Jahre und hielt Vorlesungen an der dortigen Universität über russische Literatur, besonders über …

Unendliche Wende

Ein Streitgespräch vor zwanzig Jahren – aktuell wie vor 20 Jahren
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 14. April 2017

Viele Menschen sorgen sich um die gegenwärtige Gesprächs- und Diskussionskultur und die zunehmenden Hass-Kommentare, die nicht nur das Gesprächsklima vergiften, sondern auch die Schwelle für Aggressionen sinken lassen. Da ist es gut und …

Kühler Chronist

Hans Scherfig – Schriftsteller und Kommunist
Gesine Pillardy
Ausgabe vom 31. März 2017

Hans Scherfig (1905–1979) gehört zu den meistgelesenen Autoren Dänemarks. Er schuf zahlreiche satirische und gesellschaftskritische Romane und Erzählungen, denen eine kompromisslose Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft gemein ist. …

Keine Erfindung des Teufels

Zu Klaus-Rüdiger Mais Biografie „Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 24. März 2017

Die Welt sieht seit Johannes Gutenbergs Erfindung anders aus. Der Titel von Klaus-Rüdiger Mais Biografie „Gutenberg. Der Mann, der die Welt veränderte“ ist nicht zu bezweifeln. Dann aber drängen sich zwei Fragen auf: Wer war dieser …

Wie ein Dichter klein gemacht werden soll

Zu „Volker Braun. Leben und Schreiben in der DDR“ von Hannah Schepers
Rüdiger Bernhardt.
Ausgabe vom 24. Februar 2017

Über Volker Braun ist viel geschrieben worden; der „Großschriftsteller der DDR“, wie er auch bezeichnet wird, und Büchner-Preisträger von 2000 hat seine Leser, Kritiker und die Literaturwissenschaft immer angeregt und beschäftigt: mit …

Zu links für den Literaturmarkt?

Gisela Elsner ist unvergessen
Eva Petermann
Ausgabe vom 17. Februar 2017

Im Jahr 2017 jährt sich Gisela Elsners Geburtstag zum 80. Mal; kurz darauf auch der Tag ihres Freitodes vor 25 Jahren. Die bei ihrem Debüt einst überschwenglich gefeierte Autorin von „Die Riesenzwerge“ landete in späteren Jahren …

Wahrheit erzeugen

Doris Gercke hat mit einem neuen Frauenbild den deutschen Krimi erneuert
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 10. Februar 2017
Herzlichen Glückwunsch, Doris Gercke (Foto: DEFF Westerkamp)

Herzlichen Glückwunsch, Doris Gercke (Foto: DEFF Westerkamp)

Der deutsche Krimi hat …

Wieder einmal sind wir ohnmächtig …

Zu Christa Wolfs Briefen 1952 – 2011
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 3. Februar 2017
Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta (Foto: Gabriele Senft)

Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta (Foto: Gabriele Senft)

Christa Wolf (r.) im Gespräch mit der Regisseurin Margarethe von Trotta ( Gabriele Senft)

Der Riss

In „Unter Tage“ thematisiert John Harvey den Streik englischer Bergarbeiter 1984
Ellen Beeftink
Ausgabe vom 20. Januar 2017
Wie eine Besatzerarmee rückten die Polizeieinheiten 1984 in die Viertel der Bergarbeiter ein.  (Foto: c4.staticflickr.com/8/7305/12994980115_c51b46e6b8_b.jpg)

Wie eine Besatzerarmee rückten die Polizeieinheiten 1984 in die Viertel der Bergarbeiter ein. (Foto: c4.staticflickr.com/8/7305/12994980115_c51b46e6b8_b.jpg)

Die Kriminalromane …

Die schrägen Typen

Honoré de Balzacs „Typenlehre der Presse“
Herbert Becker
Ausgabe vom 6. Januar 2017

Honoré de Balzac, porträtiert vom zeitgenössischen Karikaturisten Nadar.

