Zärtlichkeit, Solidarität, Kampfgeist

Auf den Moncada-Festen wurde die Kubanische Revolution gefeiert
Von Tobias Kriele
|    Ausgabe vom 4. August 2017
Fiesta in Bonn (Foto: Thomas Brenner)
Fiesta in Bonn (Foto: Thomas Brenner)

Wie jedes Jahr um den 26. Juli, dem kubanischen Nationalfeiertag, wurden anlässlich des 54. Jahrestages des Sturms auf die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba Feste gefeiert.
Die größte Veranstaltung organisierte die Arbeitsgemeinschaft Cuba Sí der Partei Die Linke am 22. Juli unter dem Namen „Fiesta de Solidaridad“ in der Parkaue in Berlin-Lichtenberg. Die Veranstalter hatten sich in diesem Jahr viel vorgenommen und eine vergrößerte Fläche, eine zweite Bühne und ein erweitertes Programm angeboten. Vertreterinnen und Vertreter von europäischen Kuba-Solidaritätsgruppen sorgten für eine starke internationale Beteiligung. Tausende Menschen kamen und feierten trotz tropischer Regenfälle mit guter Laune und mit viel Musik. Insbesondere der Hauptakt Banda Bassotti räumte dabei ab.
Eine Woche später fand in der Außenstelle der Kubanischen Botschaft in Bonn eine weitere Fiesta Moncada statt. Veranstalterin der 24. Ausgabe dieser schon traditionellen Einrichtung war neben zahlreichen Kuba-Solidaritätsorganisationen aus dem Westen Deutschlands die Kuba-AG der DKP, die innerhalb des Vorbereitungskreises in diesem Jahr die organisatorische Leitung übernommen hatte.
Die Bonner Fiesta hatte sich in diesem Jahr im Andenken an den 50. Jahrestag der Ermordung von Che Guevara das Motto „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ gegeben. Angelika Becker betonte in ihrem Grußwort vom Vorstand des Netzwerks Cuba, dass Solidarität mit Kuba heute die Verteidigung des Sozialismus bedeutet. Klaus Piel von der Humanitären Cuba-Hilfe Bochum stellte das Vorhaben von MediCuba dar. Mit einer europaweiten, auf vier Jahre angelegten Spendenkampagne will man den Bau von zwei Diagnosezentren in Santa Clara und Santiago de Cuba im Gesamtwert von 2,5 Millionen Euro fördern. Alle Einnahmen der diesjährigen Fiesta kommen in diesem Jahr dem Projekt zugute.
Fernando Moser von der Bonner Gruppe Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba warb für die Unterstützung der Kundschafterin Ana Belén Montes, die in den USA wegen der Weitergabe von militärischen US-Angriffsplänen gegen Kuba in Isolationshaft sitzt.
Neben ernsten Themen wurde auch gefeiert: DJ Luis, die Gruppe Salazar sowie – als Überraschungsgast – Nicky Márquez brachten dabei die anwesenden zwei- bis dreihundert Hüften in Bewegung, teils auf anmutige, teils auf originelle Art und Weise.
Emotionaler Höhepunkt der Fiesta war die Verabschiedung von Anette Chao, der Leiterin der Bonner Außenstelle, deren Zeit in Deutschland nach vier Jahren endet. Gleich mehrere der einladenden Solidaritätsgruppen verliehen der kubanischen Diplomatin die Ehrenmitgliedschaft und dankten ihr so für ihre bedingungslose und kämpferische Unterstützung der Solidaritätsbewegung in Deutschland. Anette Chao verglich, sichtlich gerührt, den Kampfgeist der Kuba-Solidaritätsbewegung in Deutschland mit dem der Moncada-Angreifer. Dies ist, wenngleich möglicherweise übertrieben, so doch ein Anreiz, stärker denn je das sozialistische Kuba zu unterstützen. Nirgendwo geht dies einfacher und mit mehr Hüftschwung als auf den Moncada-Festen.


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Leserbrief zu »Zärtlichkeit, Solidarität, Kampfgeist«, UZ vom 4. August 2017





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