Orientierung überflüssig?

Von Thomas Mehner, Krefeld
|    Ausgabe vom 2. Dezember 2016

Wir müssen uns die von der kommunistischen Bewegung erarbeiteten umfassenden Erkenntnisse über den Faschismus aneignen, um die Frage zu beantworten, wie man ihn am effektivsten bekämpfen kann. U. a. folgende Fragen bearbeitete das Seminar, nach Ansicht der Teilnehmer mit großem Gewinn, besonders für eine darauf aufbauende wirksame politische Praxis: Wer ist der Gegner? Welche Klasseninteressen verfolgt er? Was ist unser Ziel? Welche Strategie müssen wir verfolgen? Wer sind unsere potentiellen Mitstreiter? Wie ist der Kampf zu führen? Auf welcher Basis sind unsere Erfahrungen auszuwerten?
Wer all das für müßiges Theoriegerede hält, gibt unseren kommunistischen Anspruch auf, eine durchdachte, bewusst klassenmäßig begründete Politik zu verfolgen, sie an Hand einer erprobten antimonopolistischen Strategie auszurichten und mit dieser Orientierung auch in Bündnissen zu arbeiten. Der steht lediglich mit allen Guten und Wohlmeinenden gegen das Böse, landet verständnis-, hilf- und strategielos bei einer rein moralisierenden Kritik gegen eine scheußliche Ideologie und übersieht die damit transportierten imperialistischen Interessen. Praxislose Theorie ist für uns genau so sinnlos wie theorielose Praxis. Nur die enge Verbindung beider ermöglicht wirksame kommunistische Politik.


  Leserbrief schreiben

An die UZ-Redaktion (redaktion@unsere-zeit.de):

Leserbrief zu »Orientierung überflüssig?«, UZ vom 2. Dezember 2016





Wir bitten darum, uns kurze Leserzuschriften zuzusenden. Sie sollten unter der Länge von 1800 Zeichen bleiben. Die Redaktion behält sich außerdem vor, Leserbriefe zu kürzen und kann nicht versprechen, dass jeder Leserbrief beantwortet oder veröffentlicht wird. Anonyme Leserzuschriften werden in der Regel nicht veröffentlicht.