Kämpfen hilft!

Von Lars Mörking, Chefredakteur der UZ
|    Ausgabe vom 22. Dezember 2017

Das Jahr 2017 war ein anstrengendes Jahr. Das trifft nicht nur für UZ-Leserinnen und -Leser zu, die gegen Aufrüstung und Sozialabbau gekämpft und sich in den Bundestagswahlkampf gestürzt haben. 2016 wurden 1,7 Milliarden Überstunden geleistet, 2017 dürften es kaum weniger gewesen sein. Die Arbeitsbelastung steigt, der Druck, sich dagegen zu wehren, auch. Mit dem Kampf um einen Tarifvertrag zur Entlastung haben sich die Kolleginnen und Kollegen von ver.di bundesweit auf den Weg gemacht, die Verhältnisse im Gesundheitswesen ein Stück erträglicher zu machen.
Nun gehören Krankenschwestern und Pflegekräfte nicht gerade zu denen, die nicht wissen, wie sie ihre viele Freizeit verbringen sollen. Meine Behauptung: Kämpfen hilft! Kämpfen hilft, die eigene Situation besser zu verstehen und zeigt Wege auf, wie wir es besser machen können. Kämpfen hilft, die eigenen Interessen formulieren zu können und zu erkennen, wer ihnen entgegensteht. Das verändert das Arbeitsklima nachhaltig, auch wenn die Auseinandersetzung um mehr Personal im Gesundheitswesen noch lange nicht ausgefochten ist.
Dass Kämpfen hilft, wissen UZ-Leserinnen und -Leser aus eigener Erfahrung. Wir können in unserer UZ jede Woche die Kapitalisten dafür schelten, dass sie ihre Interessen besser durchsetzen als wir. Aber ohne dass unsere Autorinnen und Autoren, Fotografinnen und Fotografen, Leserinnen und Leser für ihre eigenen Interessen kämpfen - in Schule und Betrieb, in Stadteilinitiativen, Bündnissen und Gewerkschaften – bleibt jeder UZ-Bericht im besten Fall eine düstere Diagnose, der keine Therapie folgt.
Und deshalb bedanken wir, die UZ-Redaktion, uns bei all denen, die 2017 gekämpft haben – für kleine oder große Verbesserungen, gegen Angriffe auf das bereits Errungene und für einen ordentlichen Schritt in Richtung Sozialismus.
Das Jahr 2018 wird wohl nicht weniger anstrengend werden als 2017. Es wird aber noch mehr zu feiern geben: 50 Jahre DKP und 100 KPD, 50 Jahre SDAJ und den 200. Geburtstag von Karl Marx, das 20. UZ-Pressefest usw. Und vielleicht auch einen erfolgreichen Kampf um mehr Personal im Gesundheitswesen. Das wäre dann vielleicht unser größtes Fest.


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