Nicht „abenteuerlich“

Von Bettina Mandellaub, Frankfurt a. M.
|    Ausgabe vom 6. April 2018

Ich widerspreche Manfred Ziegler in mehreren Aussagen. Die YPG habe den Waffen der Angreifer wenig entgegenzusetzen gehabt, schreibt er. Doch, das haben sie! Als Nicht-Armee hielten sie einer NATO-Armee zwei Monate lang stand – bis massiv von der Luft aus angegriffen wurde. Sodann haben sie letzten Endes die Stadt Afrin den Besatzern überlassen – um die verbliebene Zivilbevölkerung zu schützen.
Der scheinbare „Trumpf“ eines Bündnisses mit den USA: Es gab keinen „Trumpf“, sondern die Kurden haben einen Teil des Kampfes gegen den IS mit der Unterstützung dieser Großmacht bestritten. Daraus resultierte die Hoffnung, dass die Türkei sich nicht getrauen würde, in der Art, wie es dann geschah, die kurdischen Gebiete anzugreifen. Auch wenn in der UZ immer wieder steht, dass es eine „Illusion der Kurden“ war, „auf die USA zu setzen“, macht das ständige Wiederholen dieser Phrase sie nicht wahrer! (…)
Und eine weitere Formulierung von Manfred Ziegler ist abwegig, denn es ist durchaus nicht „abenteuerlich“, seine Staatsgrenzen gegen Invasoren zu verteidigen.
Syrien hat dies nicht getan, aber es wäre ein ganz normaler Akt der Selbstverteidigung gewesen, den gerade wir hätten bedingungslos unterstützen müssen.
Diese und andere Formulierungen lassen daran zweifeln, dass hier echte Solidarität mit den mutigen, fortschrittlichen Verteidigern Afrins empfunden wird!


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