Abschied von Rolli

Aus der Trauerrede von Artur Moses am 17. Februar 2017 in Bonn
|    Ausgabe vom 24. Februar 2017

Rolf Priemer bei dem Gründungskongress der SDAJ im Mai 1968

Rolf Priemer bei dem Gründungskongress der SDAJ im Mai 1968

( UZ-Archiv/Manfred Scholz)

Erinnerungen

Sonja Schmid aus München Gründungsmitglied der SDAJ, die Rolf schon vor der SDAJ-Gründung über den Münchner „Drei-Groschen-Club“ kennenlernte:
„Rolli besuchte mich …, um mit mir die Idee eines zentralen Jugendverbands zu besprechen. Es dauerte nicht lange, und die SDAJ wurde gegründet. In all den Jahren seitdem fühlte ich mich eng verbunden mit Rolf.“

Michael Maercks, Gründungsmitglied des MSB Spartakus und danach stellvertretender Bundesvorsitzender, erinnert sich an den Gründungskongress des MSB:
„SDAJ und MSB tun den Monopolen weh – das riefen die Delegierten. Wahrscheinlich war diese Losung sogar von Rolli, der sich immer für den gemeinsamen Kampf von studentischer und Arbeiterjugend eingesetzt hat.“

Dirk Krüger aus Wuppertal, von 1975 an mehrere Jahre Vertreter der SDAJ beim Weltbund der demokratischen Jugend in Budapest:
„Rolf’s Klugheit und seiner Beharrlichkeit ist zu verdanken, dass wir 1973 die politisch breiteste Jugend und Studenten-Delegation zu dem Weltfestspielen in Berlin/DDR entsenden konnten. Ich konnte mich immer auf Rollis Rat und Hilfe verlassen.“

Walter Listl aus München erinnert sich:
„Rolli stand für antimilitaristische Arbeit der SDAJ in (!) der Bundeswehr. Die SDAJ gab zu Einberufungsterminen an Bahnhöfen und vor Kasernen an die neuen Rekruten Zeitungen heraus. Thema: ‚Deine Rechte als Soldat’. ‚Soldat 70’ wurde gegründet. Das hat mir und anderen damals 14 Tage Arrest eingebracht.“

Tina Sanders aus Hamburg, SDAJ-Vorsitzende von 2000 bis 2004:
„… das besondere an Rolli war für mich, dass er immer ein offenes Ohr für mich hatte, wenn es um die SDAJ ging … Da war es ihm völlig egal, ob er die Orientierung gut fand oder nicht. Eben wie ich mir einen Genossen und Freund vorstelle.“

Wera Richter, heute stellvertretende Vorsitzende der DKP, lernte Rolf durch ein solidarisches Schulterklopfen nach einer nicht so geglückten Veranstaltung in Dortmund kennen:
„Ein Jahr später nahm mich Rolli als Chefredakteur mit großem Vertrauen in die Redaktion der UZ auf. Ich solle nicht so lange Riemen schreiben, ansonsten würden wir uns schon gut verstehen, hatte er gesagt. So war es dann auch für viele Jahre. Rolli ist mir Vorbild geblieben.“

Nina Hager aus Berlin, 1992 in die DKP gekommen, traf Rolf im gleichen Jahr auf einer Veranstaltung zum 75. Jahrestag der Oktoberrevolution in Frankfurt/Main und erinnert sich:
„‚Ach, du bist das’, war damals der kurze Kommentar von Rolli. Zu einer Unterhaltung kam es nicht. Er wollte wohl nur einen Eindruck gewinnen, was ich für ein ‚Vogel’ sei.
Kennen- und schätzen gelernt haben wir uns in der gemeinsamen Arbeit. Gelernt habe ich von seiner großen Parteierfahrung. Er fehlt auch mir sehr.“

Ellen Brombacher, ehemalige Berliner Funktionärin der FDJ, lernte Rolf Anfang der 70er kennen:
„Wir begegneten uns von Anbeginn mit freundschaftlichem Respekt. Und wir blieben Kommunisten – auch nach unserer historischen Niederlage.“

