Linke Literaturmesse in Nürnberg

Feste Größe für Freunde der Linken Literatur und Kultur
Von Francesca Bellucci
|    Ausgabe vom 4. November 2016
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)
Linke Literaturmesse in Nürnberg (Foto: Gustl Ballin)

Nun schon zum 21. Mal findet vom 4. bis 6. November die Linke Literaturmesse in Nürnberg statt. Organisiert wird sie wie jedes Jahr von einem breiten Kreis unterschiedlicher Linker. Dies spiegelt sich auch bei den Ausstellern und Veranstaltern wieder, von denen über 50 Verlage und Organisationen vor Ort sein werden. Sie laden an zahlreichen Ständen zum Stöbern und in inhaltlichen Veranstaltungen zum Diskutieren ein. Mit tausend erwarteten Besuchern werden sich dafür sicher einige Möglichkeiten finden.
Es gibt ein vielseitiges Programm. Veranstaltungen zur Geschichte, beispielsweise zum Krieg gegen die Spanische Republik oder das KPD-Verbot werden geboten. Aber auch zu aktuellen Themen wie der Aufrüstungs- und Aggressionspolitik der Nato, dem Aufstieg der AfD oder die Krisenproteste in Spanien werden beleuchtet. Bereits am Freitag öffnet die Messe um 19.00 Uhr ihre Tore, worauf eine Podiumsdiskussion über die Krise, wachsende soziale Ungerechtigkeit, Unzufriedenheit und Rechtsentwicklung das inhaltliche Programm eröffnet. Samstags ist die Messe dann ganztägig von 10.00 Uhr bis 22.00 Uhr, sowie sonntags von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr geöffnet.

Perspektiven aus der Perspektivlosigkeit
Als Mitherausgeber der Marxistischen Blätter wird Patrik Köbele zu Flucht und Perspektivlosigkeit sprechen. Ein Jahr nach Merkels „Wir schaffen das!“ ist es umso notwendiger die Hintergründe und Ursachen für Flucht zu beleuchten, denn es gibt nicht nur Opfer, sondern auch Ursachen und Verursacher. Antworten, was eine darauf passende Reaktion ist, wird es samstags um 12.00 Uhr geben, und in der anschließenden Diskussion wird der Referent Rede und Antwort zu all diesen Themen stehen.
In der Veranstaltung „Der kurze griechische Frühling“ beleuchten ­Andreas Wehr und der PapyRossa Verlag das Scheitern der SYRIZA und dessen Folgen. Das von Berlin durchgesetzte Spardiktat war eine schwere Niederlage, hat es doch deutlich gezeigt, dass ein soziales und demokratisches Europa unter den heutigen Bedingungen von Europäischer- und Banken Union sowie des Euro nicht erreichbar sein werden. Dazu und welche Konsequenzen sich für Europas Linke daraus ergeben wird am Samstag um 19.00 Uhr diskutiert.
Gleichzeitig beleuchtet Sabine Schiffer wie Medien auch in der Digitalisierten Welt zur Mobilmachung für Kriege genutzt werden. Anhand des „Aleppo Media Center“ wird deutlich, was hinter dem steckt, was von ARD und Co. als eine selbstlose Aufklärungsarbeit verkauft wird. Eine professionelle PR-Maschine, die den vom Ausland finanzierten „Rebellen“ als Sprachrohr dient. Denn die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges.

Kultur nicht nur als Begleitmusik
Damit das alles nicht zu trocken wird, wird auch dieses Jahr wieder ein umfassendes Kulturprogramm geboten. Filme, Neuerscheinungen, Vorführungen. Ausstellungen werden vorgestellt. Bei den Buchvorstellungen und Lesungen kommen auch Roman-Autoren zu Wort, denn linke Literatur ist linke Kultur. Für das leibliche Wohl ist mit einem Café direkt im Veranstaltungsort und einer Volksküche am Samstagabend in der Schwarzen Katze, einer lokalen Autonomen-Kneipe gesorgt.
Das gesamte, ausführliche Programm sowie alle weiteren Informationen rund um die 21. Linke Literaturmesse sind unter www.linke-literaturmesse.org sowie unter www.facebook.com/linkliteraturmesse zu finden.


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Leserbrief zu »Linke Literaturmesse in Nürnberg«, UZ vom 4. November 2016





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