Zu „Eine kurze Kaffeegeschichte der DDR“, UZ vom 20. Dezember

1.330 pro Hektar

Helmut Naderer, per E-Mail

Ich war 1984/1985 Leiter des DDR-Spezialistenkollektivs, das Aufgaben bei der Kaffeeproduktion in Vietnam übernommen hatte. Ich nehme an, dass die Idee, Kaffeeabkommen mit verschiedenen Ländern, unter anderem auch mit Laos, zu schließen, nicht Herrn Jarczewskis Idee war, sondern dass diese eher aus dem ZK in Zusammenarbeit mit dem Ministerrat kam. Wenn ein Name aus der Leitung des Kombinates genannt werden soll, dann sicherlich der des für Internationales zuständige Siegfried Kaulfuß. Um das Kaffeeabkommen mit Vietnam zu schließen, war keine wissenschaftliche Untersuchung notwendig. Die natürlichen Gegebenheiten waren bekannt, Vietnam fehlte es einfach an der materiell-technischen Grundlage, den Anbau zu erweitern. Das 1980er Abkommen hatte eine geplante Anbaufläche von 5.000 Hektar zum Ziel, 1986 kamen weitere 5.000 Hektar dazu. Die Jungpflanzen wurden ausschließlich vor Ort angezogen. 1.330 pro Hektar. Bei einer Erweiterung der Anbaufläche 1984/85 um 1.000 Hektar wurden 1 Millionen Jungpflanzen in fünf Anzuchtgärten produziert. Die im Artikel aufgelisteten Leistungen waren ebenfalls Leistungen des vietnamesischen Staates. Die DDR hat das Abkommen flankiert mit Soli-Gütern. Neben zum Beispiel Decken und Stoffen wurden eine Elektrowerkstatt, eine Schneiderei, eine mechanische und eine Holzwerkstatt (direkt dem Kaffeekombinat zugeordnet) errichtet.

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"1.330 pro Hektar", UZ vom 17. Januar 2025



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