Michael Gerber, SDAJ-Aktivist und DKP-Stadtrat in Bottrop, beschrieb eine ganz besondere Eigenschaft und Leidenschaft von Rolf:
„Wenn ich an Rolli denke, sehe ich ihn schelmisch schmunzeln, wenn er von erfolgreichen Aktionen berichtete und manchmal dabei genüsslich eine dicke Zigarre qualmte.“

Rudi Hechler, jahrzehntelang DKP-Stadtrat im hessischen Mörfelden, der Rolf schon aus der ‚elan’-Zeit kannte:
„Rolf war klug, sehr belesen, ruhig und höflich, sehr besorgt um die Partei, wir hätten ihn noch gebraucht …“

Rolf Priemer ist am 29. Januar im Alter von 76 Jahren nach längerer Krankheit in Bonn verstorben. Wir nehmen heute zusammen Abschied von Rolf.


Liebe Raja, lieber Falk, lieber Timo,
verehrte Angehörige der Familien de Fries, der Familien Bernard, liebe Christel, liebe Freundinnen und Freunde, werte Bekannte von Raja und Rolf, liebe Mitstreiter und Mitstreiterinnen, liebe Genossinnen und Genossen:
Von einem geliebten und geachteten Menschen Abschied zu nehmen ist immer schmerzhaft und immer mit den beiden Fragen verbunden: Was war und was wird bleiben?

Rolf wurde am 15. November 1940 in Bremen geboren. Rolf’s Kindheit war geprägt von der Zeit des vom deutschen Imperialismus angezettelten Weltkrieges und durch den schon seit 1933 andauernden faschistischen Terror des Nazi-Regimes gegen die Arbeiterbewegung.
Die Mutter, Lisbeth, musste ihre beiden Kinder alleine erziehen. Sie musste arbeiten, um ihre Familie durch zu bringen. Sie übernahm Verantwortung und Arbeit im Kampf gegen das Nazi-Regime. Unter solchen Bedingungen gab es kein unbeschwertes Familienleben, es gab sicherlich zu wenige fröhliche Kindheitstage.
Die Kinder waren oft auf sich alleine gestellt und Rolf fiel es als dem Älteren zu seinen jüngeren Bruder zu betreuen und zu versorgen. Nach der Befreiung vom Hitler-Faschismus erlebte die Familie den Beginn des Kalten Krieges und den damit aufkommenden Antikommunismus. Vielleicht waren es diese harten Lebensbedingungen in seiner Kindheit, die Rolf nachhaltig in seiner Persönlichkeit geprägt haben.
Er erlernte ab 1956 den Beruf des Schriftsetzers. 1957 wurde er Mitglied der Gewerkschaft. Schon früh war Rolf politisch aktiv geworden. 1960 war er in die widerrechtlich verbotene KPD eingetreten. Als Mitglied der KPD arbeitete Rolf daran mit, Kontakte der Kommunisten in die Gewerkschaften und in die Jugend zu knüpfen.
Rolf war aktiv in den linken Clubs 59, 64 und im Club elan. 1962 bekam er ein Volontariat bei der Jugendzeitschrift „elan“, 1964 wurde er Redakteur und später deren Chefredakteur. Es entwickelte sich seine große Leidenschaft für das Schreiben.
Rolf wurde ein „68ziger“ in und mit der Arbeiterjugendbewegung. Dieter Keller war ein Mitbegründer der SDAJ. Ich bat ihn seine Erinnerungen fest zuhalten. Er schrieb mir dazu:
„Am 28. Januar 1968 wandte sich ein Gründungsausschuss von jungen Lehrlingen, Arbeitern und Angestellten, von GewerkschafterInnen, KommunistInnen, SozialistInnen und anderen linken demokratischen, jungen Menschen, mit einem „Aufruf zur Gründung einer revolutionären sozialistischen Jugendorganisation“ an die Jugend unseres Landes. Daraus hervor ging die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ). Gegründet am 4./5. Mai 1968, dem 150. Geburtstag von Karl Marx.
Die damalige Zeit war geprägt von einer Aufbruchstimmung unter der Jugend, nicht nur der studierenden, sondern auch der arbeitenden und lernenden Jugend. Große Teile der damals rebellierenden Jugend wollten mehr als nur Protest. Sie suchten nach Wegen zur Veränderung der bestehenden gesellschaftlichen und ökonomischen Verhältnisse im Land. Es ging auch darum den Adenauer-Mief in der BRD auszulüften.
Am Samstag nach ihrer Gründung trat die SDAJ erstmals öffentlich beim Marsch der 80 000 gegen die Notstandsgesetze im Bonner Hofgarten auf.
Im Sommer 1968 nahm die SDAJ erstmals an den Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Sofia teil und erntete viel internationale Aufmerksamkeit und Anerkennung“.
Dieter weiter: „Rolf war von 1968 bis 1974 Vorsitzender der SDAJ. Seine Führungsarbeit war von einem konsequenten Standpunkt, von klarem Sachverstand und Sachlichkeit geprägt. Er konnte vor allem komplizierte Fragen und Angelegenheiten in kurzen Worten auf den Punkt bringen. Er versuchte immer unterschiedliche Standpunkte zusammen zu führen. Darin lag eine besondere Fähigkeit von Rolf.
Zwischen uns entstand eine tiefe Freundschaft.
Der Aufbau und die Entwicklung der SDAJ wurde zur Erfolgsgeschichte. Sie war sicher das prägendste und nachhaltigste Ereignis in Rolf’s politischer und persönlicher Entwicklung.“

