Unsere Solidarität mit dem sozialistischen Kuba

Von Gerhard Ferdinand
|    Ausgabe vom 12. Mai 2017
In der Klinik Rosa Luxemburg
In der Klinik Rosa Luxemburg" werden Kleinkinder gefördert (Foto: Manfred Idler)

In diesem Jahr wird die Clinica de Neurodesarrollo „Rosa Luxemburgo“ in Cárdenas, Kuba fünfzehn Jahre alt. Diese Einrichtung in der kubanischen Provinz Matanzas, die mit maßgeblicher Hilfe und Unterstützung der DKP errichtet wurde, hat unverändert eine große Bedeutung für Matanzas und über die Grenzen dieser Provinz hinaus.
Es handelt sich um eine Tagesklinik, ähnlich unserer sozialpädiatrischen Zentren, die überwiegend Säuglinge und Kleinkinder mit angeborenen oder erworbenen Fähigkeitsstörungen und Behinderungen, beispielsweise im Sinne von neuromuskulären oder psychomotorischen Erkrankungen oder anderen Behinderungen der Haltungs- und Bewegungsorgane, der Sinnesorgane, des Nervensystems und der Psyche behandelt. Genannt seien hier z. B. Lähmungen des zentralen Nervensystems (sog. Cerebralparesen), Systemerkrankungen des Skelettapparates, angeborene Stoffwechselerkrankungen, autistische Störungen, genetisch bedingte Erkrankungen, wie z. B. das Down-Syndrom, und andere.
Die Zuweisung erfolgt meist kurz nach der Geburt vom Krankenhaus, einer Poliklinik oder Familienarztpraxis. Nach neuropädiatrischer Abklärung werden unter ärztlicher Anleitung und Kontrolle überwiegend krankengymnastische, physikalische, ergotherapeutische, logopädische und kinderpsychologische Behandlungsformen angewandt, aber auch alternative Therapien wie Musiktherapie und verschiedene Formen der Kunsttherapie. Auf einer speziellen, der Klinik angegliederten „Finca“ können die kleinen Patientinnen und Patienten im Umgang mit allen möglichen Tieren auf spielerische Weise ihre Alltagskompetenz und ihre soziale Teilhabe in Familie und Gesellschaft erlernen und einüben. Es wird ermöglicht, dass Kinder mit Behinderungen sich nützlich fühlen können und sich voll entwickeln.
Auch bei dem erneuten Besuch der Klinik beeindruckte uns, wie auch in den vergangenen Jahren, die starke Auslastung der Klinik und das ausgeprägte Engagement des gesamten Behandlerteams. In den Gesprächen mit den Verantwortlichen wurden uns auch die hohe Behandlungsfrequenz und die erkrankungsbedingt notwendige, teilweise lange Behandlungsdauer in einzelnen Fällen deutlich. Uns beeindrucken immer wieder der Stellenwert und die Unterstützung, die behinderten Kindern im kubanischen Gesundheitswesen und in der Öffentlichkeit für deren soziales Wohlergehen zukommt. Uns wird deutlich, dass Kuba beispielhaft ist für eine gleichberechtigte Entwicklung aller Menschen ohne Diskriminierung.
Erfreut nahmen wir auch zur Kenntnis, dass die Klinik inzwischen seit einem Jahr über ein lange ersehntes neurophysiologisches Labor verfügt, das allerdings noch weiterer Ergänzungen dieser sehr wichtigen erkrankungsspezifischen Untersuchungsmöglichkeiten bedarf.
Aufgrund der unverändert schwierigen wirtschaftlichen Lage Kubas kann allerdings auch in der Clinica „Rosa Luxemburgo“ ein ständiger Renovierungs-, Ausbesserungs- und Erweiterungsbedarf des Gebäudes, seiner Einrichtungen und der Therapiemöglichkeiten nachvollzogen werden. Diesbezüglich zeigte sich der ärztliche Leiter der Klinik, Dr. Jorge Rodriguez, hoch erfreut über eine neuerliche Spende in Höhe von 3 000 Euro, die am 19. April im Namen der Kuba AG der DKP überreicht werden konnte. Sie soll in die Infrastruktur der Klinik investiert werden.


  Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (redaktion@unsere-zeit.de):

Leserbrief zu »Unsere Solidarität mit dem sozialistischen Kuba«, UZ vom 12. Mai 2017





Wir bitten darum, uns kurze Leserzuschriften zuzusenden. Sie sollten unter der Länge von 1800 Zeichen bleiben. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen und kann nicht versprechen, dass jeder Leserbrief beantwortet oder veröffentlicht wird. Anonyme Leserzuschriften werden in der Regel nicht veröffentlicht.