Gesellschaftliche Entwürfe, bedacht und bedichtet

Zu Volker Brauns neuem Gedichtband „Handbibliothek der Unbehausten“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 16. Dezember 2016
Der Dichter Volker Braun (Foto: Gabriele Senft)

Der Dichter Volker Braun (Foto: Gabriele Senft)

Nur selten sind im neuen Gedichtband des Büchner-Preis-Trägers Volker Braun „Handbibliothek der Unbehausten“ Daten mit politischer Bedeutung zu finden. Aber politisch im besten Sinne des Wortes, also programmatisch, weil auf …

Die Angst vor dem Fremden

Aktuelle Bücher gegen Antisemitismus und Fremdenfurcht
Jürgen Meier
Ausgabe vom 16. Dezember 2016

Die Ukraine, genauer, Kiew war das Zuhause des „unsichtbaren Vaters“ Leonid Kapitelman, bevor er nach Leipzig flüchtete, wo er ein Geschäft mit russischen Spezialitäten eröffnete. Der studierte Mathematiker hasst Kiew. Es war nie seine …

Die Kraft der Machtlosen

26. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Berlin: „Flucht und Exil im Werk von Anna Seghers“
Eva Petermann
Ausgabe vom 2. Dezember 2016

„Wieder soll ein Schiff untergegangen sein.“ Vielleicht wieder nur eines von vielen Gerüchten im Marseille des Jahres 1940? Täglich kommen Nachrichten von den „Schicksalen anderer Schiffe, die mit ihrer Last von Flüchtlingen durch alle …

Die Gefahr einer neuen Eiszeit

Zu Eberhard Panitz‘ Überarbeitung seiner Erzählung „Eiszeit“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 11. November 2016

Als Ende 1983 die Erzählung „Eiszeit“ von Eberhard Panitz erschien, erregte sie Aufsehen; manche Kritiker sprachen im Angesicht der gleichnishaften Geschichte von einem „völlig neuen Panitz“, von dem bisher prall realistische Geschichten …

Die kleine Schwester des Dschihad

Philipp Winklers packender Debütroman „Hool“ erzeugt Unbehagen
Ken Merten
Ausgabe vom 11. November 2016

Linke Literaturmesse in Nürnberg

Feste Größe für Freunde der Linken Literatur und Kultur
Francesca Bellucci
Ausgabe vom 4. November 2016
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Nun schon zum 21. Mal findet vom 4. bis 6. November die Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Organisiert wird sie wie jedes Jahr von einem breiten Kreis unterschiedlicher Linker. Dies spiegelt sich auch bei den Ausstellern und …

Literaturmesse als antisemitische Veranstaltung beschimpft

Erklärung der VeranstalterInnen der 21. Linken Literaturmesse in Nürnberg
Ausgabe vom 4. November 2016

Am Wochenende findet die 21. Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Im Vorfeld gab es eine Kampagne dagegen. Der Vorwurf ist ein vielerorts bekannter und lautet „Antisemitismus“. Seit Jahren werden von einer kleinen antideutschen …

Linke Literaturmesse in Nürnberg

Feste Größe für Freunde der Linken Literatur und Kultur
Francesca Bellucci
Ausgabe vom 4. November 2016
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Nun schon zum 21. Mal findet vom 4. bis 6. November die Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Organisiert wird sie wie jedes Jahr von einem breiten Kreis unterschiedlicher Linker. Dies spiegelt sich auch bei den Ausstellern und …

Spektakel und Geschäfte

Bei der Buchmesse geht es weniger um ein Kulturereignis als um die Verwertung „geistigen Eigentums“
Herbert Becker
Ausgabe vom 28. Oktober 2016
 (Foto: Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

(Foto: Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

( Alexander Heimann / Frankfurter Buchmesse)

Ein Spielmann ist tot

Zufällig starb in der letzten Woche ein großer Anarchist: Dario Fo
Herbert Becker
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Dario Fo (Foto: public domain)

Dario Fo (Foto: public domain)

Dario Fo selbst würde …

Ehrung für einen Spielmann

Zufällig wurde letzte Woche Bob Dylan genobelt
Manfred Idler
Ausgabe vom 21. Oktober 2016
Joan Baez und Bob Dylan auf dem Civil Rights March nach Washington D.C. am 28. August 1963 (Foto: public domain)

Joan Baez und Bob Dylan auf dem Civil Rights March nach Washington D.C. am 28. August 1963 (Foto: public domain)

Auf der Namensliste der LiteraturnobelpreisträgerInnen stehen viele, deren Spur in der Literaturgeschichte nicht allzu tief ist. Die Auswahl folgte schon oft weniger literarischen als den Kriterien der Opportunität, sei es, dass ein Land …

Schreiben, Schwulsein, Kommunistsein

DKP queer fordert eine Straße für Ronald M. Schernikau
Wolfgang Sluga
Ausgabe vom 21. Oktober 2016

