Ein anderes Gedenken:

|    Ausgabe vom 3. Februar 2017
 (Foto: VVN-BdA)
(Foto: VVN-BdA)

( VVN-BdA)

Das Tiegelgussdenkmal vor dem „ThyssenKrupp Hauptquartier“ in Essen, 1952 aufgestellt, zeigt die Stahlproduktion, mit der Krupp reich geworden ist. Die Arbeiter auf dem Relief sind besser genährt als die Zwangsarbeiter, die sich Krupp aus den KZ liefern ließ.
Vor diesem Denkmal trafen sich am 27. Januar Aktive der VVN und der Friedensbewegung zu einer Kundgebung. Während das offizielle Programm des Holocaust-Gedenktags die Nazi-Spitzen verurteilte und die „Unfassbarkeit“ des Massenmordes beklagte, benannten die Redner, welche sozialen Kräfte zu Auschwitz geführt hatten und von Auschwitz profitierten.

 

Krupp verdiente an Auschwitz
Über eines der Monopole, das Hitler an die Macht geholfen und am Krieg profitiert hat, sagte Walter Hilbig (DKP) bei der Kundgebung:
„In Auschwitz gab es ein Krupp-Werk für automatische Waffen; die Aussage eines Angestellten im Nürnberger Prozess über dieses Werk lautete: ‚Vom Fabrikgelände aus konnte man die drei großen Schornsteine des Krematoriums sehen … die Häftlinge erzählten mir und meinen Arbeitskollegen von den Vergasungen und Verbrennungen, welche im Lager stattfanden.‘
Und Krupp finanzierte und belieferte das Naziregime nicht umsonst, er profitierte und ging über Leichen. In 81 Krupp-Betrieben arbeiteten ca. 100 000 Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Sie schufteten unter den erbärmlichsten Bedingungen.
Bevor es mit dem Nazireich zu Ende ging, beherrschte Alfried Krupp einen Wirtschaftskoloss, der sich über zwölf Länder erstreckte, von der Ukraine bis zum Atlantik, von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Überall gehörten ihm Industriewerke, ferner in den Niederlanden ein Komplex von Werften und in Griechenland, der Sowjetunion, Frankreich, dem Sudetenland, Norwegen und Jugoslawien zahlreiche Erzgruben. Die Krupp-Familie glaubte bis zum Schluss fest an den Sieg.“


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Leserbrief zu »Ein anderes Gedenken:«, UZ vom 3. Februar 2017





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