Soweit Dieter. Dieter war nach der Gründung stellvertretender Bundesvorsitzender der SDAJ.
Die SDAJ, die Rolf mitgegründet und geführt hat, war eine Organisation, deren Mitglieder gekämpft haben: In den Jugendzentren, in der Lehrlings- und Schülerbewegung; antimilitaristisch in und außerhalb der Bundeswehr; solidarisch mit Vietnam, Kuba, Nicaragua, mit den Befreiungsbewegungen in Afrika, aktiv für die Anerkennung der DDR. Die SDAJ war eine antifaschistische Jugendorganisation.
Mit den fünf Grundrechten für die Jugend wurden jugendpolitische Meilensteine gelegt. Viele junge Arbeiter und Schüler entwickelten sich in und mit der SDAJ zu selbstbewussten Persönlichkeiten. Sehr viele wurden Kommunisten.
In einer von Wolfgang Gehrcke initiierten Trauer-Anzeige in der Zeitung „Junge Welt“ brachten KampfgefährtInnen aus dieser Zeit zum Ausdruck: „Wir wollen das Andenken an Rolf als Teil unserer politischen Biographien und als Teil der bewegten deutschen Geschichte bewahren.“
Nach seinem Ausscheiden aus der SDAJ 1974 übernahm Rolf mit seinen Erfahrungen verantwortungsvolle Aufgaben in der Führung, im Präsidium und Sekretariat der DKP. Er war verantwortlich für die Verbindung der DKP zur SDAJ, dem MSB-Spartakus und der Sozialistischen Kinderorganisation Junge Pioniere und zu anderen fortschrittlichen Teilen der Jugend.
1978 kam Rolf ins Saarland wurde zum Bezirksvorsitzenden der DKP gewählt. In diesem von der Arbeiterklasse stark geprägten Land deuteten sich tiefgreifende sozialökonomische Umbrüche an. Die folgenden Jahre waren bestimmt durch den Kampf um Arbeitsplätze und Werksstandorte im Saarland. Zehntausende Stahlarbeiter gingen auf die Straße. Die Belegschaft von „Heckel“ in Saarbrücken hielt wochenlang ihren Betrieb besetzt. In Neunkirchen traten Jugendliche mehrere Tage in einen Hungerstreik.
„Für das Recht auf Arbeit – Zukunft sichern! 80 000 Arbeitsplätze und Lehrstellen im Saarland schaffen“ hieß es in einem Sofortprogramm der DKP. Rolf hat hier mit seinen Kollektiven und seiner Partei Ausrufezeichen für eine demokratische und soziale Landesentwicklung der DKP gesetzt.
Er war maßgeblich am Aufschwung der außerparlamentarischen Bewegungen im Saarland beteiligt: Mit einer starken Orientierung auf den Krefelder Appell; dem Einklinken in die Anti-AKW-Bewegung, besonders gegen das AKW Cattenom, was ja nicht einfach war. Er entwickelte viele neue Ideen kommunistische Politik massenwirksamer umzusetzen. Rolf unterstützte besonders umfangreich die SDAJ und die Jungen Pioniere im Bezirk. Die DKP gewann mehr Einfluss, viele neue Mitglieder und kommunale Mandate.