„Am 9. November 1989 hat in Deutschland die Konterrevolution gesiegt. Ich glaube nicht, dass man ohne diese Erkenntnis in der Zukunft wird Bücher schreiben können.“ So Ronald M. Schernikau auf dem Kongress der Schriftsteller der DDR, 1. …

Bücher gegen Rechts

Die Unmenschlichkeit entlarven
Jürgen Meier
Ausgabe vom 7. Oktober 2016

Ob Thomas oder Heinrich Mann, ob Anna Seghers oder Schriftsteller unseres Jahrhunderts wie die in diesem Jahr verstorbene Angelika Schrobsdorff und die 1960 geborene spanische Schriftstellerin Almudena Grandes: Ihre Kunst hat einen …

Der neue Potter

„Warum tut sie das bloß?“
Friedhelm Vermeulen
Ausgabe vom 23. September 2016

Joanne Rowling hat zugelassen, dass die abgeschlossene – und ja nicht gerade knapp geschilderte – Geschichte der Kindheit des männlichen, britischen Aschenbrödels Harry Potter künstlich und über das Erwachsenwerden hinaus verlängert und …

Snuff, das war sein letztes Wort

„Die Toten“ von Christian Kracht vermengt Geschichte mit Fiktion und verkuppelt Imperialismen miteinander
Ken Merten
Ausgabe vom 23. September 2016
Christian Kracht: Die Toten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, 212 Seiten, 20 Euro

Christian Kracht: Die Toten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2016, 212 Seiten, 20 Euro

In Braun und Beige gekleidet, mit Hipsterbart und einer Undercutfrisur, die zwar frisch sein mag, aber so verwahrlost, dass sich FriseurInnen in ihrer Berufsehre verletzt fühlen sollten: Auch für seinen aktuellen Roman, „Die Toten“, …

Chronist des Widerstands

Detlef Grumbach
Ausgabe vom 16. September 2016
Christian Geissler (Foto: Grumbach)

Christian Geissler (Foto: Grumbach)

Christian Geissler wollte dazugehören – aber er war auch ein Zerrissener. Das fing in seiner Kindheit in den 1930er Jahren an: der liebevolle Vater steckte ihn in eine HJ-Uniform, die Mutter begleitete er zum Bahnhof Dammtor, wo sie sich …

Zielgenau

Ein Buchtipp von Harry Popow
Ausgabe vom 2. September 2016

Ikarus – so wähnt sich laut Buchtitel ein einstiger NVA-Offizier, der sich hocharbeitete, oft misstrauisch beäugt oder auch behindert, heute von nach wie vor antikommunistisch aufgeheizten Möchtegern-Kriegern im Interesse einer „höheren …

Terror-Nonne dauerhaft festgesetzt

Eine Kalendergeschichte von Erasmus Schöfer
Ausgabe vom 2. September 2016

Ein großer Schlag ist der nordamerikanischen Heimatverteidigung gelungen! Eine Topterroristen wurde jetzt, Anfang 2014, in Knoxville mit drei Jahren Gefängnis unschädlich gemacht. Ihre zwei männlichen Komplizen gerieten zwar nicht nach …

Der schwierige Weg zu einem differenzierten Bild

Ein Nachruf auf die Nachrufe auf Hermann Kant
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 26. August 2016

Der Tod Hermann Kants hat eine Vielzahl von Nachrufen ausgelöst, in Anbetracht der Rolle, die Kant in der DDR spielte, aber vor allem in Betrachtung seines umfangreichen Gesamtwerkes war das zu erwarten. Es war eine geeignete …

Ein Könner

Am 14. August starb Hermann Kant
Herbert Becker
Ausgabe vom 19. August 2016
„Ich bin absolut verquickt mit dem, was man begreift als DDR.“ (Foto: Gabriele Senft)

„Ich bin absolut verquickt mit dem, was man begreift als DDR.“ (Foto: Gabriele Senft)

Noch im Juni dieses …

Alle mit Eltern

Wortkünstlerin Kate Tempests Prosadebüt „Worauf du dich verlassen kannst“
Ken Merten
Ausgabe vom 19. August 2016

Es gibt viele Möglichkeiten, legal und illegal einem Menschen das Leben zu verwehren. Nicht nur Brecht wusste das, auch Kate Tempest stößt im South East London ihres Romanerstlings auf so einige. „Die Leute sehen nicht ein, dass sie zum …

Bert Brecht – Zeitgenosse

Vor 60 Jahren starb Bert Brecht. Sein Werk lebt und wirkt
Ausgabe vom 5. August 2016

