Tarifrunde Gastronomie

|    Ausgabe vom 21. April 2017

Ohne Ergebnis hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die vierte Tarifverhandlung für die 100000 in der Systemgastronomie Beschäftigten in Wiesbaden abgebrochen. „Das Angebot der Arbeitgeber von 8,90 Euro pro Stunde in der untersten Tarifgruppe ist völlig inakzeptabel“, hat Guido Zeitler, stellvertretender NGG-Vorsitzender und Verhandlungsführer, erklärt.
„Der Bundesverband der Systemgastronomie BdS war nicht bereit, ein akzeptables Angebot vorzulegen. Sechs Cent mehr pro Stunde über dem gesetzlichen Mindestlohn sind nicht verhandelbar“, hat Guido Zeitler erklärt. Wertschätzung für die harte Arbeit der Beschäftigten sehe anders aus als 8,90 Euro in der untersten Tarifgruppe ab Mai 2017 und erst in einer zweiten Stufe neun Euro ab August 2018. Auch für die anderen Tarifgruppen lag das Angebot nur zwischen 1,5 bis drei Prozent für zwei Jahre. „Das ist deutlich unter den branchenüblichen Abschlüssen, die für zwei Jahre bei rund sechs Prozent liegen, und ein Armutszeugnis für den Arbeitgeberverband“, so der NGG-Vize. „Ein Weltkonzern wie McDonald’s, der Platzhirsch im BdS, mit einem Umsatz von mehr als drei Milliarden Euro allein in Deutschland, will seine Beschäftigten mit Niedrigstlöhnen abspeisen. Dieses Geschäftsmodell, dass Vollzeit arbeitende Menschen ihren Lohn letztlich mit Leistungen der Arbeitsagentur aufstocken müssen, trägt zur sozialen Ungerechtigkeit bei.“
Zeitler kündigte an, dass die NGG weiter mobilisieren und den Tarifkonflikt in die Betriebe der Systemgastronomie tragen werde. Seit Anfang des Jahres haben mehr als 1 000 Teilnehmende, insbesondere bei McDonald’s, Burger King, Starbucks, Pizza Hut, Nordsee, Tank & Rast und Autogrill, in zahlreichen Protestaktionen und mehr als 50 Warnstreiks deutlich gemacht, dass sie für einen Tarifvertrag und für Löhne kämpfen, von denen sie leben können.


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Leserbrief zu »Tarifrunde Gastronomie«, UZ vom 21. April 2017





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