Der rote Kanal

|    Ausgabe vom 2. Dezember 2016

Runde der Chefredakteure
Die „Runde der Chefredakteure“ war die erste TV-Sendung, die der ORF je ausgestrahlt hat. Es soll dieses Mal um die Wahl des Präsidenten Österreichs gehen, also um die alte Frage: Pest oder Cholera?
Fr, 2.12., 23.00 Uhr, ARD-alpha

Ein amerikanisches Original
Vor einigen Jahrzehnten noch galten die Bücher von Jack London als Jugendliteratur – dann waren sie allerdings mindestens im Westen „bereinigt“. Denn der Abenteuerschriftsteller, Reporter, Goldsucher, Seemann und Hobo war nicht ganz ungefährlich: Er war auch ein überzeugter Sozialist – und Schweralkoholiker. Das spiegelt sich wider in Romanen wie „Der Seewolf“, „Goldrausch“, „Ruf der Wildnis“. Das machte ihn auch in der sozialistischen Jugendbewegung populär. Der Dokumentarfilm anlässlich des 100. Todestags am 22. November kann interessant werden. Und anschließend setzen wir uns hin und lesen „Die eiserne Ferse“, Londons Vorahnung des Faschismus. Aber auch in diesem Werk ist ihm der Held ein wenig nietzscheanisch geraten.
Sa, 3.12., 20.15 Uhr, Arte

Peaky Blinders
Die Gang aus Birmingham marodiert wieder über den Bildschirm. Gezeigt wird die 2. Staffel, zu deren Beginn der heimliche Held der Serie, der Kommunist Freddie Thorne, zu Grabe getragen wird. Die Anführer der „Peaky Blinders“ stammen aus den Arbeitervierteln Birminghams und waren Soldaten im 1. Weltkrieg. Die Gewalt geht ihnen leicht von der Hand.
Die von der BBC produzierte Serie spielt in den 1920er Jahren. Die realen Vorbilder der fernsehkonformierten Gangster waren eine Art Hooligan-Schlägertruppe, die sich durch ihren (lumpen-)proletarischen Hintergrund, ihre Erscheinung (der Name verweist auf die getragenen Mützen) und ihre Brutalität auszeichneten. Dabei greifen sie auf aus Funk und Fernsehen bekannte Methoden zurück („Sopranos“, „Der Pate“): Wieder einmal wird die Geschichte der Mafia als Geschichte von Familien geschildert, die ums Überleben kämpfen und immer wieder das nötige Übel tun (müssen), um es zu sichern.
Gut-bürgerliche Fernsehunterhaltung also, hübsch verpackt, gute Musik.
Sa, 3.12., 22.45 Uhr, arte


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Leserbrief zu »Der rote Kanal«, UZ vom 2. Dezember 2016





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