Zu jedem Brecht-Jubiläum gehört, dass am Bild des Dramatikers, Dichters, Schriftstellers und Theatertheoretikers in den Feuilletons der Mainstreampresse gekratzt wird. Die dieses Geschäft betreiben hießen in der Vergangenheit Reich-Ranitzki, Füegi, Corino, Seidl, aktuell hat Uwe Kolbe mit seinem Buch „Brecht. Rollenmodell eines Dichters“ den Part des Dreckschmeißers übernommen. (s. UZ vom 1. Juli) Dazu schrieb André Müller sen. vor 10 Jahren: „Die Methoden, Brecht zu erledigen, sind immer die gleichen und haben sich, seit ich vor 44 Jahren in „Kreuzzug gegen Brecht“ über die erste Anti-Brecht-Kampagne in der Bundesrepublik schrieb, überhaupt nicht geändert: man verdreht, man fälscht, man zitiert falsch, man reißt aus dem Zusammenhang, man stellt unbewiesene Behauptungen auf, man reimt zusammen, und da im Kampf gegen Brecht und den Kommunismus, die Lüge offenbar eine Tugend ist, lügt man eben, wenn es nicht anders geht.“ (UZ vom 28. 7. 2006) Dass es nicht nötig ist, Brecht im Gegenzug auf einen Sockel zu stellen, war auf dem Pressefest in Dortmund zu erleben: In ihren Beiträgen stellten Künstler Brecht als einen Heutigen vor, einen, der hilft, Fragen zu beantworten, die sich heute stellen. Bert Brecht ist ein Zeitgenosse. Wir stellen drei Sichten auf Person und Werk Bert Brechts vor:

„Das Herz des Narren blutet im Spiel“

Zum Tod des Schriftstellers Benito Wogatzki (1932–2016)
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 5. August 2016
Benito Wogatzki auf dem Sonderparteitag der SED/PDS im Dezember 1989 (Foto: Gabriele Senft)

Benito Wogatzki auf dem Sonderparteitag der SED/PDS im Dezember 1989 (Foto: Gabriele Senft)

Einer der erfolgreichsten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts ist im Alter von 83 Jahren am 25. Juli in Südfrankreich gestorben: Benito Wogatzki. Der deutsche Autor war ein Autor der DDR, der in beiden deutschen Staaten gelesen wurde …

Über den „verantwortlichen Umgang“ mit dem Opium Religion

Dietmar Dath versucht sich in „Leider bin ich tot“ am Jenseitigen
Klaus Wagener
Ausgabe vom 29. Juli 2016

Es sei ein „provokanter und verblüffender Roman über Religion – eine Meditation über den Glauben und das Böse, über die Zeit, denkende Winde, Komplexitätstheorie und die Schuld der Väter“, vermutet der Klappentext. Ein Versuch eines, …

Luthers Wirken als Maßstab heutiger Politik

Zu einem provokanten Buch über radikales Denken heute
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 8. Juli 2016

Der Titel „Gehört Luther zu Deutschland?“ weist nicht nur auf das Reformationsjubiläum 2017 voraus, sondern spielt auf ähnliche Formulierungen an, wie sie in den letzten Jahren üblich wurden – „Gehört der Islam …, gehört die AfD …“ usw. …

Ein Lehrstück über das Werfen mit Dreck

Wie Uwe Kolbe Brecht schaden wollte und sich übernommen hat
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 1. Juli 2016
Alle paar Jahre wieder: Uwe Kolbe ist nicht der erste und sicher nicht der Letzte in der Reihe derer, die das Bild Brechts zu beflecken versuchen.  „Unberatene / Können den Weg für die vielen / Nicht finden.“ (Aus Brechts Gedicht „ Frage“) (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0 / Montage: UZ)

Alle paar Jahre wieder: Uwe Kolbe ist nicht der erste und sicher nicht der Letzte in der Reihe derer, die das Bild Brechts zu beflecken versuchen. „Unberatene / Können den Weg für die vielen / Nicht finden.“ (Aus Brechts Gedicht „ Frage“) (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC-BY-SA 3.0 / Montage: UZ)

Am 14. August jährt sich …

Entschieden gegen den Strom

Eine Einführung zu Shakespeares Tragödien bietet Orientierung
Thomas Metscher
Ausgabe vom 1. Juli 2016

Hier muss der Superlativ gestattet sein: es gibt keinen Autor der Weltliteratur (und Autorin hier mitgedacht), der so viel gespielt und gelesen wird wie Shakespeare, und es gibt auch keinen zweiten, über den in den letzten 400 Jahren so …

