Interview

Paul, Paula und das Festival der Jugend

Lars Mörking im Gespräch mit Paul und Paula
|    Ausgabe vom 19. Mai 2017

Paul Rodermund ist Mitglied des Parteivorstands der DKP und Leiter der Jugendkommission, die die Unterstützung des Festivals der Jugend durch die Partei organisiert. Paula ist Mitglied der Bundesgeschäftsführung der SDAJ und leitet das Orga-Team des Festivals der Jugend.

UZ: Ihr habt dieses Jahr zusätzlich zur großen Konzertbühne eine kleine Bühne auf dem Platz eingerichtet. Wozu der Aufwand?

Paula

Paula

Paula: Generell haben wir in diesem Jahr besonderes Augenmerk darauf gelegt, das Kulturangebot auf dem Festival auszubauen. Neben den großen Konzerten und den Partys am Freitag- und am Samstagabend soll es auch tagsüber kleine Musikeinlagen geben. Das ist besonders für die Leute nett, die nicht in Köln übernachten und nur tagsüber da sind. Deshalb ist das Programm auf der kleinen Bühne eher für diejenigen ausgelegt, die auf dem Platz zusammensitzen, quatschen und dabei ein wenig unterhalten werden wollen.

UZ: Und was wird es dort zu hören und zu sehen geben?

Paul: Ich glaube, uns ist eine tolle Mischung des Programms gelungen. Am Samstag steht zunächst kubanische Musik von „Proyecto Son Batey“ auf dem Programm, dann gibt es Alltagsabsurditäten von Wiglaf Droste aus seinem Buch „Nomade im Speck“, begleitet vom Trio „Frau Ado und die Goldkante“. Abschließend lesen SDAJ-Mitbegründer Reinhard Junge und Christiane Bogenstahl aus ihrem Krimi „Datengrab“.
Am Sonntag liest Ellen Schernikau aus den Werken ihres Sohnes Ronald Schernikau. Erich Schaffner präsentiert Lieder, Gedichte, Texte und Szenisches von Zeitgenossen der Oktoberrevolution, die Bochumer Punkband „Die Shitlers“ kommentiert mit Witz und Fachkenntnis Deutschrapvideos und abschließend stellen die verschiedenen Kreativworkshops des Festivals, von Improtheater über Tanz, bis politische Fotografie ihre Ergebnisse vor.

UZ: Für mich klang es so, als wolltet ihr einen separaten Bereich für die älteren Besucherinnen und Besucher des Festivals einrichten – wollt ihr Jung und Alt trennen?

Paula: Nein, das ist nicht unser Ziel – im Gegenteil! Das Festival richtet sich zwar hauptsächlich an Jugendliche, war aber schon immer ein Ort, an dem verschiedene Generationen miteinander diskutiert, gelacht und gefeiert haben. Das wollen wir aufrechterhalten. Vielmehr haben wir den Platz so umgestaltet, dass der Austausch noch einfacher wird:
Die kleine Bühne ist umgeben von Sitzgelegenheiten und Essensständen und soll jung und alt dazu einladen, auch mal inne zu halten, sich mit alten Bekannten und neuen Freunden zusammen zu setzen und – bei Kaffee und Kuchen oder Currywurst und Bier – die Sonne zu genießen. Wir glauben, dass wir auch durch die neue Platzaufteilung zu einer noch netteren Atmosphäre beitragen können. Egal wie alt oder jung man ist, alle werden sich am Ende dort einfinden, wo es leckeres Essen gibt.

UZ: Wird es auf dem „FdJ“ wieder so etwas wie ein Veteranentreffen ehemaliger Mitglieder der SDAJ geben?

Paul

Paul

Paul: Ein Veteranentreffen ist zwar nicht geplant, aber wir sagen ja immer „das Festival ist was ihr draus macht“. In jedem Fall wird man auf dem Festival auch viele ehemalige SDAJ-Funktionäre antreffen, die frühere Festivals der Jugend mitorganisiert haben und durch sie geprägt wurden. Viele von ihnen packen noch heute mit an, spannende Geschichten haben sie allesamt auf Lager.

UZ: Welchen Beitrag leistet die DKP? Wie sind Genossinnen und Genossen der DKP in die Aufgaben für das Festival eingebunden?

Paul: Die DKP ist Mitveranstalterin des Festivals. Seit Monaten sind die Jugendkommission, ein Festival-Arbeitskreis und viele Genossinnen und Genossen mit der Vorbereitung beschäftigt. Unter anderem organisieren wir Diskussionsrunden zur Bundestagswahl, zur Frage was Kernbestandteile einer sozialistischen Gesellschaft sind und wie diese in der DDR umgesetzt wurden, zum Kampf um mehr Personal in den Krankenhäusern und zur heutigen Rolle und Bedeutung der kommunistischen Partei. Darüber hinaus stemmt die DKP einen Großteil des kulinarischen Angebots und wird mit Info- und Bücherstand, sowie einer eigenen Festivalzeitung auf dem Platz präsent sein.

Paula: Das ist jedoch nur der offensichtliche Teil des Beitrags der DKP. Was man nicht sieht, sind die Genossinnen und Genossen, die unserem jungen Team seit Monaten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die mit einer Engelsgeduld all unsere Fragen beantworten, ihre Hilfe anbieten und ihre Freizeit für das Festival opfern. Besonders stark ist die Unterstützung der DKP beim Aufbau – hier wären wir allein wahrscheinlich ganz schön aufgeschmissen. Alles in allem wissen wir, dass es das Festival der Jugend ohne die Unterstützung der DKP so nicht geben könnte, und wir sind ganz schön froh, sie an unserer Seite zu haben.


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Leserbrief zu »Paul, Paula und das Festival der Jugend«, UZ vom 19. Mai 2017





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