Der rote Kanal

|    Ausgabe vom 19. Mai 2017

Silberdisteln
Dieter Hildebrandt würde in diesen Tagen seinen 90.Geburtstag feiern. Eine schöne Würdigung ist die Ausstrahlung des Spielfilms „Silberdisteln“ in der Regie von Udo Wachtveitl. Ein mit großem Vergnügen spielendes Ensemble von Rosemarie Fendel, Harald Juhnke, Heinz Schubert und eben Dieter Hildebrandt prägt diese Komödie. Im Altersheim genießen die munteren Senioren ihren Lebensabend. Als eine rüstige alte Dame plötzlich und unerwartet stirbt, sind sich drei der Heiminsassen sicher: Der sadistische Pfleger hat die Frau umgebracht! Und natürlich findet die Polizei keine Beweise. Doch das Trio gibt nicht auf. Wenn man den verhassten Pfleger diesmal nicht als Mörder überführen kann, dann eben das nächste Mal. Und wo es keine Beweise gibt, muss man einfach welche schaffen. Ein raffinierter Plan entsteht.
Sa., 20.05., 20.15 Uhr, Bayern
Die Wüstensöhne
Wer diesen Spielfilm, einen der besten Slapstick-Filme überhaupt, bisher immer verpasst hat, jetzt unbedingt ansehen. Stan Laurel und Oliver Hardy, gemeinsam mit ihren Ehefrauen (auch im wirklichen Leben), feuern eine volle Breitseite auf Männergebaren, kleine und große Lügen, immer neue Verwicklungen und Verstrickungen, bloß um ein Saufgelage in ihrem Club nicht zu verpassen.
1933 gedreht, bleibt dieser Spaß ein Muss für alle, die gerne über andere lachen wollen und sich eher selbst an die Nase packen sollten.
So., 21.05., 17.25 Uhr, 3sat

Leviathan
Die mythologische Figur des Seeungeheuers wird gerne zitiert, wenn über die Allmacht des Staates und seiner ihn tragenden Kräfte geklagt wird. Der Film „Leviathan“ des russischen Regisseurs Andrej Swjaginzew ist der letzte in einer ganzen Reihe von literarischen, filmischen und politischen Produkten, die damit operieren. „Leviathan“ spielt in der russischen Arktis. Der Kfz-Schlosser Nikolaj soll enteignet werden, die Stadt hat ein Auge auf sein Grundstück geworfen. Nikolaj klagt gegen die Entscheidung, legt sich mit dem korrupten Bürgermeister an. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, der Bürgermeister steckt mit Staatsanwaltschaft, Polizei und Richterin unter einer Decke. Am Ende verliert Nikolaj sein Haus und landet selbst im Gefängnis. In einer Schlüsselszene speist der mächtige Bürgermeister mit dem Priester. Er sorgt sich um seine Macht. Der Geistliche beruhigt ihn. „Spende viel. Und großzügig. Mach dir keine Sorgen. Jede Macht ist von Gott. Solange du Gott gefällst, brauchst du dir keine Sorgen zu machen.“
Mo.,22.05., 20.15 Uhr, arte

Still Alice
Alzheimer im Kino, das ist nichts Neues mehr. Judi Dench hat es in „Iris“ ereilt, Julie Christie in „An ihrer Seite“, Hannelore Elsner in „Das Blaue vom Himmel“ und zuletzt Dieter Hallervorden in „Honig im Kopf“. Das Verstörendste an dem jüngsten Film zum Thema, „Still Alice“ von Richard Glatzer und Wash Westmoreland, ist, dass es einmal nicht eine ältere Person trifft, sondern eine Frau in den besten Jahren. Alice ist gerade 50 geworden, eine erfolgreiche Wissenschaftlerin mit einem ebenfalls erfolgreichen Arzt an ihrer Seite und drei erwachsenen Kindern. Vor allem besticht dieser Film natürlich durch die Leistung der Hauptdarstellerin. Julianne Moore hat für ihre Alice zu Recht den Oscar erhalten.
Mi., 24.05., 20.15 Uhr, ZDF


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Leserbrief zu »Der rote Kanal«, UZ vom 19. Mai 2017





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