54 Jahre Schreiben

Glückwunsch für Erasmus Schöfer
Klaus Stein
Ausgabe vom 17. Juni 2016
Erasmus Schöfer (Foto: Hans Peter Schaefer)

Erasmus Schöfer (Foto: Hans Peter Schaefer)

Sein 85. Geburtstag am …

„… dieses Sich-zuständig-Fühlen gehört zu meinem Verständnis vom Schriftsteller“

Zu Hermann Kants 90. Geburtstag am 14. Juni
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 10. Juni 2016
Hermann Kant auf dem Solidaritätsbasar der Journalisten auf dem Berliner Alexanderplatz, 2004 (Foto: Gabriele Senft)

Hermann Kant auf dem Solidaritätsbasar der Journalisten auf dem Berliner Alexanderplatz, 2004 (Foto: Gabriele Senft)

Das früheste Dokument in meiner Sammlung zu Hermann Kant, die ich anlässlich des 90. Geburtstages des Schriftsteller gesichtet habe, stammt aus dem Jahre 1964 und trägt den Titel „Romeo und Julia auf der Geisterbahn“. Kant beschreibt den …

Sein Ziel war nicht die Entscheidung, sondern die Möglichkeiten

Zum 70. Todestag Gerhart Hauptmanns
Ausgabe vom 10. Juni 2016

Am 6. Juni 1946 starb Gerhart Hauptmann – Nobelpreisträger, berühmter Dichter und Vorausdenker – in seinem burgartigen „Haus Wiesenstein“ in Agnetendorf, das durch das Kriegsende 1945 polnisch geworden war. Hauptmanns Umsiedlung in die …

Der radikale Ideologe der Reformation

Eine lesenswerte Biografie über Thomas Müntzer
Ausgabe vom 20. Mai 2016
Thomas Müntzers Porträt auf dem 5-Mark-Schein der DDR

Thomas Müntzers Porträt auf dem 5-Mark-Schein der DDR

Der Vorsitzende der deutschen Thomas-Müntzer-Gesellschaft, der emeritierte Hamburger Prof. Hans-Jürgen Goertz, hat mit einer bemerkenswerten Biografie über Thomas Müntzer frühzeitig ein Zeichen zum bevorstehenden 500. Jahrestag der …

Profit und die Gesetze des Kapitalismus

Klaus Müller hat ein gut verständliches, kurzes Buch zu den schwierigeren Problemen der Politischen Ökonomie geschrieben
Lucas Zeise
Ausgabe vom 20. Mai 2016

Ein vorzügliches Werk. Es handelt vom Profit und behandelt deshalb die wesentlichen Gesetze der politischen Ökonomie. Der Standpunkt des Autors ist der eines orthodoxen Marxisten. Von dieser Warte aus diskutiert er die Probleme, die die …

Mehr als ein Lexikon

Das Vermächtnis der Häftlinge von Buchenwald
Nina Hager
Ausgabe vom 20. Mai 2016
 (Foto: Bundesarchiv, Bild 183-J0311-0302-001 / CC-BY-SA 3.0)

(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-J0311-0302-001 / CC-BY-SA 3.0)

Mit dem Lexikon „Konzentrationslager Buchenwald 1937 bis 1945“, das kürzlich im Rhinoverlag erschien, haben Gitta Günther und Gerhard Hoffmann, beide Mitglieder der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. ein nicht nur …

Regierungslinke entzaubert

Der „Kniefall“ von Thüringen
Herbert Münchow
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Im Thüringer Grenzmuseum bei einem Besuch der Staatssekretärin Babette Winter (Foto: TSK)

Im Thüringer Grenzmuseum bei einem Besuch der Staatssekretärin Babette Winter (Foto: TSK)

„Integrationsfalle (Mit)Regieren ‚Wild nicht erlegt – dafür Flinte verloren‘ … heißt die neue Streitschrift von Ekkehard Lieberam, die in der Schriftenreihe des Forums Gesellschaft und Politik im pad-verlag erschienen ist. Hier wird …

Gelebter Internationalismus

Lexikon der deutschen Kämpfer für die Spanische Republik
Günter Wehner
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Denkmal für die deutschen Kämpferinnen und Kämpfer für die Spanische SRepublik von Fritz Cremer in Berlin-Friedrichshain (Foto: SpreeTom / wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

