Landtagswahl NRW 14. Mai 2017

„Wie sollen wir denn gucken?“

Szenen eines Drehtags für einen TV-Wahlspot der DKP in NRW
Von Wahlkampfteam der DKP Ruhr-Westfalen
|    Ausgabe vom 7. April 2017
Die Kamera sieht alles: Die Akteure haben sichtlich Spaß beim Infostand. (Foto: Wahlkampftem DKP Ruhr-Wetsfalen)
Die Kamera sieht alles: Die Akteure haben sichtlich Spaß beim Infostand. (Foto: Wahlkampftem DKP Ruhr-Wetsfalen)

Die DKP in NRW kandidiert nach langer Zeit das erste Mal wieder zur Landtagswahl. Und zum ersten Mal dürfen wir einen Wahlwerbespot für das Fernsehen machen und auch einen für das Radio. Wie packen wir unsere Positionen und Forderungen in 90 Sekunden? Wie stellen wir die DKP dar? Wen erreichen wir damit? Diese Fragen wurden diskutiert, ein Text abgestimmt, Szenen entworfen. Eine einfache Sprache finden, die dennoch nicht platt ist, zeigen, dass wir aktiv und in Bewegung sind, keine Wahlversprechen machen, sondern auffordern, sich selbst zu bewegen – darauf hat sich das Team verständigt. Ob die Umsetzung gelungen ist, werden andere entscheiden. Das Team ist – ohne Eitelkeit – erst mal zufrieden.
Der Tag verspricht schön sonnig zu werden. Um 8.00 Uhr am Morgen ist es dennoch kühl und die ersten Porträt-Aufnahmen für den DKP-Wahlspot beginnen. Selbstbewusst in die Kamera gucken und einen kurzen Text sprechen, das ist die Aufgabe. Schal ab trotz Kälte, noch einen Schritt auf die Kamera zugehen und nicht die Stirn in Falten legen – die drei Genossinnen und Genossen liefern ab und alle sind zufrieden. Parallel sind in einer Wohnung direkt am Drehort elf Genossinnen und Genossen „in der Maske“, bekommen ein wenig Farbe ins Gesicht, jede und jeder soll gut aussehen, aber nicht übertrieben geschminkt.
Alle haben den Drehplan und den Text für diesen Tag erhalten, sind gut gelaunt und geduldig. Die, die gerade nicht gebraucht werden, sitzen bei einem Kaffee in der Küche und tauschen ihre Erfahrungen aus echten Unterschriften-Sammel-Aktionen aus. Die Unterschriften sind komplett, deshalb sind alle entspannt und ein Infostand muss nur „gespielt“ werden.
Alle bauen zusammen den Stand auf, Landtagswahlprogramm, die vier tollen DKP-Plakate, die UZ und auch ein paar kleine Werbeartikel liegen auf dem Tisch. Mittlerweile tummeln sich dort alle DarstellerInnen, spielen Passanten und lassen sich von der Infostand-Belegschaft überzeugen, DKP zu wählen. Die Stimmung ist schon fast ausgelassen und es wird darüber diskutiert, dass ein Stand wirklich Spaß machen kann, wenn wir so viele sind. Ehemann und Sohn einer Kandidatin, Tochter und Enkel einer anderen Kandidatin kommen zu Besuch, eine Genossin hat ihren Hund mitgebracht, es ist bunt und durch­einander und gibt ein schönes Bild für die Kamera. Etwas überrascht sind alle, als tatsächlich eine fremde Frau an den Stand kommt und mit DKP-Feuerzeug und UZ in der Hand zufrieden wieder geht.
Bevor weitere Tonaufnahmen für den Film und auch für den Radiospot in einem als Tonstudio hergerichteten Raum gemacht werden können, steht die größte Herausforderung noch an. Siw Mammitzsch, auf Platz 1 der Landesliste der DKP in NRW, muss im Gehen einen Text in die Kamera sprechen und hinter ihr läuft die ganze Gruppe. Das ist gar nicht so einfach: der Kameramann filmt mit einer Handkamera und muss rückwärts laufen. Diese Szene wird insgesamt sechs Mal gedreht, auch Hund Rocky hat kein Problem, immer wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren und: „Action“. Der Kameramann gibt immer wieder Hinweise, aber eins war allen noch unklar. „Wie sollen wir denn gucken?“ fragt ein Genosse. „Kommunistisch“ ist die Antwort und alle haben Spaß und gucken auch so, bis die Szene erfolgreich im Kasten ist.
Unser erster TV-Spot ist nach fünf Stunden gefilmt und gesprochen – am liebsten würden alle den fertigen Film sofort sehen. Aber ein bisschen dauert das noch. Die Arbeit leisten die Profis, die uns den ganzen Tag betreut haben, also Schnitt, Vertonung, Texteinblendungen, das ist die Aufgabe nach einem Drehtag. Umso spannender wird es, wenn der Film tatsächlich ausgestrahlt wird.


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Leserbrief zu »„Wie sollen wir denn gucken?“«, UZ vom 7. April 2017





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