Macron ist eine Kunstfigur

Eine Glosse von LZ
|    Ausgabe vom 28. April 2017
Emmanuel Macron (Foto: [url=https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Emmanuel_Macron_(2).jpg#/media/File:Emmanuel_Macron_(1).jpg]Gouvernement français[/url])
Emmanuel Macron (Foto: Gouvernement français / Lizenz: CC BY-SA 3.0 FR)

Unser Bild der Woche zeigt den künftigen Präsidenten der französischen Republik. Die Demoskopen, die neoliberalen Einheitsbreipolitiker in Berlin und die Börse sind dieser Meinung. Der Dax (Deutscher Aktienindex) ist am vergangenen Montag um mehr als drei Prozent – jubelnd vor Erleichterung – auf ein neues historisches Hoch nach oben gesprungen. Wie verängstigt muss der ideelle Gesamtanleger bis Sonntagabend gewesen sein! Und wie erleichtert jetzt, da Emmanuel Macron bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen den ersten Platz errungen hat!

Macron ist eine Kunstfigur, entworfen, um die verbrauchten Kräfte der „Republikaner“ und der „Sozialisten“ noch einmal um das Modernisierungsprojekt des französischen Kapitalismus zu scharen. Frankreich so effizient wie Deutschland zu machen, das ist die gemeinsame Parole beider Parteien. Die Praxis der letzten beiden Präsidenten Sarkozy und Hollande war es, sich innerhalb EU-Europas der Führung Berlins zu unterwerfen, dafür aber bei militärischen Expeditionen nach Afrika oder Nahen Osten einen Schritt voraus zu bleiben. Macron ist in Paris, was die Große Koalition in Berlin ist. Nur jünger und noch etwas blasser. Er wird sich nach den Parlamentswahlen die Unterstützung aus beiden Altparteien sichern müssen.


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Leserbrief zu »Macron ist eine Kunstfigur«, UZ vom 28. April 2017





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