Denkmal für die deutschen Kämpferinnen und Kämpfer für die Spanische SRepublik von Fritz Cremer in Berlin-Friedrichshain (Foto: SpreeTom / wikimedia.org/ CC BY-SA 3.0)

Spät aber dennoch rechtzeitig zum 80. Jahrestag des Spanienkrieges und der Internationalen Brigaden erschien das biografische Lexikon deutscher Spanienkämpfer. Den Herausgebern ist mit der umfassenden Zusammenstellung von 4 500 Namen …

Eine Denkhilfe

„Faschismus-Diagnosen“ von Kurt Pätzold
Jonny Michel
Ausgabe vom 13. Mai 2016

Wer sich mit der Entstehung des historischen Faschismus, dessen Entwicklung und den Umständen, die dazu führten, befasst, der kommt nicht am international renommierten Historiker Kurt Pätzold vorbei. In zahlreichen Publikationen stellte …

Beckmann erklärt den Krieg

Borcherts „Draußen vor der Tür“: Ein Stück über Täter als Opfer
Leander Sukov
Ausgabe vom 13. Mai 2016
Viele waren Täter, gelitten haben auch sie. (Foto: Deutsche Fotothek/CC BY-SA 3.0 DE/)

Viele waren Täter, gelitten haben auch sie. (Foto: Deutsche Fotothek/CC BY-SA 3.0 DE/)

„Draußen vor der Tür“ ist ein umstrittenes Stück. Die Kritik und die Rezeption war niemals einhellig. Worum geht es: Nach einer dreijährigen Kriegsgefangenschaft in Sibirien kommt der Unteroffizier Beckmann zurück nach Hamburg. Er …

Wir alle können die nächsten sein

Jürgen Schneiders Roman „Im Land der Lügen“
Birgit Gärtner
Ausgabe vom 6. Mai 2016

Nach drei spannenden historischen Kriminalromanen, die in den 1930er Jahren im Holsteinischen spielen, plaudert der Hamburger Strafverteidiger und Krimi-Autor Heinz-Jürgen Schneider erneut aus dem juristischen Nähkästchen. Diesmal treibt …

Wo Verbrechen ehrenhaft werden

Zu Christoph Heins Roman „Glückskind mit Vater“
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 29. April 2016
Christoph Hein (Foto: wikicommons)

Christoph Hein (Foto: wikicommons)

Die Literaturkritik sucht lange nach dem „Wenderoman“. Nun gibt es ein wichtiges Ergebnis, Christoph Heins umfangreichen Roman „Glückskind mit Vater“. Hein verzichtet allerdings auf den Begriff „Wende“, der die Zeit um 1989 nicht trifft. …

Shakespeares Menschen in schlechter Gesellschaft

Vor 400 Jahren starb William Shakespeare. Seine Gestalten leben
Dietmar Dath
Ausgabe vom 22. April 2016

Präzision und Mehrdeutigkeit hält man für Gegensätze. In Shakespeares Sprache aber sind beide immer da, und nehmen einander doch nie den Atem. Selbst simpelste Wortfolgen, etwa das grausige „the Tower, the Tower“ im Stück über Heinrich …

Ein Dokument der Zensur

Zu Siegfried Lenz‘ Roman aus dem Nachlass „Der Überläufer“, der in der jungen Bundesrepublik nicht erscheinen durfte
Rüdiger Bernhardt
Ausgabe vom 18. März 2016

Der Wehrmachtssoldat Walter Proska, auch als „Assistent des Gewissens“ (298) bezeichnet, fährt vom Heimaturlaub im masurischen Lyck 1944 an die zusammenbrechende Ostfront. Der Zug wird von Partisanen gesprengt und statt an der Front …

Ein Großer der Literatur, engagierter Linker und Antifaschist

Zum Tod von Umberto Eco
Gerhard Feldbauer
Ausgabe vom 26. Februar 2016
Umberto Eco im Mai 2005 (Foto: Ufficio Stampa Università Mediterranea di Reggio Calabria/wikimedia.com/CC BY-SA 3.0)

Umberto Eco im Mai 2005 (Foto: Ufficio Stampa Università Mediterranea di Reggio Calabria/wikimedia.com/CC BY-SA 3.0)

Am Freitag vergangener Woche starb Umberto Eco im Alter von 84 Jahren. Mit ihm verlor nicht nur Italien einen weltberühmten Literaten, herausragenden Philosophen, aber auch Sprachwissenschaftler, der zu brennenden Fragen der Politik …