Der Ärger wächst

IG Metall ruft im Tarifkonflikt bei IAV bundesweit zu Aktion
Von Björn Schmidt
|    Ausgabe vom 26. August 2016

Nach der Sommerpause spitzt sich der Tarifkonflikt beim Ingenieurdienstleister IAV mit Sitz in Berlin zu. Bereits seit sechs Monaten warten die über 6 000 bundesweit Beschäftigten auf ein Angebot der Geschäftsführung. In den ersten beiden Verhandlungsrunden hatte diese die Zustimmung zu Absenkungen bei den Einstiegsentgelten von der IG Metall Tarifkommission verlangt (UZ berichtete). Am Berliner Standort hatten die Kollegen in den letzten Wochen bereits mehrere „Tariffreitage“ durchgeführt: Unter dem Motto „Ob jung, ob alt, für alle mehr Gehalt: 5 Prozent“ informierten Betriebsräte und IG Metall Vertreter bei Würstchen und Melonen über den aktuellen Stand des Konfliktes.
Am vergangenen Freitag fanden auch an weiteren Standorten Aktionen statt. In Gifhorn bei Wolfsburg, mit über 2500 Beschäftigten größter IAV Standort, bereiteten Vertrauensleute und Betriebsräte eine aktive Mittagspause unter dem Motto „Es geht um die Wurst“ vor. Die Resonanz war groß: Über 600 Kollegen versammelten sich an den Ständen der IG Metall und zeigten ihre Unterstützung für die Entgeltforderung. „Der Ärger wächst, weil der Arbeitgeber nach wie vor kein Tarifangebot vorgelegt hat“, sagte Dietmar Brennecke, zuständiger IG Metall-Sekretär.
Das Motto der Berliner Kollegen für den vergangenen Tariffreitag lenkte den Blick auf das Wesentliche: „Essen ist alle, jetzt geht es ums Geld!“ Erneut informierten die Betriebsräte über die Zuspitzung des Konfliktes. An diesem Freitag ruft die IG Metall bundesweit zu standortübergreifenden Aktionen auf. So solle ausschließlich in der Kernarbeitszeit von 9 bis 15 Uhr gearbeitet werden, um dem Arbeitgeber zu signalisieren, was die Beschäftigten von seiner Blockade halten. Verhandlungsführer Thilo Reusch von der IG Metall-Bezirksleitung Niedersachsen-Sachsen-Anhalt: „Der Arbeitgeber muss spüren, dass sich die Beschäftigten ein solches Verhalten nicht gefallen lassen.“


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