Rolf konnte zuhören. Rolf gab immer Raum für Varianten in der Entwicklung kommunistischer Politik und war auch offen für Experimente, für das mal Ausprobieren. „Dann machen wir es so“ – so beendete er viele Gespräche.
Bezeichnend war sein Drängen, ja sein nachdrückliches Einfordern, sich immer den neuen Fragestellungen und Herausforderungen der gesellschaftlichen Realität zu stellen.
Meine persönliche politische Entwicklung und vieler junger Kommunisten ist sehr stark durch diesen Politikstil mitgeprägt worden.
Rolf hat mit der DKP im Saarland vieles mitbewegt und mit verändert. Vor allem die Veränderung des politischen Klimas. Es gelang die Ablösung der erzkonservativen CDU aus der Landesregierung. Die folgende Landesregierung unter Oskar Lafontaine setzte viele fortschrittliche Akzente. Als eine erste Maßnahme wurden die undemokratischen Berufsverbote beendet.
Ich kannte Rolf aus der SDAJ. Ab 1969 war ich Landesvorsitzender im Saarland und im Bundesvorstand der SDAJ. Näher lernten wir uns aber erst im Saarland kennen. Wir wurden keine Kumpanen, sondern es entwickelte sich eine stabile, politische und persönliche Freundschaft. Wir hatten Vertrauen zueinander. Wir waren immer in Kontakt. Immer. Rolf war für mich immer ein sehr solidarischer Gesprächspartner und wertvoller Ratgeber.
1986, nach neun Jahren im Saarland, wurde Rolf mit seinen vielen Erfahrungen überraschend wieder in die zentrale Arbeit, als Verantwortlicher für Landes-, Kommunal- und Wahlpolitik ins Bonner Büro der DKP berufen.
Im Saarland war die Partei geschockt, denn Rolf hatte sehr großes Ansehen in der Partei und weit darüber hinaus. Er war sehr beliebt und wurde sehr geschätzt. Wir benötigten über Nacht einen neuen Bezirksvorsitzenden. Ich musste nun ran.
1989/1990 erlebte Rolf das zunächst Unfassbare: Der Zinsammenbruch und die Zerschlagung des Sozialismus in Europa. Die DKP kämpfte ums Überleben.
Heinz Stehr erinnert sich und schrieb mir dazu: „Als wir 1989 von der Parteiführung der DKP um Herbert Mies und Ellen Weber gefragt wurden, ob wir uns eine zentrale Führungsverantwortung für die DKP unter gänzlich veränderten politischen und organisationspolitischen Bedingungen zutrauen würden, war für mich klar es ging nur mit (!) Rolli. Er war der erfahrenste unter uns, er war weit länger in der Führungsarbeit der DKP tätig als wir.
Helga, Anne, Rolf und ich sagten „Ja“, ohne richtig ermessen zu können was das bedeutete.
Als wir den Umfang der Herausforderung begriffen, wurde uns Angst und Bange. Rollis realistische Einschätzung war: Das geht nicht! Konsequent wie er war, zog er sich zurück. Ich hatte ihn noch einmal aufgesucht, um mit ihm gründlich zu diskutieren, und tatsächlich es gelang: Wir einigten uns es gemeinsam zu versuchen …
Später wurde ich durch Rolf als Vorsitzender der DKP vorgeschlagen, was ich bis 2010 war. Rolf war stellvertretender Vorsitzender der DKP und erklärte sich bereit, die Chefredaktion der UZ zu übernehmen.
Rolf hat immer die politischen Ziele als Maßstab auch für persönliche Entscheidungen gewählt.
Fest steht: Ohne ihn, hätte vieles nicht gelöst werden können, die Stabilisierung der Partei, die Existenz der UZ, das neue Statut und Programm. Wir und ich sind ihm zu großem Dank verpflichtet.“

Erinnerungen

Sonja Schmid aus München Gründungsmitglied der SDAJ, die Rolf schon vor der SDAJ-Gründung über den Münchner „Drei-Groschen-Club“ kennenlernte:
„Rolli besuchte mich …, um mit mir die Idee eines zentralen Jugendverbands zu besprechen. Es dauerte nicht lange, und die SDAJ wurde gegründet. In all den Jahren seitdem fühlte ich mich eng verbunden mit Rolf.“

