Marx über Freihandel

Von Wolf Göhring, Bonn
|    Ausgabe vom 11. November 2016

CETA? Freihandel? Brüssel? War da was? Als Marxist erinnere ich mich gerne an Schriften und Reden von Karl Marx, beispielsweise an seine Brüsseler „Rede über die Frage des Freihandels“ vom 8.1.1848, wo es heißt:
„Es wird einem wirklich schwer, die Anmaßung der Freihändler zu begreifen, die sich einbilden, dass die vorteilhaftere Verwendung des Kapitals den Gegensatz zwischen industriellen Kapitalisten und Lohnarbeitern verschwinden machen wird. Ganz im Gegenteil. Die einzige Folge wird sein, dass der Gegensatz dieser beiden Klassen noch klarer zutage treten wird.“ … Der Arbeiter „wird sehen, dass das frei gewordene Kapital ihn nicht minder zum Sklaven macht als das durch Zollschranken belästigte.“ (MEW 4, S.455/456) Marx endet: „Aber im allgemeinen ist heutzutage das Schutzzollsystem konservativ, während das Freihandelssystem zerstörend wirkt. Es zersetzt die bisherigen Nationalitäten und treibt den Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie auf die Spitze. Mit einem Wort, das System der Handelsfreiheit beschleunigt die soziale Revolution. Und nur in diesem revolutionären Sinne, meine Herren, stimme ich für den Freihandel.“ (S. 457/458)


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