Ein sehenswertes Plädoyer

Von HB
|    Ausgabe vom 10. März 2017
Der Film „Moonlight“ erzählt die Geschichte des jungen Chiron (Foto: A24/DCM)
Der Film „Moonlight“ erzählt die Geschichte des jungen Chiron (Foto: A24/DCM)

„Moonlight“ wurde bei der 89. Verleihung der Academy Awards (Februar 2017) unter anderem mit dem Oscar in der Kategorie „Bester Film“ ausgezeichnet und man kann durchaus behaupten, dass es in diesem Fall ausnahmsweise den Richtigen getroffen hat.
Ein suggestiver Film über Selbstfindung und das Erwachsenwerden. Die Erzählstruktur scheint an das dreigliedrige Drama der aristotelischen Poetik angelehnt zu sein, denn die Geschichte des jungen Chiron, der in einer Schwarzen-Vorstadt von Miami aufwächst, ist in drei als solche klar gekennzeichnete Akte unterteilt. Chiron wird auf seiner Reise von den unterschiedlichsten Figuren begleitet, die ihn alle auf ihre Weise prägen: Seine Mutter Paula (Naomi Harris), sein Ersatzvater Juan (Mahershala Ali) und seine Ersatzmutter Teresa (Janelle Monàe). Die Namensgebung der Hauptfiguren offenbart dabei spannende Parallelen zur griechischen Mythologie, Astrologie und religiösen Ikonen, welche allerdings nicht im Vordergrund stehen.
Das gleiche gilt für die soziale Realität, die der Film zwar deutlich zeigt, sie aber für die individuelle Geschichte im Hintergrund lässt.
Mit einer unfassbaren Leichtigkeit schafft es Regisseur Barry Jenkins diese Vielzahl an persönlichen Augenblicken und zum Teil auch schmerzvollen Lebenserfahrungen einfühlsam auf die Leinwand zu bringen. „Moonlight“ ist nicht nur eine vielschichtig erzählte und sehenswerte Liebesgeschichte, sondern auch ein wichtiges Plädoyer für Empathie, Toleranz und Verständnis.


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