Keine Karikatur ist nicht die Lösung

Von Kurt Wirth, Kempten
|    Ausgabe vom 11. November 2016

Nun wurde auch begründet, weswegen seit einiger Zeit keine Karikatur mehr in der UZ erscheint. Neben der politischen Aktion von Berd Bücking beim Pressefest wird ins Feld geführt: „zu viele Worte, zu grob, zu schwer und schlicht und daher auch unwitzig“. Zugegeben, bei manchen musste ich auch lange überlegen, wo denn die Pointe liegt. Auch der Maßstab: Eine Karikatur ist umso besser, je weniger Sprechblasen und textliche Erläuterungen sie benötigt, ist mir bekannt.
Aber warum erschienen sie nun viele Jahre, ohne dass z. B. Kritik in Leserbriefen geäußert wurde? Zumindest kann ich mich nicht an solche erinnern. Nun kann ja sein, dass die UZ-Redaktion vielleicht mal eine einzelne nicht abdruckte, die ästhetischen oder politischen Ansprüchen nicht genügte. Auf dieser Ebene könnte man doch sicher auch in Zukunft weiter zusammenarbeiten. Die meisten Karikaturen basierten für mich abgesehen von ästhetischen Gesichtspunkten auf einem eindeutigen Klassenstandpunkt. Und darauf legt unsere Partei ja seit zwei Parteitagen größten Wert. Es wird sich schwerlich ein Karikaturist finden, bei dem man das gleichermaßen feststellen können wird. Und gar keine Karikatur ist auch keine Lösung. In persönlichen Gesprächen interpretierte mir Bernd bescheiden seine Zeichnungen auch weniger als Kunst als denn mehr als Grafik, resultierend aus seinem Brotberuf als Werbegrafiker.


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