Mechanisch und einseitig

Von Andreas Hüllinghorst, Berlin
|    Ausgabe vom 25. November 2016

Wenn ich im Artikel des Chefredakteurs der UZ lese, dass mit dem Bild der Pyramide das Verhältnis imperialistischer Länder untereinander auszudrücken möglich sei, dann weiß ich: Achtung, hier wird dialektisches Denken aufgegeben und nur mechanisch, insofern einseitig gedacht. Tatsächlich bildet der Artikel nur eine Seite des Verhältnisses der BRD zu den USA ab, nämlich die Unterdrückung der BRD durch die USA – wie es AfD und Pegida seit geraumer Zeit tun. Gerade heute, wenn die deutsche Presse und Politik Trump und Putin als zwei Despoten außerhalb demokratischer Regeln darstellen, fordern CDU, CSU und SPD größeren militärischen Einfluss in der Welt. Ökonomisch hat man es schon weit gebracht, man schwächt z. B. seit Jahren die US-Ökonomie durch hohen Export dorthin. Militärisch – und damit die Welt beherrschend – ist man noch lange nicht so weit. Die Pläne – mehrere Papiere der Stiftung Wissenschaft und Politik sowie das Weißbuch der Bundeswehr und das Vorhaben EU-Armee – sind aber schon geschmiedet. Damit stehen die heutigen Wirtschafts-, Politik und Medieneliten in einer außenpolitischen Tradition, die seit dem Deutschen Kaiserreich über die Weimarer Republik, den Faschismus und der Bonner Republik entwickelt worden ist. Man lese dazu etwa Arno Klönne/Werner Biermann: Ein Spiel ohne Grenzen. Wirtschaft, Politik und Weltmachtambitionen in Deutschland. 1871 bis heute. Man muss also das Konkurrenzverhältnis der imperialistischen Staaten USA und BRD in seiner Wechselseitigkeit begreifen. Im Übrigen hoffe ich nicht, dass die DKP gegen die deutsche Monopolbourgeoisie kämpft, um sich von den USA zu befreien. Wir befreien uns mit der Arbeiterklasse beider Länder von beiden Monopolbourgeoisien.


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Leserbrief zu »Mechanisch und einseitig«, UZ vom 25. November 2016





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