Michael Maercks, Gründungsmitglied des MSB Spartakus und danach stellvertretender Bundesvorsitzender, erinnert sich an den Gründungskongress des MSB:
„SDAJ und MSB tun den Monopolen weh – das riefen die Delegierten. Wahrscheinlich war diese Losung sogar von Rolli, der sich immer für den gemeinsamen Kampf von studentischer und Arbeiterjugend eingesetzt hat.“

Dirk Krüger aus Wuppertal, von 1975 an mehrere Jahre Vertreter der SDAJ beim Weltbund der demokratischen Jugend in Budapest:
„Rolf’s Klugheit und seiner Beharrlichkeit ist zu verdanken, dass wir 1973 die politisch breiteste Jugend und Studenten-Delegation zu dem Weltfestspielen in Berlin/DDR entsenden konnten. Ich konnte mich immer auf Rollis Rat und Hilfe verlassen.“

Walter Listl aus München erinnert sich:
„Rolli stand für antimilitaristische Arbeit der SDAJ in (!) der Bundeswehr. Die SDAJ gab zu Einberufungsterminen an Bahnhöfen und vor Kasernen an die neuen Rekruten Zeitungen heraus. Thema: ‚Deine Rechte als Soldat’. ‚Soldat 70’ wurde gegründet. Das hat mir und anderen damals 14 Tage Arrest eingebracht.“

Tina Sanders aus Hamburg, SDAJ-Vorsitzende von 2000 bis 2004:
„… das besondere an Rolli war für mich, dass er immer ein offenes Ohr für mich hatte, wenn es um die SDAJ ging … Da war es ihm völlig egal, ob er die Orientierung gut fand oder nicht. Eben wie ich mir einen Genossen und Freund vorstelle.“

Wera Richter, heute stellvertretende Vorsitzende der DKP, lernte Rolf durch ein solidarisches Schulterklopfen nach einer nicht so geglückten Veranstaltung in Dortmund kennen:
„Ein Jahr später nahm mich Rolli als Chefredakteur mit großem Vertrauen in die Redaktion der UZ auf. Ich solle nicht so lange Riemen schreiben, ansonsten würden wir uns schon gut verstehen, hatte er gesagt. So war es dann auch für viele Jahre. Rolli ist mir Vorbild geblieben.“

Nina Hager aus Berlin, 1992 in die DKP gekommen, traf Rolf im gleichen Jahr auf einer Veranstaltung zum 75. Jahrestag der Oktoberrevolution in Frankfurt/Main und erinnert sich:
„‚Ach, du bist das’, war damals der kurze Kommentar von Rolli. Zu einer Unterhaltung kam es nicht. Er wollte wohl nur einen Eindruck gewinnen, was ich für ein ‚Vogel’ sei.
Kennen- und schätzen gelernt haben wir uns in der gemeinsamen Arbeit. Gelernt habe ich von seiner großen Parteierfahrung. Er fehlt auch mir sehr.“

Ellen Brombacher, ehemalige Berliner Funktionärin der FDJ, lernte Rolf Anfang der 70er kennen:
„Wir begegneten uns von Anbeginn mit freundschaftlichem Respekt. Und wir blieben Kommunisten – auch nach unserer historischen Niederlage.“

Michael Gerber, SDAJ-Aktivist und DKP-Stadtrat in Bottrop, beschrieb eine ganz besondere Eigenschaft und Leidenschaft von Rolf:
„Wenn ich an Rolli denke, sehe ich ihn schelmisch schmunzeln, wenn er von erfolgreichen Aktionen berichtete und manchmal dabei genüsslich eine dicke Zigarre qualmte.“

Rudi Hechler, jahrzehntelang DKP-Stadtrat im hessischen Mörfelden, der Rolf schon aus der ‚elan’-Zeit kannte:
„Rolf war klug, sehr belesen, ruhig und höflich, sehr besorgt um die Partei, wir hätten ihn noch gebraucht …“


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Leserbrief zu »Abschied von Rolli«, UZ vom 24. Februar 2017





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